Wärmedämmung und richtiges Heizen: sparsamer durch den kommenden Winter

Heizen

01.07.2022

6 Minuten

Sparsamer durch den kommenden Winter: Mehr als 40 % der Energie, die wir nutzen, wird verheizt. Wir erklären die Vorteile einer guten Wärmedämmung und sagen, wie man Wärmeverluste erkennt und vermeidet.

Zuletzt aktualisiert am 09.11.2023

Autor: Mainova Redaktion

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„Liebe 80 Millionen, wer Energie spart, stärkt Deutschlands Unabhängigkeit.“ So steht es auf Motiv 1 der neuen Energiewechsel-Kampagne des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Raus aus den Fossilen, rein in die Erneuerbaren und bis dahin: Energie sparen, wo immer es geht. Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde zählt. Für die Versorgungssicherheit, fürs Klima – und vor allem für euer Portemonnaie. Denn die Lage an den Energiemärkten ist angespannt, das kann niemand schönreden. Auch wenn es mitten im Sommer schwerfallen mag, angesichts steigender Strom- und vor allem Gaspreise ist jetzt die Zeit, an den Winter zu denken. Wie steht es z. B. um die Wärmedämmung von Fassade, Dach oder Keller? Wir klären euch über die Vorteile beim Thema „Haus dämmen" auf und sagen euch, wie ihr Wärmeverluste erkennt und vermeidet.

Wärmedämmung und Isolierung: Wie bereite ich mich auf den Winter vor?

Energieverbrauch der Haushalte

Mit Blick auf den durchschnittlichen Energieverbrauch wird eins schnell klar: Den Löwenanteil macht immer noch unsere Heizung aus. Mehr als 40 % der Energie, die wir nutzen, wird verheizt – und oft unnötig verschwendet. Denn häufig kann die erzeugte Wärme quasi unbemerkt aus unserem Zuhause entweichen. Sei es durch den Türschlitz, schlecht isolierte Fenster oder eine fehlende Wärmedämmung. Und das bleibt nicht ohne Folgen für die Heizkosten. 

Niemand kann aktuell eine verlässliche Aussage über die langfristige Marktentwicklung treffen. Die insgesamt deutlich höheren Lebenshaltungskosten können im Herbst und Winter zu einer immer stärkeren Belastung werden. Und nicht zuletzt die Ausrufung der zweiten Stufe im Notfallplan Gas ist ein eindringliches Signal: Es gilt, soviel (fossile) Energie wie möglich einzusparen. Gerade beim Heizen sind große Sparpotenziale zu erwarten.

Energieverbrauch der Haushalte

Effizienter heizen dank Wärmedämmung

Energie- und Heizkosten eines Hauses lassen sich durch eine gute Wärmedämmung senken. Klar, nicht alle Häuser sind gleich gut isoliert. Aber vor allem wenn euer Haus schon älter ist, solltet ihr die Dämmung von Fassade und Dach ins Visier nehmen und die negativen Folgen einer schlechten Dämmung minimieren. Wie? Denkt doch mal zurück an den letzten Schnee. Neben Schimmelbildung kann auch Schnee auf dem Dach ein guter Indikator sein. Eine geschlossene Schneedecke spricht für eine gute Dachdämmung, während schmelzender Schnee eine schlechte enttarnt. Grund dafür ist der Wärmeaustausch zwischen außen und innen. Dringt Wärme von innen durch das Dach, beginnt der Schnee darauf zu tauen.
Nun hat es auch in diesem Jahr nicht in allen Regionen geschneit. Und nicht immer bildet sich bei einer schlechten Wärmeisolierung Schimmel. Was dann? Solltet ihr ein Haus oder eine Wohnung besitzen, vermittelt euch eine thermografische Prüfung ein klares Bild über den Zustand der Wärmedämmung des Gebäudes. Per Wärmebildkamera, die die Oberflächentemperatur von Objekten erkennt, lässt sich ermitteln, wie viel Wärme durch eine schlechte Wärmeisolierung entweicht. Das entstandene Wärmebild zeigt genau, an welchen Stellen eures Hauses Wärmeverluste entstehen und wo nachgebessert werden sollte.

Wärmeverluste erkennen und vermeiden

Zugegeben, erst in der kalten Jahreszeit bieten sich richtig gute Bedingungen, um Dach und Fassade gründlich ‚röntgen‘ zu lassen. Wenn ihr allerdings schon seit der letzten Heizperiode berechtigte Zweifel an der Dämmung habt, solltet ihr aktiv werden. Hinweise liefern auch ein großer Temperaturunterschied in ähnlich beheizten Räumen sowie feuchte und kalte Wände. Diese entstehen immer dann, wenn lokal eine besonders hohe Wärmeabgabe auftritt: Die ausgekühlten Flächen begünstigen die Kondensation von Wasser.
Auch Zugluft deutet auf unnötige Wärmeverluste hin. Stellt unter Aufsicht einfach eine brennende Kerze auf. Die Bewegungen der Flamme helfen euch herauszufinden, woher die Zugluft kommt. Sind es die Fenster? Dann zieht für einen möglichen Tausch eine Expertenmeinung zurate. Damit die Feuchtigkeit aus der Raumluft später nicht an anderer Stelle der Wand kondensiert, sollte ein Fenstertausch nicht ohne Berücksichtigung der Wärmedämmung stattfinden. Und, last but not least, ist es wichtig, in diesem Zusammenhang auch eure Rollläden zu checken. Viele alte Rollladenkästen lassen sich übrigens nachträglich dämmen. Bei Mietshäusern bitte nicht vergessen: Vermieter fragen!

Was spricht dafür, das Haus zu dämmen?

Grundlegend gibt der Energieausweis Auskunft über den Wärmebedarf einer Immobilie. Die Frage, ob eine Wärmedämmung im Haus sinnvoll ist, stellt sich bei vielen Wohngebäuden gar nicht erst. Denn das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt für einige Häuser eine Dämmung sogar vor – für alle, die ein Haus besitzen, ebenso wie für Wohnungseigentümergemeinschaften. Die Gründe dafür liegen auf der Hand:

  • Energieverluste reduzieren: Schlecht oder unzureichend gedämmte Häuser sind im Winter wahre Energiefresser. Diese warm zu halten ist vergleichsweise aufwendig, teuer und vor allem klimaschädlich.
  • Schutz vor Temperaturschwankungen: Eine gute Wärmedämmung reduziert die Auswirkungen von Temperaturschwankungen auf das Raumklima. Denn wenn die Wände in der kalten Jahreszeit nicht so stark abkühlen, kondensiert weniger Feuchtigkeit aus der Luft. Dadurch verringert sich das Risiko eines Schimmelbefalls.
  • Klimaschutz: Je besser euer Haus isoliert wird, desto weniger CO2-Emissionen werden beim Heizen freigesetzt. Gleichzeitig werden endliche Ressourcen wie Erdgas und Erdöl geschont.
  • Wertsteigerung: Durch eine Wärmeisolierung wird eure Immobilie zukunftsfähig, da zum einen die Bausubstanz dauerhaft geschützt wird und zum anderen die Verbrauchswerte niedrig bleiben. Auch wenn der Verkauf für euch nicht infrage kommt, so steigert ihr mit dieser Maßnahme den Wiederverkaufswert oder könnt die Immobilie zu einem höheren Preis vermieten.

Verbesserter Wärmeschutz ist übrigens auch im Fokus des viel diskutierten Vorschlags einer umfassenden Sanierungspflicht seitens der EU-Kommission. Denn unzureichend wärmegedämmte Gebäude sind nicht nur kostenintensiv, sie tragen auch erheblich zum CO2-Ausstoß bei. Kurz: Brüssel möchte beim Thema Gebäudesanierung den Turbo anwerfen, besonders energiefressende Häuser sollen schnell einen Mindeststandard erreichen. Die Pläne könnt ihr im Detail auf der Webseite der Europäischen Union nachlesen. In Deutschland ist noch in diesem Jahr ein Update des Gebäudeenergiegesetzes geplant. Unter anderem soll damit ab 2023 der gesetzliche Mindesteffizienzstandard im Neubau auf die Effizienzklasse EH 55 angehoben werden, um den Wärmebedarf weiter zu senken. Auch beim Thema Heizungstausch müsst ihr euch auf neue Regeln einstellen. Der Plan sieht vor, dass ab 2024 jede neu eingebaute oder ausgetauschte Heizung mindestens 65 % erneuerbare Energien nutzt. Über die Umsetzung der Entwürfe halten wir euch natürlich auf dem Laufenden.

Fördergelder nutzen

Eine Wärmedämmung im Haus – doch wo anfangen? Unser Tipp: Macht euch auf alle Fälle schlau, welche Förderungen ihr in Anspruch nehmen könnt. Auch in diesem Thema ist viel Bewegung und up to date Infos sind das A und O. Hier unterstützt euch beispielsweise unsere kostenlose Fördermittelauskunft oder der Verein Energiepunkt FrankfurtRheinMain e. V., der euch unabhängig zu Energiethemen berät. Auch das Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main gibt euch hilfreiche Informationen an die Hand und beantwortet Fragen wie: Welche Fördermittel und Zuschüsse sind wesentlich? Bei welchen Stellen müssen diese beantragt werden? Was gilt es zu beachten? Mehr Informationen erhaltet ihr im offiziellen Stadtportal.

Wärmedämmung? Lohnt sich!

Spürbar mehr Wohnkomfort bei geringeren Heizkosten, eine Wärmedämmung ist eine Investition, die sich ökologisch wie auch finanziell lohnt. Das Gute daran: Die Anschaffungskosten werden über die Jahre hinweg durch die Einsparungen beim Heizen kompensiert. Wie lange dies dauert, hängt natürlich auch von der jeweiligen Dämmung ab. Und davon, welche Flächen ihr im Haus dämmen möchtet. Aber auch schon kleinere Schritte helfen euch dabei, Heizkosten zu minimieren. Macht doch einfach mal den Check und begebt euch auf Fehlersuche. Ihr werdet den Unterschied merken! Übrigens, gut gedämmte Gebäude helfen auch im Sommer, denn sie heizen sich nicht so schnell auf!

Simple Heiztipps für den Winter

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Beim Energiesparen zählt jedes Detail. Schon kleine Unachtsamkeiten kosten euch wertvolle Raumwärme. Wie gut, dass ihr viele davon direkt beseitigen könnt. Vom richtigen Lüften über die Platzierung eurer Möbel bis zum smarten Thermostatventil und hydraulischen Abgleich: Wir haben die wichtigsten Tipps für euch gesammelt, damit ihr im Winter eure Heizkosten effektiv senken könnt.

Praktische Heiztipps zum Gassparen

Ihr wollt noch mehr erfahren? Sehr gut! Viele weitere Tipps rund ums Stromsparen im Haushalt findet ihr hier im Blog. Zudem versorgen wir euch in regelmäßigen Abständen mit wertvollen Infos und Tipps rund um Nachhaltigkeit, E-Mobilität und Co. Immer auf dem Laufenden bleibt ihr mit uns auf Instagram. Folgt uns jetzt! #gemeinsamfürdenklimaschutz #energiewende

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