Strom selbst erzeugen: von der Solarförderung bis zur passenden Dachanlage

Energie und Kosten sparen

06.08.2026

8 Minuten

Es gibt viele gute Gründe für eine Solaranlage – aber bei der Planung auch einige Punkte zu beachten! Gerade mit Blick auf ein mögliches Aus der festen Solarförderung rücken Eigenverbrauch und Speicher noch stärker in den Fokus. Daher kommt jetzt ein umfassendes Solar-Update.

Erstellt von Mainova Redaktion

Junger Mann mit Arbeitshandschuhen sitzt auf einem Balkon mit drei großen Solarpanelen

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Aktuelle Energiethemen und Tipps aus erster Hand: Im Mainova Blog möchten wir unser Wissen teilen, für Transparenz sorgen und euch mit zukunftsfähigen Ideen und Lösungen unterstützen. In diesem Zusammenhang ist die Erzeugung von Sonnenstrom auf dem eigenen Dach ein hochspannendes Thema. „Wie findet man eine passende Solaranlage?“, „Wann endet die EEG-Förderung für neue Anlagen?“ oder „Was ist das Solarspitzengesetz und wie wirkt es sich aus?“ sind nur einige Fragen, die potenzielle PV-Nutzer umtreiben. Daher geben wir euch jetzt ein größeres Solar-Update.

Photovoltaik in Deutschland

Regenerative Energiequellen nutzen, Netzstromkosten sparen, unabhängiger werden – immer mehr Haushalte und Unternehmen setzen auf die Sonne, um Strom selbst zu erzeugen. Neben Windkraft ist Solar ein fester Bestandteil der Energiewende. In 4 Jahren sollen 80 % unseres Stroms aus erneuerbaren Energien kommen, so die politische Zielsetzung.
Und wo stehen wir jetzt? Laut BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. lag der EE-Anteil am Bruttostromverbrauch 2025 bei gut 56 %. Vor allem die PV-Erzeugung konnte erneut zulegen und mit +21 % das Vorjahresergebnis klar übertreffen. Auf der Webseite heißt es konkret:

[…] Im Jahr 2025 wurden voraussichtlich 17,7 GW Photovoltaik (PV) installiert. Bis Ende 2026 fehlen damit nur noch weitere 10 GW, um den Zielwert für 2026 zu erfüllen. […] Im laufenden Jahr wurden bereits 6,7 GW PV registriert, damit läuft der Zubau in diesem Jahr in ähnlich hohem Tempo wie in den letzten zwei Jahren. […]“

Quelle: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.: Spotlight Erneuerbare Stromerzeugung: Die wichtigsten Kennzahlen; Stand: 25. Juni 2026

 

So könnt ihr Strom selbst erzeugen und effizient nutzen

Als führender regionaler Energiedienstleister in Frankfurt stehen wir nicht nur für eine verlässliche Versorgung, sondern auch für großes Know-how rund um passende PV-, Heiz- und Mobilitätslösungen. Damit euer Solarprojekt ein Erfolg wird, geben wir euch wertvolle Tipps mit auf den Planungsweg.

Solarmodule werden von Arbeiter installiert

Wie groß eine Solaranlage sein kann, hängt zuerst von der verfügbaren PV-Dachfläche ab. Die südliche, östliche und westliche Seite eignen sich fast immer. Je größer die nach Süden gerichtete Fläche, desto größer der Ertrag. Für eine besonders effiziente Nutzung kombiniert ihr am besten einen Batteriespeicher: mehr PV-Eigenverbrauch, mehr Ersparnis bei den Stromkosten. Der Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des selbstverbrauchten Stroms am gesamt produzierten Solarstrom. Mit einem Speicher könnt ihr euren Autarkiegrad auf bis zu 70 % treiben. Gerade für PV-Anlagen, die unter das Solarspitzengesetz fallen, sind Stromspeicher beinahe unverzichtbar. Sie werden umso wichtiger, sollte die garantierte Solarförderung für neue Solaranlagen tatsächlich abgeschafft werden.
Unser Tipp: Ihr wollt abschätzen, was Photovoltaikanlage und Stromspeicher imstande sind zu leisten? Dann nutzt den Unabhängigkeitsrechner der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin für einen guten ersten Eindruck.

Unabhängigkeitsrechner ausprobieren

Wann endet die EEG-Förderung für neue Anlagen?

Was aktuell gilt: Wenn ihr Solarstrom ins öffentliche Netz einspeist, gibt’s dafür Geld vom Staat – 20 Jahre lang. Diese Einspeisevergütung ist Teil des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (kurz: EEG), das die Einspeisetarife für Energieerzeuger festlegt. Der Einspeisevertrag wird immer mit dem örtlichen Netzbetreiber geschlossen.

Solarförderung: die feste Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen

Anlagengröße bis 10 kWpEEG-Fördersatz TeileinspeisungEEG-Fördersatz Volleinspeisung
Inbetriebnahme: 01.08.2026 bis 31.01.20277,70 ct/kWh12,22 ct/kWh
Inbetriebnahme: 01.02.2026 bis 31.07.20267,78 ct/kWh12,34 ct/kWh
Inbetriebnahme: 01.08.2025 bis 31.01.20267,86 ct/kWh12,47 ct/kWh
  • Teileinspeisung bedeutet, dass ihr einen Teil des Sonnenstroms im Alltag nutzt und nur den überschüssigen PV-Strom einspeist und vergütet bekommt.
  • Volleinspeisung bedeutet, dass euer Solarstrom vollständig ins öffentliche Netz fließt und nach dem jeweils geltenden Fördersatz vergütet wird.

Hinweis zu Ü20-Anlagen: Wenn Anlagen nach 20 Jahren aus der EEG-Förderung herausfallen, profitiert ihr – Stand jetzt – bis Ende 2032 von der Einspeisevergütung zum Jahresmarktwert Solar. Dabei handelt es sich um den durchschnittlichen Preis, den Solarstrom im Jahr zuvor an der Strombörse erzielt hat. Mehr Infos findet ihr zum Beispiel auf der Homepage der Verbraucherzentrale.

Feste EEG-Einspeisevergütung vor dem Aus?

Was sich für neue Solaranlagen ändern könnte: Im Frühjahr hat ein erster Entwurf der EEG-Novelle 2027 hohe Wellen geschlagen. Der Gesetzgeber plant die Abschaffung der staatlichen Einspeisevergütung für alle Neuanlagen unter 25 kWp Leistung. Der Strom müsste dann stärker selbst verbraucht oder über einen Dienstleister zum jeweils gültigen Marktpreis an der Strombörse verkauft werden. Dieses Prinzip nennt man Direktvermarktung. Mitte Juli wurde bekannt, dass für betroffene Neuanlagen jedoch eine zeitlich befristete Übergangszahlung angedacht ist. Eine Art Puffer für den reibungslosen Wechsel, gefolgt von einem Direktvermarktungsbonus. Das Kabinett hat den EEG-Entwurf Ende Juli abgesegnet. Nun gilt es, den Verlauf und Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens abzuwarten. Wer aber auf Nummer sicher gehen möchte, sollte schnell sein, um die aktuellen EEG-Fördersätze zu bekommen. Informiert euch regelmäßig rund um Gesetzesänderungen und lasst euch bei eurem Solarprojekt kompetent beraten.

Weshalb die Einspeisevergütung abgeschafft werden soll

Im Kontext der Pläne fällt oft das Wort „Netzdienlichkeit“: Denn der starke Solarzubau führt zeitweise dazu, dass mehr Sonnenstrom ins Netz fließt, als genutzt werden kann. Dann ist in den Stromnetzen schlicht kein Platz mehr, um es vereinfacht zu sagen. Und Entlastungsmaßnahmen kosten Geld. Temporäre Erzeugungsüberschüsse zeigen sich besonders an der Börse. Teils entsteht sogar ein negativer Preis, da das Überangebot die Nachfrage übersteigt. Stromerzeugung und -verbrauch sind nicht synchron, die staatliche Einspeisevergütung wird dennoch gezahlt. Daher sollen Anreize zum Eigenverbrauch und Marktmechanismen stärker in den Mittelpunkt rücken.

Lohnt sich eine neue PV-Anlage ohne Einspeisevergütung?

Photovoltaik ist eine etablierte Energielösung, die auch ohne klassische Einspeisevergütung in vielerlei Hinsicht attraktiv bleibt.

  • Laut BDEW-Strompreisanalyse lag der durchschnittliche Strompreis für Haushalte 2025 bei 39,3 ct/kWh. 2015 waren es noch 29,6 ct/kWh (Jahresverbrauch: 3.500 kWh; Stand: 15. April 2026). Jede Kilowattstunde Sonnenstrom spart klassischen Netzstrom ein.
  • Die garantierte Solarförderung ist schon heute niedriger als noch vor einigen Jahren; sie sinkt alle 6 Monate.
  • Die Solartechnik hat sich weiterentwickelt; moderne Hochleistungsanlagen kosten weniger.
  • Ein Schlüssel für die Wirtschaftlichkeit ist ein hoher Eigenverbrauch. Passend dimensionierte Stromspeicher sind State of the Art.
  • Hürden für die Strom-Direktvermarktung sollen weiter abgebaut, notwendige Strukturen zügig verbessert werden.
  • Stichwort: Heizvorgaben. Wenn ihr die Heizung auf elektrische Wärmeerzeugung umstellt, wird aus Photovoltaik plus Speicher und einer Wärmepumpe ein zukunftssicheres Energiesystem.
  • Blick in die Zukunft: Seit Kurzem erlaubt das Energiewirtschaftsgesetz es auch, Solarstrom mit Nachbarn zu teilen; die technische Umsetzung läuft jedoch erst an.

Photovoltaik für zu Hause

Es gibt viele gute Gründe, Strom selbst zu erzeugen: Leistungsstarke PV-Module auf dem Hausdach und ein passender Stromspeicher senken die Energiekosten und steigern den Wert der Immobilie.

PV-Strom selbst erzeugen

Weitere Förderoptionen für Solar

Die Anschaffung eurer PV-Anlage wird derzeit unterstützt durch den zinsgünstigen KfW-Förderkredit 270. Einige Bundesländer haben regionale Förderprogramme aufgelegt. Für Hessen empfehlen wir euch die Fördermittelberatung der LandesEnergieAgentur (LEA). Hinweis: Förderprogramme können sich ändern. Eine Gewähr für die Aktualität und Vollständigkeit können wir nicht übernehmen. Verbindliche Informationen erhaltet ihr ausschließlich bei der jeweils zuständigen Förderstelle.

Das Solarspitzengesetz 2025 kurz erklärt

Das Thema Einspeisevergütung bringt uns zum Solarspitzengesetz, das am 25. Februar 2025 in Kraft getreten ist. Es gilt für neue Solaranlagen ab 2 kW, die seither in Betrieb genommen werden, und brachte bereits Einschnitte bei der Vergütung. Auch hier geht es im Kern darum, Energie intelligent zu managen und die Stromnetze zu entlasten, wenn besonders viel Sonnenstrom erzeugt wird. Vom Solarspitzengesetz unberührt sind Balkonkraftwerke unter 2 kW und Anlagen in der Direktvermarktung. Altanlagen haben Bestandsschutz.

So wirken sich Änderungen durch das Solarspitzengesetz aus

  • Wenn der Strompreis an der Börse ins Negative fällt, erhalten neue PV-Anlagen in jenen Stunden keine Vergütung mehr für den eingespeisten Strom. Dafür wird die 20-jährige EEG-Förderdauer der Anlage entsprechend verlängert, der Vergütungsausfall also ausgeglichen. Wichtig: Die Regelung kommt erst ab Einbau eines intelligenten Messsystems, einem sogenannten Smart Meter, zur Anwendung.
  • Bei Anlagen ab 7 kW Leistung ist der Messstellenbetreiber verpflichtet, ein Smart Meter und eine Steuerbox bei euch einzubauen. Bei Anlagen zwischen 2 kW und 7 kW muss der Messstellenbetreiber explizit beauftragt werden, da es kein sogenannter Pflichteinbaufall ist.
  • Bis Smart Meter und die daran gekoppelte Steuerbox verbaut und getestet sind, darf die Einspeiseleistung nur 60 % der installierten Leistung betragen. Für Anlagen zwischen 25 und 100 kW ist bis zum Einbau der Technik zusätzlich eine Fernsteuerbarkeit etwa über einen Rundsteuerempfänger Pflicht. Bitte beachtet: Die Begrenzung betrifft die maximale Wirkleistung (bei einer Anlage mit 10 kWp also maximal 6 kW Einspeiseleistung). Sie gilt nicht für die gesamte erzeugte Strommenge, sondern nur für Einspeisespitzen an sonnigen Tagen. Überschüssigen Strom könnt ihr weiter selbst verbrauchen oder speichern.
  • Die Direktvermarktung von Solarstrom wird einfacher. Anlagen bis 100 kW können ihren Strom mit weniger bürokratischem Aufwand freiwillig an der Strombörse verkaufen.

Was bringt ein Batteriespeicher?

Das Solarspitzengesetz klingt kompliziert, ist aber eine Chance für alle, die einen Stromspeicher besitzen oder nachrüsten. Der Batteriespeicher hilft dabei, Stromüberschüsse selbst zu nutzen, statt sie ins Netz einzuspeisen. Vor allem dann, wenn gerade keine Einspeisevergütung gezahlt wird. Künftig kann auch günstig eingekaufter Netzstrom gespeichert und bei höheren Preisen wieder verwendet oder verkauft werden. Das gezielte Managen und Steuern optimiert also die Nutzung eures Solarstroms. Mehr Infos zum Solarspitzengesetz findet ihr beispielsweise im Energieberatungsportal co2online.

co2online: das Solarspitzengesetz im Detail

So plant ihr eine Solaranlage fürs Haus

Anlagengröße, Speichersystem, Lastmanagement oder Direktvermarktung müssen von Anfang an durchdacht sein – nicht nachträglich. Stellt euch vorab grundlegende Fragen:

  1. Wie steht‘s um mein Dach? Hier geht es unter anderem um Ausrichtung, Neigungswinkel, Randabstände, Statik und Tragfähigkeit. Zieht bei Zweifeln einen Dachdecker hinzu.
  2. Kann ich mein Verbrauchsverhalten ändern und Waschmaschine, Trockner & Co an die Ertragskurve der PV-Anlage anpassen? Tipp: Informiert euch über smartes Energiemanagement. HEMS-Lösungen entwickeln sich rasant.
  3. Möchte ich in Zukunft weitere Großverbraucher (zum Beispiel eine Wärmepumpe) anschaffen oder zu Hause laden?
  4. Bin ich up to date, was Gesetze und Förderoptionen angeht?
  5. Habe ich den richtigen Experten an der Seite, der mich kompetent berät und sich um die Umsetzung kümmert?

Ihr wollt euer PV-Projekt starten? Von der Detailplanung über die fachgerechte Installation bis hin zum Service – unterstützt werdet ihr von unseren starken Fachpartnern aus der Region.

Solaranlagen vorschriftsmäßig anmelden

Jede mit dem Stromnetz verbundene neue Solaranlage muss vor Inbetriebnahme beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden. Das dient insbesondere der Netzsicherheit und -stabilität. Bei unserem Tochterunternehmen NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH funktioniert die Anmeldung bequem online.

NRM-Netzportal: Anmeldeprozess PV-Anlagen

Noch mehr Infos rund um Solarthemen, E-Mobilität oder unser regionales Engagement findet ihr immer hier im Blog sowie auf unseren Social-Media-Kanälen.
 

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