Stabilität in unsicheren Zeiten: Mainova steigert Leistungsfähigkeit und Ergebnis
30.04.2026 | Frankfurt am Main
- Operatives Kerngeschäft gestärkt
- Konzernergebnis auf 252,4 Mio. Euro gesteigert
- Investitionen mit 452,6 Mio. Euro auf weiterhin hohem Niveau
- Weitere Kapitalerhöhung von 300 Mio. Euro erfolgreich umgesetzt
- Erfolg der Energiewende entscheidet sich im Wärmemarkt
Mainova hat 2025 das bereinigte Konzernergebnis (EBT) auf 252,4 Mio. Euro (+36,0 Mio. Euro) gesteigert. Diese Entwicklung hatte sich bereits zum Halbjahr abgezeichnet: „Wir haben im vergangenen Jahr vor allem unser operatives Geschäft verbessert, nachdem das Vorjahr von schwankenden Energiepreisen und milderen Temperaturen belastet war“, sagte Dr. Michael Maxelon, Vorstandsvorsitzender der Mainova AG, anlässlich der heutigen Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt am Main. „Insgesamt war das Jahr 2025 von einer günstigeren Marktlage geprägt. Wir haben unser Strom‑, Gas- und Wärmegeschäft konsequent gestärkt. Dies ist auch ein Beleg unserer gesteigerten Leistungsfähigkeit und resultiert in einem sichtbar verbesserten Ergebnis“, erläuterte Maxelon.
Das Unternehmen investierte 2025 mit 452,6 Mio. Euro weiterhin auf hohem Niveau in Versorgungssicherheit, Dekarbonisierung und Digitalisierung. Ein Schwerpunkt war der Ausbau des Stromnetzes, dessen Leistungsfähigkeit bis in die 2030er Jahre mehr als verdoppelt werden soll. Ebenso investierte Mainova in die Fernwärme und Erzeugung mit den Neubauten der beiden wasserstofffähigen Gaskraftwerke in Frankfurt und Hanau, die in diesem Jahr in Betrieb gehen.
Zur Finanzierung hat Mainova 2025 eine weitere Kapitalerhöhung von rund 300 Millionen Euro umgesetzt – nach der ersten Tranche 2024 von 400 Millionen Euro. Das erhöhte Eigenkapital ist notwendig für die weiterhin geplanten hohen Investitionen: Bis 2030 rechnet Mainova mit weiteren 2,7 Milliarden Euro im Schwerpunkt für den Ausbau von Netzen und Erzeugungsanlagen zum zukunftssicheren Umbau der Energieversorgung. Darüber hinaus investiert Mainova in die Digitalisierung wie mit der Erneuerung ihrer IT-Abrechnungsplattform. Außerdem vergrößert das Unternehmen sein Nachwuchszentrum auf das Dreifache und wird mit dieser Zukunftsinvestition dem steigenden Ausbildungsbedarf gerecht.
Als attraktiver Arbeitgeber mit spannenden Aufgaben stellt Mainova weiter Fachkräfte zur Umsetzung der Energiewende in der Region ein. 2025 schuf das Unternehmen 65 neue Arbeitsplätze und bildete 224 Nachwuchskräfte aus. Die Mitarbeiterzahl stieg auf insgesamt 3.412.
Die Ergebnisse in den einzelnen Segmenten
Die Stromversorgung lag mit 70,6 Mio. Euro (+39,7 Mio. Euro) über den Erwartungen. Dazu trugen Handel und Vertrieb maßgeblich bei. Daneben wirkten sich im Netzgeschäft gestiegene Erlöse positiv aus, die jedoch zum Teil durch Kostensteigerungen kompensiert wurden.
Das Ergebnis in der Gasversorgung stieg nach einem durch witterungsbedingte Spoteffekte belasteten Vorjahr deutlich auf 72,3 Mio. Euro (+66,5 Mio. Euro). Dazu trugen vor allem ein verbessertes Vertriebs- und Netzgeschäft bei. Die Ergebnisverbesserung im Netz war dabei maßgeblich auf geänderte regulatorische Rahmenbedingungen zurückzuführen.
Das im Vorjahr unter anderem durch Wertminderungen von Erzeugungsanlagen belastete Segment Erzeugung und Fernwärme hat sich ebenfalls erholt und liegt bei 50,9 Mio. Euro (+46,3 Mio. Euro). Dazu trugen eine optimierte Beschaffungsstrategie für Emissionszertifikate, die Vermarktung von Kraftwerksleistungen, witterungsbedingt höhere Absatzmengen sowie ein auf die veränderte Kostenstruktur angepasstes Preissystem bei.
Der Rückgang im Segment Erneuerbare Energien / Energiedienstleistungen auf -8,3 Mio. Euro (-5,3 Mio. Euro) ist auf erneut hohe Wertberichtigungen von Erneuerbare Energien-Anlagen zurückzuführen. Dem stand ein verbessertes Ergebnis im Contracting sowie aus unserem Biomassekraftwerk gegenüber.
Das Ergebnis der Wasserversorgung sank auf 3,1 Mio. Euro (-4,1 Mio. Euro) aufgrund höherer Beschaffungskosten.
Das Beteiligungsergebnis war mit 90,1 Mio. Euro (-27,7 Mio. Euro) nach einem außerordentlich starken Vorjahresergebnis erneut hoch. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus geringeren Ergebnissen einzelner Beteiligungen.
Ausblick für 2026
Die Kriegshandlungen im Nahen Osten führen zu einem erhöhten Druck auf Lieferketten sowie Energiekosten und zu Reaktionen auf den Güter- und Finanzmärkten. Diese Effekte erschweren einen Ausblick und führen zu einer erhöhten Unsicherheit. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet der Vorstand ein bereinigtes EBT unter dem Niveau des Jahres 2025.
„Seit Februar 2026 eskaliert die Lage im Nahen und Mittleren Osten und verursacht steigende und volatile Marktpreise. Aktuell ist unklar, wie lange der Konflikt dauern wird. Das bedeutet, dass wir auf den Märkten längerfristig mit Unsicherheiten rechnen müssen,“ ordnete Maxelon den Kontext ein. Es sei deshalb richtig, in der Erzeugung an Technologieoffenheit festzuhalten und sich weiter unabhängig von fossilen Energien zu machen – hierbei spielten die erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle.
„Für Deutschland wird 2026 energiepolitisch erneut ein Schlüsseljahr. Wir treten in eine neue Phase der Energiewende ein, in der sich entscheidet, ob unsere Visionen von früher morgen Realität werden“, sagte Maxelon und betonte: „Ob die Energiewende gelingt, entscheidet sich ganz konkret im Wärmemarkt. Die Wärmewende funktioniert nur, wenn sie bezahlbar bleibt.“ In Richtung Politik führte er aus: „Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung die Wirtschaftlichkeit stärker in den Blick nimmt. Denn wenn die Wärmewende unnötig teuer wird, riskiert dies den gesellschaftlichen Rückhalt, den sie braucht, um erfolgreich zu sein.“
Der Geschäftsbericht 2025 findet sich zum Download unter www.mainova.de/geschaeftsbericht.
Fotos: Der Mainova-Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Maxelon mit dem neuen Geschäftsbericht 2025. / Der Mainova-Vorstand (von links): Peter Arnold, Dr. Michael Maxelon (Vorsitzender), Martin Giehl. (Quelle: Mainova AG)