Neues Gebäudeenergiegesetz steht in den Startlöchern

07.06.2022

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Energieeffizienz steigern

Gebäude sollen künftig weniger Energie verbrauchen. Dafür steht unter anderem ein neues Gebäudeenergiegesetz in den Startlöchern.

Der Gebäudesektor ist der größte Energieverbraucher der Europäischen Union (EU): 40 % der Energie werden hier eingesetzt und so rund 36 % der gesamten Treibhausgase in der EU verursacht. Wenig überraschend ist daher, dass die EU nun die Bestandsgebäude mit den schlechtesten Energieeffizienzwerten in den Fokus nimmt. Denn bei ihnen sieht sie die kosteneffektivsten Sanierungsmöglichkeiten und möchte diese alsbald anreizen.

Grüne Wärmeversorgung

Auch auf deutscher Ebene widmet man sich den Bestandsgebäuden, denn bereits 2045 soll die gesamte Wärmeversorgung in Deutschland treibhausgasneutral erfolgen. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG), welches seit November 2020 das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) unter einem Gesetz zusammengeführt hat, steht daher auf der Reformliste der Bundesregierung. Zu erwarten ist, dass neue Heizungen im Neubau oder in Bestandsgebäuden ab 2024 zu 65 % mit Erneuerbaren betrieben werden müssen. Aber auch neue Förderprogramme für die energetische Sanierung sind wahrscheinlich. Vor dem Hintergrund der Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Energieträgern sind weitere Veränderungen im GEG zu erwarten, die vor allem auf ältere Bestandsgebäude Wirkung entfalten dürften. Die Bundesregierung plant aktuell, in Etappen das GEG zu ändern.

Wasserstoff in der Gebäudewärme

Es bleibt weiter abzuwarten, ob die Bundesregierung angesichts der aktuellen energiepolitischen Situation das Potenzial von Wasserstoff vor allem im Gebäudebestand zügig heben wird. Klimaneutral hergestellt könnte Wasserstoff das bereits bestehende Gasverteilnetz nutzen und Erdgas sukzessive ersetzen. Millionen Hausbesitzern würden klimaneutral heizen können, ohne großen Umbau.