Gewusst wie! So könnt ihr Gas sparen und die Heizkosten senken

Energie und Kosten sparen

21.07.2022

Frau checkt Gasverbrauch auf dem Tablet

Autor: Mainova Redaktion

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Kürzer duschen, das Heizverhalten ändern, smarte Thermostate einbauen: Tipps zum Gassparen gibt es so einige. Gerade in Zeiten steigender Marktpreise und großer Anspannung am Energiemarkt zählt jede Kilowattstunde. Viele kleine Maßnahmen haben einen großen Einfluss auf eure Ausgaben. Aber welche Kniffe senken die Heizkosten sofort? Wofür sollte man einen Fachbetrieb hinzuziehen? Und wie kann man den eigenen Gasverbrauch überhaupt berechnen, um ihn besser in den Griff zu bekommen? Wir beantworten die drängendsten Fragen rund ums Thema „Gas sparen“ und sagen euch, wo die Potenziale bei Heizung und Warmwasser liegen.

Der Gasverbrauch in Deutschland

Gas sparen – schon jetzt, aber vor allem im bevorstehenden Winter wichtiger denn je. Für unsere Energieunabhängigkeit, gegen den Klimawandel und nicht zuletzt für den eigenen Geldbeutel. Jede nicht genutzte Kilowattstunde Gas macht sich bezahlt. Gemeinsam haben wir schon enorme Einsparungen geschafft: Laut BDEW, dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., lag der kumulierte Erdgasverbrauch in Deutschland für das laufende Jahr bisher bei 460 Mrd. kWh (vorläufig; Stand: 06/2022). Das entspricht einer Veränderung zum Vorjahreszeitraum von -14,3 %. Monat für Monat ging der Gasverbrauch nach unten. Absehbar ist aber auch, dass der Beginn der Heizperiode den Bedarf wieder ansteigen lässt.

So heizt Deutschland

Neben der Industrie zählen Privathaushalte und Wohnungsgesellschaften zu den größten Erdgasabnehmern in Deutschland. Bei Weitem am meisten Gas wird dabei für die Raumheizung verwendet, gefolgt von Geräten zur Warmwasserbereitung und zum Kochen. Vor allem in den vorhandenen Wohnungen ist der Gasanteil an den genutzten Energieträgern zum Heizen hoch. Wir können also von zu Hause einen großen Beitrag zum Gassparen leisten.

Beheizungsstruktur Wohnungsbestand in Deutschland 2021

Quelle: BDEW; teilweise geschätzt; Stand: 07/2022


Den eigenen Gasverbrauch einfach berechnen

Um den eigenen Gasverbrauch nun dauerhaft zu senken, braucht ihr zunächst einen transparenten Ist-Zustand. Ein großer Teil eurer Gesamtkosten ist nämlich verbrauchsabhängig und dadurch individuell zu beeinflussen. Einen guten Überblick bietet euch immer eure letzte Jahresrechnung. Dort stehen alle Daten, die für die Feststellung des Verbrauchs und für den genannten Zeitraum erforderlich sind: die Energieart, euer Tarif, die Zählernummer sowie neben den Ableseterminen auch die Ablesewerte („alt“ und „neu“).

Falls ihr die Möglichkeit habt, monatlich den Gaszähler abzulesen und die Stände direkt zu vergleichen, dann beachtet bitte, dass der Gasverbrauch in Kubikmetern (m³) angezeigt wird. Nicht in den bekannten Kilowattstunden (kWh). Zwei Wege führen beim Umrechnen zum Ziel:

  1. Nehmt zum groben Umwandeln den m³-Wert einfach mal 10
  2. Ihr möchtet es genauer ausrechnen? Dann nutzt folgende Formel: Kubikmeter x Brennwert x Zustandszahl = Kilowattstunden

Gut zu wissen: Als Brennwert bezeichnet man den Energiegehalt des Gases. Die Zustandszahl ergibt sich aus der Umrechnung des Betriebszustands des Gases (schwankender Druck und Temperatur) auf den Normzustand. Die Werte könnt ihr regelmäßig bei eurem Gaslieferanten oder Netzbetreiber erfragen, einen Durchschnittswert des Abrechnungszeitraums findet ihr auf eurer Gasabrechnung.
Am bequemsten wäre es natürlich, den Monatswert mal 12 zu nehmen, um den jährlichen Gasverbrauch zu berechnen. Aber, stopp, so einfach ist es nicht! Denn gerade bei den Heizkosten führen die Jahreszeiten zu erheblichen Schwankungen. Ihr solltet also mindestens mit dem Durchschnitt von jeweils einem klassischen Sommer- und Wintermonat arbeiten.

Durchschnittlicher Jahresverbrauch zur Orientierung

Wenn ihr Kunde bei Mainova seid, kennt ihr vielleicht die nachfolgende Übersicht von eurer Jahresrechnung. Zur besseren Einschätzung und als Unterstützung für euch bilden wir dort den durchschnittlichen Gasverbrauch für verschiedene Gebäudetypen je m2 beheizter Fläche ab. Denn gerade beim Heizen ist die Wohnfläche ein ganz wichtiger Parameter. Warum? Wenn ihr Samstagabend gemütlich bei 22 °C Fernsehen schaut, ist es fast egal, ob eine oder vier Personen auf der Couch sitzen. So könnt ihr euren eigenen Gasverbrauch leichter einstufen und zeitnah gegensteuern.

Durchschnittlicher Gasverbrauch pro Quadratmeter

Nicht immer wird beim Berechnen des Gasverbrauchs nach Gebäudetyp, Zustand oder Baujahr differenziert. Oft wird einfach eine Faustformel mit durchschnittlichem Verbrauchswert und m2-Angabe zur allgemeinen Einordnung verwendet:

160 kWh x m2 Wohnfläche = Durchschnittsverbrauch Gas für Heizung und Warmwasser

Einflüsse auf den Gasverbrauch

Diese Angaben und Berechnungen sind natürlich nur grobe Richtwerte, denn euer tatsächlicher Gasverbrauch wird von ganz vielen Faktoren beeinflusst. Neben Wohnfläche und Gebäudetyp spielen z. B. die Haushaltsgröße (vor allem in puncto Warmwasser), aber auch die Lage, die Anzahl der Außenwände, der Zustand der Dämmung sowie die Heizungstechnik eine Rolle. Und, last but not least, ist da euer ganz persönliches Heizverhalten.

Gas sparen leicht gemacht – mit unseren Sofort-Tipps

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Sie lauern überall, die kleinen Unachtsamkeiten, die euch wertvolle Raumwärme kosten. Wie gut, dass ihr diese direkt beseitigen könnt und am Ende Heizkosten spart. Diese Tipps solltet ihr euch merken, denn sie lassen sich ohne größeren Aufwand umsetzen:

  • Raumtemperatur senken: Wusstet ihr, dass schon 1 °C weniger bis zu 6 % Energie spart? Da die Heizung den Löwenanteil an den Gaskosten ausmacht, lohnt sich das durchaus. Vor allem wenn ihr das Haus verlasst, reicht es, wenn die Heizung auf niedriger Stufe weiterläuft. Dann wird keine Wärme verschwendet, aber die Wohnung kühlt auch nicht komplett aus.
  • Heizkörper entlüften: Er gluckert und wird auf höchster Stufe trotzdem nicht richtig warm? Klarer Fall: Luftblasen sind im Heizkörper! Und diese verhindern die Wärmezirkulation des Heizwassers. Nun seid ihr gefragt. Entlüftet eure Heizkörper einfach mit einem Heizungsschlüssel. Stellt dabei am besten einen Becher drunter, um eventuell auslaufendes Heizwasser aufzufangen. Prüft anschließend die Heizwassermenge eurer Heizung, denn diese darf nicht zu gering sein!
  • Programmierbares Thermostatventil anbringen: Ein weiterer Schritt in Richtung Smart Home! Mit einem programmierbaren Thermostatventil lässt sich eure Heizung flexibel auf euren Bedarf einstellen. So könnt ihr z. B. die Heizleistung reduzieren, wenn ihr außer Haus seid, und sie abends wieder erhöhen. Alles vollautomatisch.
  • Wärmestau vermeiden: Wird die Heizung etwa von einem Sofa oder Vorhang verdeckt, heizt sich der Raum nicht richtig auf. Stattdessen staut sich die Wärme. Lasst deshalb einen Abstand zwischen Heizkörper und Möbelstück – mindestens 20 cm sollten es schon sein.
  • Fenster abdichten: Zieht’s? Vielleicht ist euer Fenster der Grund dafür. Zugige Ritzen könnt ihr ganz leicht mit einem passenden Fugendichtband abdichten.
  • Türritzen schließen: Die Kälte muss draußen bleiben. Sogenannte Zugluftstopper sind dafür ein probates Hilfsmittel. Oder ihr montiert eine Bürstendichtung unter der Tür, um Wärmeverluste zu minimieren.
  • Regelmäßig lüften: Duschen, kochen, aber auch Zimmerpflanzen sind Faktoren, die die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen und im schlimmsten Fall zu Schimmel führen. Abhilfe schafft regelmäßiges Lüften – etwa alle zwei Stunden für fünf Minuten.

Und, apropos sofort: Jetzt im Hochsommer ist es ein guter Plan, auch eurer Heizung eine Auszeit zu gönnen. Das spart effektiv Kosten. Doch, halt! Was ist mit Warmwasser fürs Spülen, Duschen und Händewaschen? Bei Heizanlagen, die über zwei getrennte Systeme Heizwasser und Warmwasser erwärmen, ist das kein Problem. Werden Heiz- und Warmwasser allerdings über einen Brenner erhitzt, lohnt es sich, die Heizung auf Sommerbetrieb umzuschalten. Das bedeutet: Brenner und Umwälzpumpe haben Pause. Bei älteren Heizkesseln – den sogenannten Konstanttemperaturkesseln – muss noch per Hand auf Sommerbetrieb umgeschaltet werden. Moderne Heizungen verfügen über eine außentemperatur- oder raumtemperaturgeführte Steuerung und schalten ab einem bestimmten °C-Wert automatisch in den Sommerbetrieb. Ihr müsst also noch weniger tun.

Hydraulischer Abgleich durch einen Fachbetrieb

Ein Heizkörper ist auf niedriger Stufe schon richtig heiß, ein anderer hingegen nur lauwarm, obwohl er voll aufgedreht ist? Wenn ihr das im vergangenen Winter erlebt habt, solltet ihr rechtzeitig über einen hydraulischen Abgleich nachdenken. Dabei wird das Heizsystem fachgerecht so eingestellt, dass sich die Wärme gleichmäßig verteilt. Jetzt im Sommer eine gute Methode, um später Energie und Kosten zu sparen – auch dank Fördermöglichkeiten.

Heizungstausch: Wie kann ich am günstigsten heizen?

Gerade alte Heizungsanlagen sind Energiefresser und wesentliche Kostentreiber. Wenn bei euch ein Heizungstausch im Raum steht, ist die erste Frage: Wie heize ich künftig besonders günstig? Mieterinnen und Mieter können das meist nicht selbst beeinflussen. Wenn ihr hingegen eine Wohnung oder ein Haus besitzt bzw. vermietet, solltet ihr ein paar Punkte durchgehen, z. B.:

  • Wie sind die baulichen Gegebenheiten?
  • Welche gesetzlichen Vorgaben müssen beachtet werden?
  • Welchen Wärmebedarf gilt es zu decken?
  • Wie hoch sind die Anschaffungskosten?
  • Wie schnell rechnet sich die Investition?
  • Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Eine Übersicht der Anschaffungskosten verschiedener Heizsysteme findet ihr auf der Webseite von Statista.

Klar ist, dass die erneuerbaren Energien Einzug in den Heizungskeller halten. Erst vor Kurzem hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz seinen „Arbeitsplan Energieeffizienz“ vorgelegt. Dieser sieht u. a. vor, dass ab 2024 bei jeder neu eingebauten oder ausgetauschten Heizung mindestens 65 % erneuerbare Energien genutzt werden. Umweltschonende Wärmepumpen etwa sind wirtschaftlich und variabel einsetzbar. Schon jetzt werden viele Maßnahmen übrigens attraktiv gefördert. Doch auch in diesem Thema ist jede Menge Bewegung und speziell die Bundesförderung für effiziente Gebäude soll neu ausgerichtet werden. Nutzt daher auf alle Fälle eine Fördermittelberatung.
Unser Tipp: Wenn schon, denn schon! Oft lohnt sich ein Heizungstausch erst richtig, wenn gleichzeitig die Dämmung verbessert wird. Dann kann sich das Sparpotenzial bei euren Heizkosten voll entfalten.

Vorteile einer guten Wärmedämmung

Tipps zum Gassparen beim Warmwasser

So behaltet ihr immer einen kühlen Kopf! Das oft weniger beachtete Warmwasser macht geschätzt rund 14 % des Gasverbrauchs im Haushalt aus. Und hier kommt es auf jedes einzelne Mitglied in eurer Familie oder WG an. Denn die Heizung läuft meist eh – auch, wenn sich nur eine Person im Raum aufhält. Wenn aber zwei Leute heiß duschen, wird meist auch doppelt so viel Wasser verbraucht. Falls ihr also eure Gastherme für die Warmwasserbereitung nutzt, beachtet ein paar einfache Tipps. Auch wenn sie vielleicht banal klingen, kommt damit einiges an Energieeinsparungen zusammen:

  • Duschen statt baden
  • Sparduschkopf montieren
  • Duschzeiten verkürzen
  • Beim Einseifen: Wasser ausstellen
  • Zum Zähneputzen oder Rasieren kaltes Wasser nutzen

By the way, Stromsparen hat ebenfalls einen doppelten Effekt. Ihr senkt eure Energiekosten und tragt dazu bei, den Gasverbrauch zu reduzieren. Denn auch zur Stromerzeugung wird teils (noch) Erdgas eingesetzt. Praktische Tipps rund ums Stromsparen im Haushalt findet ihr hier im Blog und im Servicebereich unserer Webseite. Zudem versorgen wir euch in regelmäßigen Abständen mit wertvollen Infos und Tipps rund um Nachhaltigkeit, E-Mobilität und Co. Immer auf dem Laufenden bleibt ihr mit uns auf Instagram. Folgt uns jetzt!

Wärmedämmung reduziert Energieverluste

Sparsamer durch den kommenden Winter: Mehr als 40 % der Energie, die wir nutzen, wird verheizt. Wir erklären die Vorteile einer guten Wärmedämmung und sagen, wie man Wärmeverluste erkennt und vermeidet.

Infos zur Wärmedämmung

Energiespar-Tipps, die wirklich funktionieren

Quelle: Thüga Aktiengesellschaft

Wassertemperatur optimieren

Heizkörper entlüften