Beschaffungskosten für Strom auf hohem Niveau

22.06.2022

Die Kosten an den Märkten für Strom bleiben hoch. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bereits im April dieses Jahres ermittelt hat, sind die Kosten für Beschaffung und Vertrieb bei Haushaltstarifen durchschnittlich um 82 Prozent gestiegen. Ursache hierfür sind die außergewöhnlich hohen Energiepreise im Großhandel. Beschaffung und Vertrieb machen übrigens nur rund 39% des Strompreises aus. Der gleiche Anteil (39%) entfällt auf Steuern, Abgaben und Umlagen. Der mit 22% kleinste Anteil umfasst die Netzentgelte.  

Großhandelspreise für Erdgas steigen um 170 Prozent

Die Kosten für Beschaffung und Vertrieb von Erdgas sind aufgrund der vor allem ab dem 4. Quartal 2021 sehr stark angestiegenen Großhandelspreise sehr hoch. Der BDEW stellte im April rückblickend einen Anstieg um über 170 Prozent fest. Daneben hat sich zum Jahreswechsel auch der gesetzlich festgelegte CO2-Preis erhöht. Er beträgt seit Anfang des Jahres 30 Euro die Tonne CO2, was 0,671 Cent pro Kilowattstunde entspricht. Der Anteil aller Steuern und Abgaben am Erdgaspreis liegt damit bei rund einem Viertel.  

Energiesteuern und -abgaben reduzieren

Die Bundesregierung will Menschen, die Wohngeld beziehen, finanziell entlasten. Dazu soll in diesem Jahr ein einmaliger Heizkostenzuschuss von mindestens 230 Euro, gestaffelt nach Haushaltsgröße, ausgezahlt werden. Auch ein Energiegeld von 300 Euro soll an Erwerbstätige ausgezahlt werden. Die Bundespolitik reagiert damit auf die anhaltend hohen Preise. Das ist jedoch nicht ausreichend. Ein Ende der hohen Beschaffungskosten zeichnet sich nämlich weiter nicht ab. Die Entlastung der Energiepreise durch die Senkung von Steuern und weiterer staatlicher Abgaben muss daher zeitnah angegangen werden. So kann einer finanziellen Überforderung der Menschen besser begegnet werden.