Seid gespannt! Ein starkes Stromnetz für eure Versorgungssicherheit

Energieversorgung

Frankfurt und Region

Nachhaltigkeit

05.05.2022

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Über 750.000 Einwohner, einer der wichtigsten Flughäfen Europas, sensible Datacenter, große Industrien – Frankfurt steht niemals still. Strom, Gas und Wasser fließen 24/7. Ein Alltag ohne Energie? Auch hier kaum denkbar. Uns ist völlig klar, dass die aktuelle Entwicklung vielen von euch Sorgen bereitet. Doch unsere Infrastruktur ist gut aufgestellt, damit gerade in Zeiten starker Marktturbulenzen alles effizient funktioniert. Vor allem Frankfurt überzeugt in punkto Zuverlässigkeit! Doch bis der Strom eure Steckdose erreicht, sind komplexe Erzeugungs- und Transportprozesse notwendig. Allein Digitalisierung und E-Mobilität, aber auch das Tempo der Energiewende verlangen mehr Leistung und nachhaltige Produktion. Wir erklären euch, was hinter der sicheren Versorgung steckt und wie die Stromnetze so reibungslos laufen.

Das Stromnetz in Deutschland

Tag für Tag verlassen sich nicht nur die mehr als 750.000 Einwohnerinnen und Einwohner in Frankfurt, sondern über 80 Mio. Menschen in Deutschland auf ein gut funktionierendes Stromnetz. Könnt ihr euch vorstellen, dass der gesamte Mainova-Stromabsatz im Geschäftsjahr 2021 stolze 6.746 Mio. kWh betrug? Zum Vergleich: Ein 2-Personen-Haushalt braucht im Jahr so ca. 2.500 kWh.

Wie funktioniert eigentlich das Stromnetz?

In Deutschland regelt das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) die Anforderungen an die sichere Versorgung.

„(1) Zweck des Gesetzes ist eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität, Gas und Wasserstoff, die zunehmend auf erneuerbaren Energien beruht.“ (§ 1 EnWG)

Dafür unerlässlich? Moderne Anlagen und natürlich leistungsstarke Netze und Leitungen. Vereinfacht dargestellt ähnelt das Stromnetz einem Straßennetz. Es verbindet Kraftwerke und Erzeugungsparks mit den Verbrauchern, also mit euch, eurer Wohnung oder eurem Arbeitsplatz. Bis der Strom dort genutzt werden kann, legt er teils weite Strecken zurück. Das Übertragungsnetz – quasi die Autobahn unter den Stromnetzen – transportiert die elektrische Energie mit Höchstspannung zu den Umspannwerken. An diesen „Autobahnausfahrten“ wird euer Strom auf eine andere Spannungsebene transformiert, d. h. er wird umgewandelt. Verschiedene Verteilnetze, sozusagen die Bundes- und Landstraßen, leiten den Strom dann regional weiter, bis er schließlich mit 230 Volt in der Steckdose landet. Die nationalen Stromnetze sind auch in einem europäischen Stromnetz verbunden, da alle Staaten im Rahmen der gemeinsamen Klima- und Energiepolitik eng zusammenarbeiten.

Energie- und Wassernetze in Frankfurt

Für die überregionale Versorgung und Übertragung im Höchstspannungsbereich sind in Deutschland vier Übertragungsnetzbetreiber zuständig, nämlich 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW. Auf regionaler Ebene stellt die Mainova-Tochter NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH mit ihrem mehr als 14.000 Kilometer umfassenden Energie- und Wassernetz die zuverlässige Versorgung in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet sicher. Das Stromnetz der Mainova ist über 7.600 km lang und umfasst Frankfurt am Main – mit Ausnahme einiger westlicher Stadtteile. Das Erdgasnetz der Mainova erstreckt sich mit einer Länge von rund 4.400  km über Frankfurt hinaus bis Niedernhausen im Westen, Usingen im Norden, Niederrodenbach im Osten und Mörfelden-Walldorf sowie Main-Spessart im Süden. Die Stadt Frankfurt wird darüber hinaus mit Fern- und Nahwärme sowie Wasser versorgt.

Herzstück der Energie- und Wasserversorgung sind hochmoderne Leitwarten. Auf dutzenden Bildschirmen und riesigen Bildwänden werden die Leitungen, Umspannwerke und Übergabeanlagen gesteuert und überwacht. Lastkurven zeigen den aktuellen Strom- und Gasverbrauch sowie die prognostizierte Last an, um auf Schwankungen oder Störungen jederzeit reagieren zu können.

Stromausfall in Deutschland: So sicher ist die Versorgung

Normalerweise kommen Störungen und Stromausfälle höchst selten vor. Wenn die Versorgung mit Gas, Wasser und Strom doch einmal ausfällt, werden diese Zeiträume von der Bundesnetzagentur registriert und im sogenannten SAIDI-Wert abgebildet. Die Abkürzung steht für System Average Interruption Duration Index, also die durchschnittliche Unterbrechungsdauer, die je angeschlossenem Letztverbraucher pro Jahr gemessen wird. Für Gas und Wasser sind die Ausfallzeiten so gering, dass sich die Dokumentation kaum lohnt. Meist kommt es zu Ausfällen, wenn z. B. ein Bagger ein Rohr beschädigt hat und der Durchfluss aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden muss.

Beim Strom sind die Zahlen etwas höher, aber die Zuverlässigkeit der Stromversorgung in Deutschland war auch 2020 wieder sehr gut. Im Frankfurter Netz sogar noch besser:

  • Deutschland: 10:44 Minuten pro Jahr
  • Mainova: 7:00 Minuten pro Jahr

Weitsicht und Investitionsbereitschaft

Diese Topwerte gilt es also zu halten. Digitalisierung, Verkehrswende, steigende Einwohnerzahlen: Es ist absehbar, dass die Stromnetz-Kapazitäten langfristig überschritten werden. Daher baut die Mainova zusammen mit den vorgelagerten Netzbetreibern Avacon und TenneT das Stromnetz in der Region bereits aus. Bis 2027 sollen die Kapazitäten für Frankfurt um mehr als 500 Megavoltampere (MVA) wachsen. Das ist ein Anstieg von rund 50 % und entspricht dem Bedarf einer Stadt mit 500.000 Einwohnern. Dafür werden die Transportleitungen und Umspannwerke ausgebaut und die Stromleitungen in das Stadtgebiet Frankfurt verstärkt.

Wenn ihr noch mehr über die spannende Arbeit rund um Netzsicherheit erfahren wollt, schaut euch gerne mal auf der Webseite der Kolleginnen und Kollegen der NRM um.

Erzeugungsanlagen in Frankfurt

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Faszination Mainhattan. Bei Frankfurt denken viele zuerst an die beeindruckende Skyline. Aber wer in der City mal den Blick schweifen lässt, weiß: Es gibt auch andere Gebäude, die aus dem Stadtbild nicht wegzudenken sind. Im Gutleutviertel, direkt am Main, steht das HKW West. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wird dort Strom erzeugt, später kam Wärme hinzu. Denn Mainova ist nicht einfach nur Lieferant, sondern erzeugt auch viel Strom selbst. Der gesamte Mainova-Anlagenpark im Frankfurter Stadtgebiet umfasst vier Heizkraftwerke, ein Biomassekraftwerk, ein Müllheizkraftwerk, ein Heiz-Kälte-Werk und drei kleinere Heizwerke. Um die notwendigen Brennstoffe (Erdgas, Steinkohle, Holzabfälle, Hausmüll, leichtes Heizöl) so sparsam wie möglich zu nutzen, kommen moderne Technologien wie etwa die Kraft-Wärme-Kopplung zum Einsatz. Dazu dann gleich mehr.

Gerade weil einige Kraftwerke mitten in der Stadt stehen, sind die gesetzlichen Bestimmungen und Regelwerke auch für uns besonders streng. In allen Anlagen werden die vorgeschriebenen Grenzwerte durch den Einsatz emissionsarmer Brennstoffe sowie modernster Brenner-sowie Reinigungstechnik eingehalten oder unterschritten!

Ein paar Fakten zum Mainova-Geschäftsjahr 2021:

  • Stromabsatz in Mio. kWh: 6.746 (Vorjahreswert: 6.736)
  • Gasabsatz in Mio. kWh: 11.246 (Vorjahreswert: 9.625)
  • Absatz Wärme, Dampf, Kälte in Mio. kWh: 2.168 (Vorjahreswert: 1.965)
  • Anzahl Zähler Strom: 430.340 (Vorjahreswert: 425.690)
  • Anzahl Zähler Gas: 225.871 (Vorjahreswert: 226.653)
  • Anzahl Zähler Wärme: 7.499 (Vorjahreswert: 7.479)
  • Versorgte Einwohnerinnen und Einwohner Strom: 672.170
  • Versorgte Einwohnerinnen und Einwohner Gas: 1.232.000

(Werte „Versorgte Einwohnerinnen und Einwohner“ sind Hochrechnungen. Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt)



Die Vorteile umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplung

So viel wie nötig, so wenig wie möglich – in der aktuellen Situation ist dies wichtiger denn je. Um keine Energieträger zu „verschwenden“, arbeiten die Mainova-Kraftwerke auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Strom und Wärme werden parallel erzeugt und die Brennstoffe sparsamer verwendet. Das schont wertvolle Ressourcen und reduziert CO2:

  1. Zunächst wird der Energieträger, also ein Brennstoff, verbrannt.
  2. In einem Heizkessel wird anschließend Wasser in Dampf umgewandelt.
  3. Über ein Rohrleitungssystem gelangt dieser mit hohem Druck auf die Schaufeln einer Turbine, die wiederum einen Generator antreibt.
  4. Der so entstehende Drehstrom wird dann via Umspannwerk ins Stromnetz eingespeist.
  5. Für die Kraft-Wärme-Kopplung wird der Dampf aus der Turbine ausgekoppelt.
  6. Die produzierte Wärme gelangt dann über ein gut gedämmtes Leitungssystem zu Gebäuden in der weiteren Umgebung des Heizkraftwerks.

Die mittels Kraft-Wärme-Kopplung erzeugte Fernwärme ist aufgrund ihrer geringen Emissionen ein wichtiger Bestandteil der nachhaltigen Versorgung. Dabei trägt der Zusammenschluss der Frankfurter Heizkraftwerke Niederrad, West und Messe mit dem Müllheizkraftwerk Nordweststadt erheblich zum Fernwärme-Ausbau bei. Im Verbund können die einzelnen Kraftwerke flexibler gesteuert und besser aufeinander abgestimmt werden. Was Fernwärme alles kann, zeigt das Beispiel Platensiedlung. Wer sie nicht kennt: Es handelt sich um die ehemalige „Housing Area“ der amerikanischen Armee in Frankfurt-Ginnheim. Dort entstehen gerade 680 neue Wohnungen. Aber lest selbst!

Unser Tipp: In vier Frankfurter Heizkraftwerken könnt ihr Führungen buchen. Das Programm startet mit einer Einführung in die Kraftwerkstechnik, bevor ihr zu einem Rundgang aufbrecht.

Energie vor Ort erleben

Sonne, Wind, Biomasse, Müll, PV-Strom von Mietshäusern: Natürlich kommen auch immer mehr erneuerbare Energien hinzu. Nur stehen diese Anlagen zum großen Teil nicht mitten in Frankfurt. Weniger wichtig für die Versorgungssicherheit sind sie auf keinen Fall, im Gegenteil. Der Anteil erneuerbarer Energien im Erzeugungsportfolio wächst kontinuierlich.

Hochwertige Wasserversorgung

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