Frankfurt erhält Bundesmittel für gemeinsames Wasserstoffprojekt von Mainova und FES

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13.12.2019 | Frankfurt am Main

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Mit einem gemeinsamen Projekt von Mainova und FES gehört die Stadt Frankfurt am Main zu einer von bundesweit 13 HyExpert-Regionen, die Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gerade in Berlin vorgestellt hat.

Die Gewinner des Wettbewerbs HyLand erhalten jeweils 300.000 Euro Fördermittel, um Wasserstoffkonzepte auszuarbeiten.

Im Zentrum der HyLand-Regionen steht die Integration von erneuerbarem Wasserstoff im Verkehrssektor, um den möglichen Beitrag zur Erreichung der CO2-Reduktionsziele zu zeigen. Frankfurt hat den Zuschlag für sein Projekt MH2Regio zur Wasserstoffproduktion aus Siedlungsabfällen erhalten. Ziel ist es, ein wirtschaftliches Gesamtkonzept für eine Wasserstoffinfrastruktur ausgehend vom Frankfurter Müllheizkraftwerk (MHKW) in der Nordweststadt zu erstellen.

Frankfurts Wirtschaftsdezernent Markus Frank betont: „Die Auszeichnung des Bundesverkehrsministeriums als HyLand-Region ist ein wichtiges Zeichen für die Entwicklung der Wasserstoffinfrastruktur vor Ort. Die Verkehrswende stellt Ballungsräume wie die Region Frankfurt Rhein-Main vor große Herausforderungen. Dabei bietet das Projekt MH2Regio mit der Wasserstofferzeugung aus dem bei der Müllverbrennung erzeugten CO2-neutralem Strom eine Blaupause für nahezu alle deutschen Großstädte.“

Mainova-Vorstand Norbert Breidenbach: „Mainova engagiert sich für eine bedarfsgerechte Wasserstoffversorgung in der Region. Das Projekt MH2Regio knüpft an unsere Erfahrungen mit Power-to-Gas in Frankfurt an und entwickelt diese weiter. Es sieht ein Gesamtsystem vor, das die gemeinsam genutzte Infrastruktur kosteneffizienter und leistungsfähiger als individuell erstellte Einzellösungen macht. Dafür sind wir mit Partnern im Gespräch, mit denen wir bis Mitte 2021 ein fertiges Konzept erstellen wollen.“

Dirk Remmert, Geschäftsführer von FES und der Betreibergesellschaft MHKW GmbH: „Als größter Entsorger in der Rhein-Main-Region sind wir an der Erforschung neuer Infrastrukturen und Antriebsarten sehr interessiert. Es ist konsequent, mit dem MHKW in Frankfurt-Heddernheim einen der großen Energieproduzenten in Frankfurt zum Studienobjekt zu machen. Hier wird nicht nur der Restmüll aus Frankfurt und der Region verwertet. Von hier starten auch täglich rund 50 Müllfahrzeuge auf ihre Tour. Für unseren Fuhrpark setzen wir daher langfristig auf Wasserstoffantrieb beziehungsweise die Brennstoffzelle.“

Die Initiative „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“ ist Teil des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie (NIP). Das Frankfurter Gewinner-Projekt MH2-Regio wurde unterstützt von der Hessen Agentur und der Hochschule Rhein-Main. Als Konsortialpartner prüfen Unternehmen der Luft- und Binnenschifffahrt, der Logistik, des öffentlichen Personennah- und Fernverkehrs sowie städtische Versorgungsunternehmen im Zuge dessen alternative Antriebskonzepte. Dazu gehören: Autobus Sippel GmbH, ICB In-der-City-Bus, FlixMobility Experience GmbH, Fraport AG, Transdev Rhein-Main GmbH, Primus Linie Frankfurter Personenschiffahrt Anton Nauheimer GmbH.

Über die Mainova AG

Die Mainova AG mit Sitz in Frankfurt am Main ist Hessens größter Energieversorger und beliefert mehr als eine Million Menschen mit Strom, Gas, Wärme und Wasser. Hinzu kommen zahlreiche Firmenkunden im gesamten Bundesgebiet. Das Unternehmen erzielte mit seinen 2.700 Mitarbeitern im Jahr 2018 einen Umsatz von 2 Milliarden Euro. Größte Anteilseigner der Mainova AG sind die Stadtwerke Frankfurt am Main Holding (75,2 Prozent) und die Münchener Thüga (24,5 Prozent). Die übrigen Aktien (0,3 Prozent) befinden sich im Streubesitz.

Über FES

Die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) ist das größte Entsorgungsunternehmen in der Region Frankfurt/Rhein-Main. Als Public-Private-Parternership-Unternehmen gehört FES zu 51 Prozent der Stadt Frankfurt und zu 49 Prozent der Firma Remondis. FES entsorgt und verwertet aktuell die Abfälle von 745.000 Frankfurter Bürgerinnen und Bürger. Dazu betreibt FES Anlagen für die Sortierung von Gewerbeabfällen, für die Behandlung von Bioabfällen, für die Aufbereitung von Verbrennungsschlacke sowie – gemeinsam mit dem Energieversorger Mainova – das Müllheizkaftwerk (MHKW) Frankfurt.

Über die MHKW GmbH

Die MHKW GmbH betreibt seit 2006 das Müllheizkraftwerk in der Frankfurter Nordweststadt. Gesellschafter sind zu gleichen Teilen FES und Mainova. In der Anlage werden Restmüll aus Frankfurt und der Rhein-Main-Region sowie gewerbliche Abfälle thermisch verwertet. Die dabei entstehende Energie wird in Strom und Wärme umgewandelt. Aktuell speist das MHKW pro Jahr über 200.000 Megawattstunden Strom ins öffentliche Stromnetz und fast 500.000 Megawattstunden Heißwasser ins Fernwärmenetz. Auf den jährlichen Durchschnittsverbrauch eines Zwei-Personen-Haushaltes umgerechnet können mit den Mengen des MHKW über 60.000 Haushalte mit Strom und rund 30.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden.