Wärmedämmung und richtiges Heizen: So senkt ihr eure Heizkosten

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21.10.2021

Frau mit Rollkragen

Autor: Mainova Redaktion

Klopf, klopf! Der Winter steht vor der Tür. Und während unsere Heizkörper gegen die Kälte ankämpfen, verschafft diese sich viel zu oft unbemerkt Zugang in unsere Räume. Durch Schlitze, Wände oder gekippte Fenster. Das kostet unnötig Geld und schadet der Umwelt. Dabei könnt ihr schon mit einfachen Tipps eure Heizkosten kurzfristig senken. Langfristig lohnt sich eine Wärmedämmung von Fassade, Dach oder Keller. Wir sagen euch, wie ihr euer Heizverhalten nachhaltig ändert und klären euch über die Vorteile beim Thema "Haus dämmen" auf.

Heiztipps und Wärmedämmung: Wie fange ich an?

Energieverbrauch der Haushalte

Mit Blick auf den durchschnittlichen Energieverbrauch im Winter wird eins schnell klar: Den Löwenanteil macht mit Abstand unsere Heizung aus. Fast die Hälfte der Energie, die wir nutzen, wird verheizt – und oft unnötig verschwendet. Denn häufig kann die erzeugte Wärme quasi unbemerkt aus unserem Zuhause entweichen. Sei es durch den Türschlitz, schlecht isolierte Fenster oder eine fehlende Wärmedämmung. Die Liste ist lang und das Erstaunen groß, wenn die Heizkostenabrechnung mal wieder alle Erwartungen übersteigt. Klar also, dass beim Heizen die größten Potenziale zu erwarten sind, wenn wir Energiekosten einsparen wollen. Welchen Aufwand ihr hierbei betreiben wollt, liegt ganz bei euch.

Energieverbrauch der Haushalte

Fünf simple Heiztipps, die sofort wirken

Sie lauern überall – kleine Unachtsamkeiten, die euch wertvolle Raumwärme kosten. Wie gut, dass ihr diese direkt beseitigen könnt und am Ende Heizkosten spart. Diese fünf Tipps lassen sich direkt ohne größeren Aufwand umsetzen:

  • Heizkörper entlüften: Er gluckert und wird auf höchster Stufe trotzdem nicht richtig warm? Klarer Fall: Luftblasen sind im Heizkörper! Und diese verhindern die Wärmezirkulation des Heizwassers. Nun seid ihr gefragt. Entlüftet eure Heizkörper einfach mit einem Heizungsschlüssel. Stellt dabei am besten einen Becher drunter, um eventuell auslaufendes Heizwasser aufzufangen. Prüft anschließend die Heizwassermenge eurer Heizung, diese darf nicht zu gering sein!
  • Wärmestau vermeiden: Wird die Heizung etwa von einem Sofa oder Vorhang verdeckt, heizt sich der Raum nicht richtig auf. Stattdessen staut sich die Wärme. Lasst deshalb einen Abstand zwischen Heizkörper und Möbelstück – mindestens 20 cm sollten es schon sein.
  • Fenster abdichten: Zieht’s? Dann könnte euer Fenster der Grund dafür sein. Zugige Ritzen könnt ihr ganz leicht mit einem passenden Fugendichtband abdichten.
  • Programmierbares Thermostatventil anbringen: Ein weiterer Schritt in Richtung Smart Home! Mit einem programmierbaren Thermostatventil lässt sich eure Heizung flexibel auf euren Bedarf einstellen. So könnt ihr z. B. die Heizleistung reduzieren, wenn ihr außer Haus seid, und abends wieder erhöhen. Alles vollautomatisch.
  • Regelmäßig lüften: Duschen, kochen, aber auch Zimmerpflanzen sind Faktoren, die die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen und im schlimmsten Fall zu Schimmel führen. Abhilfe schafft regelmäßiges Lüften – etwa alle zwei Stunden für fünf Minuten.

Effizienter heizen dank Wärmedämmung

Alle Tipps befolgt und dennoch steigen die Heizkosten? Dann könnte die Dämmung von Fassade und Dach das Problem sein. Denn nicht alle Häuser sind gleich gut isoliert. Vor allem, wenn euer Haus schon älter ist. Besonders jetzt im Winter spürt ihr die negativen Folgen einer schlechten Dämmung. Neben Schimmelbildung oder unangenehmer Zugluft kann z. B. auch Schnee auf dem Dach ein guter Indikator sein. Eine geschlossene Schneedecke spricht für eine gute Dachdämmung, während schmelzender Schnee eine schlechte enttarnt. Grund dafür ist der Wärmeaustausch zwischen außen und innen. Dringt Wärme von innen durch das Dach, beginnt der Schnee darauf zu tauen.

Nun fällt nicht in allen Regionen Schnee. Und nicht immer bildet sich bei einer schlechten Wärmeisolierung Schimmel. Was dann? Solltet ihr ein Haus oder eine Wohnung besitzen, vermittelt euch eine thermografische Prüfung ein klares Bild über den Zustand der Wärmedämmung des Gebäudes. Gerade die kalte Jahreszeit bietet dafür beste Bedingungen, um Dach und Fassade einmal gründlich ‚röntgen‘ zu lassen. Per Wärmebildkamera, die die Oberflächentemperatur von Objekten erkennt, lässt sich im Winter ermitteln, wie viel Wärme durch eine schlechte Wärmeisolierung entweicht. Das entstandene Wärmebild zeigt genau, an welchen Stellen eures Hauses Wärmeverluste entstehen und wo nachgebessert werden sollte.

Was spricht dafür, das Haus zu dämmen?

Grundlegend gibt der Energieausweis Auskunft über den Wärmebedarf einer Immobilie. Die Frage, ob eine Wärmedämmung im Haus sinnvoll ist, stellt sich bei vielen Wohngebäuden gar nicht erst. Denn das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt für einige Häuser eine Dämmung sogar vor – für alle, die ein Haus besitzen, ebenso wie für Wohnungseigentümergemeinschaften. Die Gründe dafür liegen auf der Hand:

  • Energieverluste reduzieren: Schlecht oder unzureichend gedämmte Häuser sind im Winter wahre Energiefresser. Diese warm zu halten ist vergleichsweise aufwendig, teuer und vor allem klimaschädlich.
  • Schutz vor Temperaturschwankungen: Eine gute Wärmedämmung reduziert die Auswirkungen von Temperaturschwankungen auf das Raumklima. Denn wenn die Wände in der kalten Jahreszeit nicht so stark abkühlen, kondensiert weniger Feuchtigkeit aus der Luft. Dadurch verringert sich das Risiko eines Schimmelbefalls.
  • Klimaschutz: Je besser euer Haus isoliert wird, desto weniger CO2-Emissionen werden beim Heizen freigesetzt. Gleichzeitig werden endliche Ressourcen wie Erdgas und Erdöl geschont.
  • Wertsteigerung: Durch eine Wärmeisolierung wird eure Immobilie zukunftsfähig, da zum einen die Bausubstanz dauerhaft geschützt wird und zum anderen die Verbrauchswerte niedrig bleiben. Auch wenn der Verkauf für euch nicht infrage kommt, so steigert ihr mit dieser Maßnahme den Wiederverkaufswert oder könnt die Immobilie zu einem höheren Preis vermieten.

Fördergelder nutzen

Eine Wärmedämmung im Haus will gut geplant sein. Doch wo anfangen? Unser Tipp: Macht euch erst einmal schlau, welche Förderungen ihr in Anspruch nehmen könnt. Hier unterstützt euch beispielsweise unsere kostenlose Fördermittelauskunft oder der Verein Energiepunkt FrankfurtRheinMain e. V., der euch unabhängig zu Energiethemen berät. Auch das Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main gibt euch hilfreiche Informationen an die Hand und beantwortet Fragen wie: Welche Fördermittel und Zuschüsse sind wesentlich? Bei welchen Stellen müssen diese beantragt werden? Was gilt es zu beachten? Mehr Informationen erhaltet ihr im offiziellen Stadtportal.


Wärmedämmung? Lohnt sich!

Spürbar mehr Wohnkomfort bei geringeren Heizkosten – eine Wärmedämmung ist eine Investition, die sich ökologisch wie auch finanziell lohnt. Das Gute daran: Die Anschaffungskosten werden über die Jahre hinweg durch die Einsparungen beim Heizen kompensiert. Wie lange dies dauert, hängt natürlich auch von der jeweiligen Dämmung ab. Und davon, welche Flächen ihr im Haus dämmen möchtet. Aber auch schon kleinere Schritte helfen euch dabei, Heizkosten zu minimieren. Macht doch einfach mal den Check und begebt euch auf Fehlersuche. Eins ist klar: Ihr werdet den Unterschied merken! Übrigens, gut gedämmte Gebäude helfen auch im Sommer, denn sie heizen sich nicht so schnell auf!

Ihr wollt in puncto Energiesparen noch mehr erfahren? Sehr gut! Weitere Tipps findet ihr hier. Zudem versorgen wir euch in regelmäßigen Abständen mit wertvollen Infos und Tipps rund um Nachhaltigkeit, E-Mobilität und Co. Immer auf dem Laufenden bleibt ihr mit uns auf Instagram. Folgt uns jetzt! #gemeinsamfürdenklimaschutz #energiewende

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