Strompreis-Zusammensetzung

Netzentgelte, EEG-Umlage und mehr: Wir beantworten Ihre Fragen rund um die Zusammensetzung des Strompreises.

Abwehrschirm über 200 Milliarden Euro

Die Preise für Energie müssen runter – „das ist unsere ganz entschiedene Überzeugung, dafür wird die Bundesregierung alles tun“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz. Gemeinsam mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Bundesfinanzminister Christian Lindner kündigte er am 29. September einen wirtschaftlichen Abwehrschirm gegen die Folgen des russischen Angriffskrieges an, der die steigenden Energiekosten und die schwersten Folgen für die Verbraucherinnen und Verbraucher und die Unternehmen abfedern soll.

Neben der Strompreisbremse, die gerade vorbereitet wird, wird die Bundesregierung dazu eine Gaspreisbremse einführen. Eine Kommission wird in kürzester Zeit konkrete Vorschläge dazu machen. Auf die geplante Gasbeschaffungsumlage wird die Bundesregierung verzichten. Sie werde durch die direkte Unterstützung vor allem von drei Unternehmen der Energieversorgung nicht mehr gebraucht, so der Kanzler. Webseite der Bundesregierung

Ermäßigter Steuersatz für Gas

Der Bundestag hat am 30.September mit breiter Mehrheit einen Gesetzentwurf von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP beschlossen, den Umsatzsteuersatz auf die Lieferung von Gas über das Erdgasnetz vorübergehend von 19% auf 7% zu reduzieren. Webseite des Bundestages

Selbstverständlich setzen wir alle Änderungen bezüglich dieser Preisbestandteile um.

Sobald wir detaillierte Informationen zur Ausgestaltung der Strom- bzw. Gaspreisbremse haben, erfahren Sie diese zeitnah auf unserer Webseite.

So setzt sich der Strompreis zusammen

Die Kosten für Ihren Strom werden in Grundpreis und Arbeitspreis eingeteilt. Den festen Grundpreis erheben wir für die Bereitstellung des Stroms. Der Arbeitspreis (in Cent pro kWh Strom) hingegen deckt die variablen Kosten – und steht somit in direktem Zusammenhang mit Ihrem persönlichen Stromverbrauch.

Aber was steckt alles im Strompreis? Der Strompreis in Deutschland setzt sich aus drei Teilen zusammen. Ein Anteil entfällt dabei auf die staatlich veranlassten Steuern, Abgaben und Umlagen. Zusammen mit den behördlich festgelegten Netzentgelten (Gebühr für die Nutzung der Stromnetze sowie die Messung des Verbrauchs) machen sie knapp zwei Drittel des Strompreises aus. Der verbleibende Teil entfällt auf die Kosten für Beschaffung, Vertrieb und Abrechnung.


Zusammensetzung des Mainova Classic Stromtarifs

Mainova Strom Classic, Grundpreis 71,40 €/Jahr, Arbeitspreis 28,18 ct/kWh, Abnahmefall: 2.500 kWh/a (brutto).


In den letzten Monaten ist der Anteil der Beschaffungskosten deutlich gestiegen. Hintergrundinformationen finden Sie auf „Energiemarkt in Bewegung“

Steuern, Umlagen, Erneuerbare-Energien-Gesetz

Ob eine Strompreiserhöhung ansteht oder nicht, hängt also stark vom Kostenblock der Steuern und Umlagen ab – und vom geplanten Netzausbau im Rahmen der Energiewende. Nur so erreicht genug Strom aus erneuerbaren Energien Ihre Steckdose. Auch die erwartete Steigerung des Energiebedarfs spielt daher eine Rolle. Abhängig von Ihrem Wohnort entstehen unterschiedliche Kosten für die Belieferung, beispielsweise durch regional variierende Netzentgelte.

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Steuern und Umlagen auf Strom zusammengestellt.

2021 (ct/kWh)

bis
30.06.2022 (ct/kWh)

ab
1.07.2022 (
ct/kWh)

Umlage nach Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

6,500

3,723

0,00

Stromsteuer

2,050

2,050

2,050

Umlage nach § 17f Energie-Wirtschaftsgesetz (Offshore-Netzumlage)

0,395

0,419

0,419

Umlage nach Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G)

0,254

0,378

0,378

Umlage nach § 19 Abs. 2 Stromnetz-Entgeltverordnung (StromNEV)

0,432

0,437

0,437

Umlage nach Abschaltbare-Lasten-Verordnung (AbLaV)

0,009

0,003

0,003

Summe (exklusive aktuell geltender MwSt.)9,640

7,010

3,287

Die Angaben zur Höhe der Steuern und Umlagen entsprechen dem Stand vom 13. Mai 2022 und erfolgen ohne Gewähr. Die jeweils aktuellen Höhen können Sie online auf der gemeinsamen Website der vier Übertragungsnetzbetreiber – also den Betreibern des Stromnetzes – einsehen (www.netztransparenz.de). Die Höhe der Konzessionsabgabe bestimmt jede Kommune selbst; der Gesetzgeber hat in der Konzessionsabgabeverordnung nur Höchstbeträge festgelegt. Die kundenindividuell zutreffende Höhe entnehmen Sie bitte dem Preisblatt des örtlich zuständigen Verteilnetzbetreibers.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, fördert die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wie Windenergie, Wasserkraft, Solarenergie, Biomasse, Erdwärme. Die Netzbetreiber sind verpflichtet, die so erzeugte Energie zu einem festgelegten Preis abzunehmen. Es handelt sich also um eine Subvention für den Klimaschutz. Die Kosten, die durch die Förderung der erneuerbaren Erzeugung entstehen, werden mit Hilfe der sogenannten EEG-Umlage an die Endverbraucher weitergegeben.

Die bei den Netzbetreibern anfallenden Subventionszahlungen sind regional unterschiedlich. In Netzgebieten, in denen viel Energie aus erneuerbaren Quellen eingespeist wird, sind die Kosten höher. Da der Gesetzgeber eine einheitliche Belastung für Verbraucher wünscht, melden die Verteilnetzbetreiber, in deren Gebieten entsprechende Anlagen stehen, ihre Aufwendungen an die vier großen Übertragungsnetzbetreiber. Diese ermitteln den Gesamtaufwand und legen die Umlagenhöhe fest. Bis 30. Juni 2022 zahlen Endverbraucher  3,723 Cent pro Kilowattstunde. Ab 1. Juli 2022 wird sie auf null gesenkt.

Die Höhe der EEG-Umlage wird immer zum 15. Oktober von den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern (zusammen mit Forschungsinstituten und unter Kontrolle der Bundesnetzagentur) festgelegt. Grundlage ist eine Bedarfsprognose für das jeweils kommende Jahr, die sich im Wesentlichen aus der Differenz von gesetzlich festgelegten Ökostrompreisen und den tatsächlichen Verkaufserlösen an der Strombörse ergibt. Das bedeutet: Wenn der Börsenpreis sinkt, steigt die Differenz zum festgelegten Preis für Ökostrom – und damit der Bedarf für die EEG-Umlage.

Grafik zur Entwicklung der EEG-Umlage


Der Bundestag hat die Absenkung der EEG-Umlage auf 0,00 ct pro Kilowattstunde beschlossen. Das „Gesetz zur Absenkung der Kostenbelastungen durch die EEG-Umlage und zur Weitergabe dieser Absenkung an die Letztverbraucher“ sieht vor, dass die EEG-Umlage zum 1. Juli 2022 abgeschafft wurde. Dazu wird die EEG-Umlage mit Wirkung zum 1. Juli 2022 und befristet bis zum 31. Dezember 2022 auf null gesetzt. Die dauerhafte Abschaffung und Finanzierung der EEG-Förderung über den Energie- und Klimafonds erfolgt in einem zweiten Schritt im Rahmen der aktuell anstehenden EEG-Novelle.

Die Senkung der EEG-Umlage zum 1. Juli 2022 geben wir vollumfänglich und automatisch an unsere Stromkunden weiter. Sie brauchen nichts weiter zu unternehmen.

Die jeweils gültige EEG-Umlage war noch bis zum 30. Juni 2022 in unseren Preisen einkalkuliert. Seit dem 1. Juli 2022 fällt die EEG-Umlage vollständig weg. Diese Senkung geben wir vollumfänglich und automatisch an unsere Stromkunden weiter.

Strompreise: wichtige Begriffe im Überblick

Welche Bestandteile umfasst der Arbeitspreis und was versteht man unter Netzentgelten? Die wichtigsten Begriffe zum Thema Strompreis-Zusammensetzung haben wir kompakt für Sie zusammengestellt.

  • Arbeitspreis Strom: Der Arbeitspreis deckt insbesondere die variablen Kosten, die in direktem Zusammenhang mit Ihrem Stromverbrauch stehen. Die Kosten setzen sich zusammen aus den oben genannten Steuern und Umlagen, den Netzentgelten für den Stromtransport und die Weiterverteilung sowie den Kosten für den Stromeinkauf.
  • EEG-Umlage: Die Bezeichnung EEG-Umlage leitet sich ab vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (kurz: EEG), das die Energiewende vorantreiben soll. Mit Hilfe der EEG-Umlage werden Extrakosten, die durch die Förderung der erneuerbaren Stromerzeugung entstehen, an Sie als Endverbraucher weitergegeben.
  • Grundpreis Strom: Der Grundpreis deckt die fixen Kosten Ihres Stromversorgers ab und wird für die Bereitstellung des Stroms erhoben.
  • Leistungspreis: Mit dem Leistungspreis werden die fixen Kosten für den Bezug (Einkauf) des Stroms abgedeckt.
  • Netzbetreiber: Der Netzbetreiber ist für den sachgemäßen und störungsfreien Betrieb des Energienetzes zuständig, so dass der Strom zuverlässig zu Ihnen kommt. Zu den Aufgaben zählen Wartung, Erneuerung und Ausbau. Die Entgelte für die Netznutzung sind in Ihrem Strompreis enthalten.
  • Netzentgelte: Der jeweilige Netzbetreiber erhebt dieses Entgelt für den Transport und die Verteilung des Stroms. Die Höhe dieser Entgelte wird behördlich durch die Bundesnetzagentur oder die Landesaufsichtsbehörden festgelegt und kann sich je nach Region unterscheiden.
  • Stromsteuer: Die Stromsteuer wurde im Rahmen des Gesetzes zum Einstieg in die ökologische Steuerreform am 1. April 1999 in Deutschland als „Ökosteuer“ eingeführt. Die Energieversorger geben diesen Betrag von Ihnen an den Staat weiter.
  • Verrechnungspreis: Wenn ein Verrechnungspreis separat ausgewiesen ist (d. h., wenn dieser nicht bereits in den Grundpreis integriert ist), deckt er insbesondere die Kosten, die für die Messung und Abrechnung Ihres Stromverbrauchs entstehen.

Abschlag und Vorauszahlung

Was ist ein Abschlag und wie wird er ermittelt? Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Abschlag finden Sie in den Mainova FAQ. Mehr erfahren!

Häufige Fragen zum Abschlag

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Von Erdgassteuer bis Bepreisung der CO2-Emissionen: Erhalten Sie Einblicke in die Gestaltung des Erdgaspreises und die Emissionszertifikate als Beitrag zum Klimaschutz.

Mehr zum Gaspreis

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