Zukunftweisende Wärmeversorgung für Hanau
21.09.2026
Kurz vor Beginn der Heizsaison machten sich Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Stadtwerke-Hanau-Geschäftsführerin Martina Butz sowie die Mainova-Vorstände Dr. Michael Maxelon und Martin Giehl ein Bild vor Ort. Dort produzieren inzwischen im 24-Stunden-Dauerbetrieb drei wasserstofffähige Gasmotoren Fernwärme für knapp 20.000 Haushalte in Hanau und Großkrotzenburg. Gleichzeitig entsteht Strom, der in das lokale Netz eingespeist wird. Zusätzlichen Solarstrom produziert eine 240-Kilowatt-Photovoltaikanlage, deren Module sich auf dem Dach sowie der Süd- und Westfassade des Kraftwerks befinden.
Oberbürgermeister Kaminsky erklärt: „Das Gemeinschaftskraftwerk hat die Wärmelieferung aus dem ehemaligen Kraftwerk Staudinger übernommen. Es macht mich sehr froh, dass damit in meiner Amtszeit der politisch gewünschte Kohleausstieg Realität geworden ist und sich die Stadtwerke um die Wärmeproduktion für Hanau und Großkrotzenburg selbst kümmern. Das macht die Versorgung sicher und zukunftsfähig. Denn so haben unsere Stadtwerke die Versorgung und auch die weitere Dekarbonisierung der Erzeugung in der Hand. Schon der Umstieg von Kohle auf Gas verringert die CO2-Emissionen um 40 Prozent beziehungsweise 45.000 Tonnen CO2 jährlich.“
Stadtwerke Hanau-Geschäftsführerin Martina Butz ergänzt: „Stück für Stück kommen wir hier mit dem neuen Gemeinschaftskraftwerk unserem Ziel näher, unseren Kundinnen und Kunden dekarbonisierte Wärme zu liefern. Sicher und effizient. Klimaschutz spielt außerdem bei der Stromversorgung eine wichtige Rolle. Neben der elektrischen Energie aus Kraft-Wärme-Kopplung im Kraftwerk, produzieren Photovoltaikmodule Strom für den Eigenbedarf. Hanaus erster Photovoltaikpark mit einer Leistung von 10 Megawatt und das neue Umspannwerk unserer Tochter Hanau Netz, beide in unmittelbarer Nachbarschaft, runden das innovative Energiekonzept ab. Mein Dank gilt unserem strategischen Partner Mainova, mit dem wir die erfolgreiche Zusammenarbeit nun auch in der gemeinsamen Betriebsführung des Kraftwerks fortsetzen.“
Dr. Michael Maxelon, Vorstandsvorsitzender der Mainova, blickt in die Zukunft: „Zu den größten Herausforderungen der Energiewende zählt die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Denn sie basiert noch überwiegend auf fossilen Brennstoffen. Mit dem Gemeinschaftskraftwerk Hanau schaffen wir heute die Infrastruktur für die Wärmeversorgung von morgen. Das Projekt verbindet Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit sowie Klimaschutz und zeigt, wie regionale Partner die Energiewende vor Ort erfolgreich voranbringen können.“
Mainova-Vorstand Martin Giehl ergänzt: „Durch die enge Zusammenarbeit haben wir den vorzeitigen Kohleausstieg erfolgreich in Hanau umgesetzt und die Wärmeversorgung der Stadt langfristig gesichert. Das Gemeinschaftskraftwerk vereint Energieeffizienz mit technologischer Zukunftsfähigkeit. Durch die Kraft-Wärme-Kopplung erreicht die Anlage einen Wirkungsgrad über 90 Prozent. Damit nutzt sie den Brennstoff hocheffizient für die Strom- und Wärmeerzeugung. Gleichzeitig ist das Kraftwerk wasserstofffähig und schafft damit die Voraussetzungen für eine zukunftssichere Wärmeversorgung.
Hintergrund zum GKH
2021 gründeten die Stadtwerke Hanau und Mainova die gemeinsame Gesellschaft Gemeinschaftskraftwerk Hanau GmbH & Co. KG, um das Kraftwerk zu bauen und nach Fertigstellung zu betreiben. Das Herzstück der Anlage bilden drei hochmoderne, wasserstofffähige Gasmotoren, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. Die Leistung des Blockheizkraftwerks liegt bei insgesamt 30 Megawatt thermisch und 30 Megawatt elektrisch. Als Generalunternehmer hatte Engie Deutschland den Zuschlag für den Bau des Projekts erhalten. Das GKH arbeitet hocheffizient. Der sogenannte Wirkungsgrad liegt bei über 90 Prozent und wandelt damit den Brennstoff überwiegend in Strom und Wärme um. Zum Vergleich: Bei konventionellen Kraftwerken liegt dieser Wert lediglich zwischen 40 und 60 Prozent. Durch die effiziente Technik und den Umstieg von Kohle auf zunächst Gas, verringert sich der CO2-Ausstoß der Hanauer Fernwärme um 40 Prozent. In Zukunft soll Abwärme aus dem benachbarten Rechenzentrum ins Energiekonzept des GKH eingebunden werden. Dadurch würden sich die CO2-Emissionen weiter verringern. Im letzten Schritt soll – sofern ausreichend verfügbar - grüner Wasserstoff in die Anlage eingebunden werden.
Technische Daten GKH
• 3 BHKW à ca. 10 MW thermische und 10 MW elektrische Leistung
• 2 Heißwasserkessel mit je 8 MW Leistung (als Reserve)
• 2 Pufferspeicher (Druckwärmespeicher), ca. 40 MWth
• 3 Fernwärmepumpen