Kooperation von Stadt Frankfurt und Mainova: Erste Schule an die Fernwärme angeschlossen
02.10.2026 | Frankfurt am Main
Die Stadt Frankfurt am Main und die Mainova AG haben einen wichtigen Meilenstein beim Fernwärmeanschluss städtischer Liegenschaften erreicht: Die Hellerhofschule ist die erste Schule, die im Rahmen der im vergangenen Jahr vorgestellten, gemeinsamen Kooperation an das Fernwärmenetz angeschlossen wurde. Wolfgang Siefert, Dezernent für Bauen, Liegenschaften und Kliniken, Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima und Umwelt, sowie Martin Giehl, Vorstand der Mainova AG, nahmen die neue Heizungsanlage am Freitag offiziell in Betrieb. Die Hellerhofschule ist eine von insgesamt rund 60 städtischen Liegenschaften, die bis 2030 schrittweise an die Fernwärme angeschlossen werden.
Für das Vorhaben baut Mainova rund zwölf Kilometer zusätzliche Fernwärmeleitungen, an die künftig auch weitere Gebäude entlang der Trassen angeschlossen werden können. Die rund 60 städtischen Liegenschaften verbrauchen zusammen etwa 28.000 Megawattstunden Wärme im Jahr. Das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von rund 1.500 Einfamilienhäusern oder knapp 3.000 Wohnungen. Mit dem Anschluss an die Fernwärme werden bis 2030 gegenüber der bisherigen Versorgung mit Erdgas rund 2.000 Tonnen CO₂ im Jahr vermieden.
Wolfgang Siefert, Dezernent für Bauen, Liegenschaften und Kliniken der Stadt Frankfurt, sagt: „Die Hellerhofschule ist die erste städtische Liegenschaft, die im Rahmen unserer Kooperation mit Mainova von Erdgas auf Fernwärme umgestellt wurde. Mit fast 4.000 städtisch genutzten Liegenschaften und Gebäuden haben wir einen mächtigen Hebel, um Frankfurt flächendeckend klimafit zu machen. Und Schulen und Kitas sind ein geeigneter Startpunkt, um städtische Gebäude schrittweise an eine zukunftsfähige Wärmeversorgung anzubinden. Mit der Modernisierung der kommunalen Infrastruktur übernehmen wir Verantwortung für eine langfristig zuverlässige Versorgung unserer öffentlichen Einrichtungen und gehen bei der Umstellung der Energieversorgung mit gutem Beispiel voran.“
Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima und Umwelt, sagt: „Dieser Sommer hat erneut gezeigt, wie dringend Klimaschutz und Klimaanpassung sind. Wir müssen die Erderwärmung begrenzen und unsere Stadt zugleich auf ihre Folgen vorbereiten. Die Wärmewende ist dabei zentral. Mit jedem Fernwärmeanschluss schaffen wir die Voraussetzungen dafür, unsere Wärmeversorgung langfristig auf erneuerbare Quellen und unvermeidbare Abwärme auszurichten. Zugleich werden wir unabhängiger von fossilen Energieträgern und schwankenden Energiepreisen. Der Anschluss der Hellerhofschule ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg.“
Martin Giehl, Vorstand der Mainova AG, sagt: „Die Hellerhofschule ist der erste sichtbare Erfolg unserer Kooperation mit der Stadt Frankfurt zum Anschluss ihrer Liegenschaften an die Fernwärme. Wer heute in die Wärmeversorgung von Schulen investiert, investiert zugleich in die Lebensqualität und Versorgungssicherheit kommender Generationen. Die städtischen Liegenschaften sind wichtige Ankerkunden für den Ausbau der Fernwärme in Frankfurt. Durch die neuen Leitungen entstehen zusätzliche Anschlussmöglichkeiten für weitere Kundinnen und Kunden entlang der Trassen. So schaffen wir die Voraussetzungen für eine langfristig zuverlässige Energieversorgung in Frankfurt und entwickeln das Fernwärmenetz Schritt für Schritt weiter.“
Die Hellerhofschule ist Teil des Baugebiets „Schwalbacher Straße“. Die Arbeiten für die erste Ausbauwelle hatten im September 2025 begonnen. Im Zuge dessen werden aktuell in zunächst sieben Baugebieten insgesamt 22 städtische Liegenschaften an das Fernwärmenetz angeschlossen. Neben der Hellerhofschule wurden in mehreren weiteren Baugebieten bereits wichtige Meilensteine erreicht. So ist der Leitungsbau in den Gebieten Hamburger Allee, Lilo-Günzler-Straße, Pfingstbrunnenstraße und Willemerstraße abgeschlossen. Nach der Demontage der Gaskessel und dem Einbau der neuen Wärmetauscher erfolgt dort sukzessive die Inbetriebnahme der Fernwärme, unter anderem in der Georg-Büchner-Schule und der Bonifatiusschule. Parallel wurden weitere Ausbauvorhaben begonnen, darunter die Baugebiete Lenaustraße und Westend Süd, in denen der Leitungsbau dieses Jahr gestartet ist.
Fernwärme spielt eine wichtige Rolle für die Wärmewende in Frankfurt. Parallel zum Ausbau des Netzes entwickelt Mainova die Wärmeerzeugung weiter. So steht die Inbetriebnahme des wasserstofffähigen Gaskraftwerks am Heizkraftwerk West der Mainova kurz bevor. Neben der energetischen Verwertung von Abfällen im Müllheizkraftwerk in der Nordweststadt sollen darüber hinaus künftig Abwärme aus Rechenzentren und Industrie, Geothermie, Biomasse sowie weitere alternative Wärmequellen stärker zur Versorgung beitragen.
Foto: Nahmen zusammen die Fernwärme in der Frankfurter Hellerhofschule offiziell in Betrieb (von links): Ekaterini Pappas (Schulleiterin Hellerhofschule), Mainova-Vorstand Martin Giehl, Tina Zapf-Rodriguez (Dezernentin für Klima und Umwelt) sowie Wolfgang Siefert (Dezernent für Bauen, Liegenschaften und Kliniken) © Mainova AG