ImmoNetzwerk Frankfurt Rhein-Main informiert sich über Aufstockungs-Projekte

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25.11.2019 | Frankfurt am Main

In Frankfurt fehlen Wohnungen. Doch Platz ist Mangelware. Eine Lösung: Bestandsgebäude aufstocken. Damit haben Frankfurter Wohnungsbauunternehmen inzwischen erste Erfahrungen gesammelt. Wie diese Art der Nachverdichtung funktioniert, darüber haben sich die Mitglieder des ImmoNetzwerkes Frankfurt Rhein-Main vor Ort informiert. Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef begleitete die Tour mit Stationen in den Stadteilen Dornbusch und Ginnheim. 

„Wir haben ein Potential von mehreren Tausend Wohnungen in Frankfurt, das wir durch Nachverdichtungsprojekte auch zum Vorteil der angestammten Bewohnerschaft heben können. Daher werben wir bei der Immobilienwirtschaft für solche Vorhaben, wo sie für Umfeld und Umwelt verträglich sind“, sagte Stadtrat Mike Josef. „Auch wenn insbesondere der zusätzliche Wohnraum im Vordergrund steht, ist es essentiell, dass immer auch Grün- und Freiräume sowie soziale Infrastrukturangebote mitgeplant werden.“ 

Norbert Breidenbach, Vorstandsmitglied des Netzwerk-Initiators Mainova, teilte mit: „Das ImmoNetzwerk Frankfurt Rhein-Main ist die erste Kooperation seiner Art zwischen Energieversorger und Wohnungswirtschaft. Ziel dieser 
gemeinsamen Initiative ist es, die Energieeffizienz von Bestandsgebäuden deutlich zu steigern. Von den innovativen 
Konzepten und Maßnahmen sollen Mieter und Vermieter gleichermaßen profitieren – und natürlich auch das Klima in unserer gemeinsamen Heimatregion Frankfurt Rhein-Main.“ 

Die rund 50 Teilnehmer besuchten zunächst eine sanierte und aufgestockte Liegenschaft des Frankfurter Volks- Bau- und Sparverein (VBS eG). 14 neue Wohneinheiten sind so in der Spenerstraße im Stadtteil Dornbusch entstanden. Im Zuge der Sanierung hat Mainova dort zusätzlich eine Photovoltaik-Anlange installiert. Den lokal erzeugten, klimafreundlichen Sonnenstrom vom eigenen Dach können die Mieter vor Ort direkt nutzen. VBS-Vorstandsvorsitzender Ulrich Tokarski sagte: „Unsere Genossenschaft hat hier zwölf Millionen Euro investiert und neben den Neubauwohnungen auch 84 Bestandwohnungen modernisiert und mit Balkonen versehen. Als Solidargemeinschaft trägt die Genossenschaft die Modernisierungskosten und legt diese nicht auf die Bestandsmieter um – unser Beitrag zum Milieuschutz!“ 

Anschließend führte die Tour in die Platensiedlung. Dort schafft die ABG FRANKFURT HOLDING ebenfalls neuen Wohnraum. Im Zuge der Modernisierung und Nachverdichtung stockt die ABG in dem Quartier 19 bisher dreistöckige Häuserzeilen um zwei Etagen auf. Sie nutzt dazu vorgefertigte Wohnmodule in Holzbauweise, für deren Produktion an der Sandelmühle eigens eine mobile „Feldfabrik" errichtet wurde. Allein dadurch werden in der ehemaligen Housing Area der US Army 380 neue Wohnungen geschaffen. Frank Junker, Geschäftsführer der ABG FRANKFURT HOLDING, fuhr fort: „Wir errichten zusätzlich in der Platensiedlung 680 neue bezahlbare Wohnungen, die schnellstens dem Frankfurter Mietwohnungsmarkt zugeführt werden sollen.“ 

Der Eigentümerverband Haus und Grund Frankfurt am Main e. V. ist ebenfalls Netzwerk-Mitglied. „Um ihre individuellen 
Aufstockungs-Potenziale erkennen zu können, müssen die Eigentümer kompetent beraten werden. Daher sollten die 
vorgelagerten Beurteilungs- und Beratungsaufwände privater Eigentümer von der Bundesregierung gefördert werden. Zusätzlich sind aber auch eine Verschlankung der Bauvorschriften und eine stärkere Unterstützung durch die Baubehörde notwendig, um bauwilligen Eigentümern Investitionssicherheit zu bieten“, erklärte Rechtsanwalt Nikolaus Jung. Aus seiner täglichen Beratungspraxis kennt der Geschäftsführer von Haus & Grund Frankfurt am Main immer wieder Fälle, bei denen der aufwändige Prozess zum Erhalt einer Baugenehmigung, die Schaffung von Wohnraum 
verlangsamt, verteuert oder gar verhindert. Zwei betroffene Eigentümer schilderten ihre Fälle bei der Bustour. 

ImmoNetzwerk Frankfurt Rhein-Main – Initiative für energieeffizientes Wohnen 

Das von Mainova initiierte ImmoNetzwerk Frankfurt Rhein-Main wurde im Juli 2015 gegründet. Im Juni 2018 wurde die erfolgreiche Kooperation um drei Jahre verlängert – weiterhin mit dem Ziel, CO2-Emissionen zu verringern und die dezentrale Energiewende voranzubringen. Beteiligt sind zehn Unternehmen aus der regionalen Wohnungswirtschaft, die zusammen rund 140.000 Wohnungen für knapp 330.000 Menschen in Frankfurt und Umgebung verwalten.  

Energieeffizienz-Projekte in Bestandsgebäuden 

Allein die Energieeffizienz-Projekte, die von den Teilnehmern im Zeitraum von 2015 bis 2018 im Bestand angestoßen wurden, vermeiden zusammen 3.200 Tonnen Kohlendioxid. Um diese Menge zu kompensieren, müssten rund 250.000 Bäume gepflanzt werden. Dazu sparen sie 15.500 Megawattstunden Heizenergie ein, was dem jährlichen Verbrauch von rund 3.000 Ein-Personen-Haushalten entspricht.  

Mainova unterstützt die Netzwerk-Partner aktiv bei ihren Vorhaben. Weiterhin organisiert der Frankfurter Energiedienstleister als Schirmherr die regelmäßigen Netzwerktreffen. Diese dienen dem Austausch von Erfahrung und Expertise – so wie die Tour zu den Aufstockungs-Projekten.