Entwicklungen am Strom- und Gasmarkt KW3/2022

Energiebeschaffung

17.01.2022

Information: Diese Marktanalysen basieren auf Zahlen vom 17.01.2022

Fundamentale Entwicklung am Energiemarkt

Die Frontjahreskontrakte für Gas- und Strom starten heute insgesamt etwas schwächer in die neue Woche mit Abschlägen von aktuell ca. 1,5 €/MWh bei Strom Base bzw. ca. 1,0 €/MWh bei Gas. Am fundamentalen Umfeld hat sich am Gasmarkt in den letzten Handelstagen wenig verändert: die Temperaturen werden auf Basis aktueller Prognosen bis Monatsende tendenziell unter dem für die Jahreszeit üblichen Durchschnitt erwartet, die Gasflüsse aus Russland befinden sich nach wie vor auf sehr niedrigem Niveau, ebenso auch die Gasspeicherstände und es wird relativ viel LNG nach Europa importiert.

Vor diesem Hintergrund rechnen wir zunächst weiter mit einem seitwärts tendierenden Preisverlauf bei gleichzeitig hohen Tages- bzw. Intraday-Schwankungen. Sollten die Temperaturprognosen für den Restmonat deutlich Richtung mild drehen und/oder die Gasflüsse aus Russland nach Nordwesteuropa wieder spürbar zunehmen, dürften die Notierungen fallen. Im Handel mit den Europäischen Emissionsrechten (EUA) waren in der letzten Woche vorübergehend Verluste zu beobachten. Die Emissionsrechte reagierten vermutlich auf die Vorstellung des Klimaschutz-Sofortprogramms sowie auf die Wiederaufnahme der regelmäßigen EUA-Auktionen, die traditionell über den Jahreswechsel entfallen.

In den kommenden Tagen erwarten wir wieder Notierungen im unteren bis mittleren achtziger Eurobereich. Erst bei stärkeren Preisbewegungen am Gasmarkt könnten sich bei den EUA’s stärkere Wertänderungen zeigen.

Für den Strompreisverlauf erwarten wir analog zum Gas und den Emissionsrechten ebenfalls einen Seitwärtstrend. Der Frontjahres-Kontrakt Base handelte heute bisher (15:30 Uhr) im Bereich von ca. 108 €/MWh bis ca. 118 €/MWh. Im Wochenverlauf könnten die Notierungen nach unserer Einschätzung ggf. auch noch in den Bereich 120-125 €/MWh anziehen, ein unterschreiten der 108er Marke vermuten wir eher nicht. Im Hinblick auf die unterjährigen Terminkontrakte und die Preisentwicklung am Spotmarkt war die Mitteilung der EDF aus der letzten Woche, wonach man den Ausblick für die Atomstromerzeugung in diesem Jahr um 30 TWh bzw. rund 10 Prozent senkt, nicht unwesentlich. Sollte es beispielsweise noch einmal recht kalt in diesem Winter werden und die Stromnachfrage in Frankreich, die sehr sensibel auf Temperaturänderungen im Winter reagiert, deutlich anziehen, könnte dies die Spot- und nahe liegenden Terminkontrakte auch bei uns in Deutschland nicht unerheblich beeinflussen.


Erwartung Preisverlauf bis KW 4 / 2022

Wir erwarten bei den Jahresprodukten für Gas und für Strom einen seitwärts gerichteten Preistrend in dieser Woche, wobei die täglichen und untertägigen Preisänderungen (Volatilität) sehr hoch bleiben dürften. 

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