Entwicklungen am Strom- und Gasmarkt KW17/2022

Energiebeschaffung

25.04.2022

Information: Diese Marktanalysen basieren auf Zahlen vom 25.04.2022

Fundamentale Entwicklung am Energiemarkt

Der Preisverlauf am Strom- und Gasterminmarkt zeigte sich den vergangenen zwei Wochen uneinheitlich. Am kurzen Ende des Terminbereichs kam es erneut zu Preisrückgängen, dagegen verzeichneten die Kalenderjahrprodukte Gewinne, wobei diese besonders hoch bei den Kontrakten für 2024 und für 2025 ausfielen.

Europa importierte nach wie vor sehr viel LNG und es floss weiterhin Gas aus Russland in Richtung Westen, allerdings seit Ostern auf niedrigerem Niveau, was Gazprom mit den Bestellungen der Kunden begründete. Daneben wurden die Gasspeicher in Europa verstärkt aufgefüllt und das Niveau lag Ende letzter Woche bereits über jenem von 2021. Damit stellte sich die kurzfristige Versorgungslage insgesamt relativ gut dar, gleichwohl die Gasflüsse aus Norwegen aufgrund von Wartungsarbeiten zuletzt deutlich niedriger ausfielen im Vergleich zum Monatsanfang.

Vor diesem Hintergrund handelten die Notierungen für kurzfristige Gaslieferungen seit Ende letzter Woche unter der 100er Euromarke. Bei den weiter entfernt liegenden Kontrakten setzte sich bei den Marktakteuren immer mehr die Erwartung durch, dass mit der politisch gewollten Abkehr von russischem Gas die Notierungen voraussichtlich mittel- bis langfristig erheblich höher liegen dürften im Vergleich zu den vergangenen Jahren, sodass hier deutliche Wertzuwächse eintraten, zumal die Jahreskontrakte im Vergleich zu den kurzfristigen Lieferkontrakten schon seit Monaten erheblich niedriger bewertet wurden.

Ähnlich wie beim Gas stellte sich der Preisverlauf am Stromterminmarkt dar: das kurze Marktende verlor etwas und das lange Ende gewann an Wert. Neben den Gas- führten auch steigenden Kohle- und EUA- Notierungen zu höheren Strom Kalenderjahrpreisen. Bei den Emissionsrechten führten wohl Meldungen zum geplanten Grenzausgleichmechanismus im Rahmen der anstehenden ETS-Reform sowie mögliche Käufe vor Ablauf des Abgabetermins für Zertifikate betreffend den Verbrauch in 2021 zu steigenden Notierungen Richtung 90 Euro. Allerdings verzeichneten die Zertifikate im heutigen Handelsverlauf bisher Verluste von knapp 6 €/t, sodass der Anstieg letzte Woche möglicherweise nur von kurzer Dauer war.

Erwartung Preisverlauf bis KW 18 / 2022

Im Wochenverlauf erwarten wir einen stabilen bis moderat schwächeren Preisverlauf bei den Kalenderjahrprodukten für Gas und Strom. Vom kurzen Marktende deuten sich keine größeren Preisbewegungen nach oben an, die EUA-Zertifikate schwächeln zu Wochenbeginn und nach den Gewinnen zuletzt erwarten wir allgemein eher Kaufzurückhaltung. Allerdings könnten Nachrichten zur Entwicklung in der Ukraine kurzfristig zu einer Neubewertung des erwarteten Preisverlaufs führen. 

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