Energiespartipps für jede Jahreszeit: Haushalt und Garten
Von Innenräumen bis in den Außenbereich lässt sich der Energieverbrauch senken – mit einfachen Maßnahmen, die sich effektiv ergänzen.
Effizienter durchs Jahr! Setzen Sie Energie sinnvoll ein
Der bewusste Umgang mit Energie lohnt sich immer und überall. Wer Strom, Gas und Wasser sparsamer verwendet kann die Energiekosten senken. Viele Maßnahmen sind extra effektiv, wenn man sie ganzheitlich denkt und versteht, wie sie rund ums Jahr ineinandergreifen. Wie bereitet man seine Heizung auf den Winter vor? Wann und wie oft sollte man den Gefrierschrank abtauen? Wie kann ich meinen Garten im Sommer energiesparend beleuchten? Je nach Saison rücken unterschiedliche Fragen in den Fokus. Nutzen Sie zu jeder Jahreszeit das volle Energiesparpotenzial.
Haushalt und Garten: alles im Blick, alles im Griff
Garten
An sonnigen Stellen sind Solarleuchten eine gute Wahl. Sie bringen stimmungsvolles Licht. Als Basisbeleuchtung bieten sich LED-Lampen an.
Terrasse
Außensteckdosen sollten von innen abschaltbar sein. Dann kann sich niemand bedienen. Auch draußen sollte es einen eigenen Stromkreis geben.
Heizung
Entlüften, entstauben, professionell warten lassen – machen Sie die Heizung im Herbst winterfit, um in der kalten Jahreszeit richtig effizient zu heizen.
Gefrierschrank
Ob Ostern oder Weihnachten: An Feiertagen sind Kühl- und Gefrierschrank meist voll. Regelmäßiges Abtauen senkt den Energiebedarf.
Energiespartipps Gartenpflege und -beleuchtung
Im Garten und auf der Terrasse lässt sich einfach Energie sparen. Im gesamten Außenbereich steckt jede Menge Potenzial, um den Geldbeutel und die Umwelt zu schonen. Im Mittelpunkt stehen dabei die energiesparende Außenbeleuchtung, motorisch angetriebene Gartengeräte und ein saisonal angepasstes Gießen.
Für eine energiesparende Außenbeleuchtung sind an sonnigen Stellen Solarleuchten ideal. Solarleuchten verbrauchen keinen Strom und bringen stimmungsvolles Licht in Ihren Garten. Eine Timer-Funktion schont die Akkukapazität der Solarleuchte, indem sie die Beleuchtungsdauer begrenzt. Auf Terrasse und Balkon greift man am besten zu LED-Leuchten. Warme Lichtfarben sind dabei besonders bei geringen Beleuchtungsstärken sehr angenehm. Lampen mit integrierten Tageslichtsensoren schalten sich automatisch ein und aus. Auch Gartenwege können Sie damit ausleuchten. LED-Leuchten entwickeln im Außenbereich unabhängig von der Außentemperatur sofort ihre volle Helligkeit.
- Außensteckdosen sollten auf jeden Fall von innen abschaltbar sein, damit sich unerwünschte Gäste nicht bedienen können.
- Auch im Außenbereich sollten Sie über einen eigenen Stromkreis verfügen. Eine gute Planungshilfe sind die HEA-Ausstattungswerte. HEA ist eine renommierte Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendungen.
- Optimal sind Steckdosensäulen, die über erdverlegte Kabel fast überall im Garten einen guten Anschluss ermöglichen. So lassen sich elektrische Gartengeräte auch ohne lange Kabelwege betreiben.
- Alle Installationsmaterialien müssen für den Einsatz im Freien geeignet sein. Außerdem sollten sie über einen Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) abgesichert sein.
Rasen mähen
Nicht immer müssen ein Elektro- oder Benzinrasenmäher zum Einsatz kommen. Bei kleinen Rasenflächen kann auch ein mechanischer Handrasenmäher reichen. So hält die Gartenarbeit nicht nur fit, sondern spart auch Strom! Dabei gilt: keinen nassen Rasen mähen, denn Verklumpungen behindern das Messer. Und mähen Sie zügig. Je schneller die Arbeit vollbracht ist, umso weniger Energie wird verbraucht. Wichtig ist es, beim Kauf des Rasenmähers die Verbrauchswerte zu beachten. Selbstfahrende Rasenmäher verbrauchen einen Teil ihrer Energie für den Fahrbetrieb.
Hecke schneiden
Achten Sie beim Kauf einer elektrischen Heckenschere auf die passende Größe und nutzen Sie für kleine Ausbesserungen eine mechanische Schere. Dickere Äste lassen sich gut mit der Handsäge schneiden. Gut zu wissen: Mit einem stumpfen Scherenblatt oder einer stumpfen Kette sollte nicht gearbeitet werden. Das Schnittergebnis wird schlechter und es wird unnötig Energie verschwendet.
Entbehrliche Geräte
Ob Schneefräse, elektrische Kehrmaschine oder im Herbst der Laubbläser, verzichten Sie – wenn möglich – auf entbehrliche Elektrogeräte. Werden sie doch benötigt, so gilt: Kabelgebundene Geräte sind in der Regel sparsamer als akkubetriebene Modelle (leider oft auch unpraktischer). Wenn ein Neukauf oder Tausch ansteht, dann schauen Sie auf die Energieeffizienzklasse. Ausrangierte Geräte müssen immer fachgerecht entsorgt werden.
Gerade im Sommer „schluckt“ die Grünpflege ordentlich Wasser. So lässt sich auch in der warmen Jahreszeit der Verbrauch reduzieren:
- Pflanzen bevorzugt morgens gießen: Am frühen Morgen ist der Boden kühler und das Wasser kann besser versickern. Tagsüber und bis in die Abendstunden verdunstet beim Gießen viel Wasser. Wer morgens keine Zeit hat sollte am besten spät abends gießen, wenn der Boden schon leicht abgekühlt ist. Achtung: Hier kann es bei besonderen Hitzewellen Einschränkungen zur Wassernutzung geben. Informieren Sie sich über die Bekanntgaben Ihrer Stadt oder Gemeinde.
- Regenwasser sammeln und zum Gießen verwenden
- Bodennah gießen: Dabei ist es besser, weniger und intensiv zu bewässern, statt die Bodenoberfläche häufig zu benetzen. Dann kann das Wasser die Wurzeln der Pflanzen gut erreichen.
- Rasenpflege: den Rasen nicht zu kurz oder zu häufig mähen. Die Gräser spenden nämlich Schatten und der Rasen kann weniger schnell austrocknen.
Weniger Energiekosten, mehr Wohnkomfort
Für einen dauerhaft niedrigen Energieverbrauch: Machen Sie das Energiesparen zum festen Bestandteil Ihres Alltags. Vom richtigen Heizen und Lüften im Winter bis zu passenden Sommerstrategien – unsere Tipps zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Zuhause effizienter gestalten. Nutzen Sie jede Jahreszeit, um die Energiekosten zu senken und mehr Komfort zu genießen.
Im Winter richtig heizen und lüften
- Bereiten Sie die Heizung auf den Winter vor. Schon der Herbst ist die ideale Zeit, das Haus oder die Wohnung für die energieintensive Jahreszeit fit zu machen. Lassen Sie Ihre Heizung warten und prüfen Sie die Thermostate, damit das richtige Heizen im Winter zuverlässig funktioniert. Auch die Anschaffung programmierbarer Thermostatventile kann sich lohnen. Noch besser heizen übrigens entstaubte Heizkörper.
- Wie kann man im Winter Heizkosten sparen? Teils betreffen die Einsparmöglichkeiten bei der Heizenergie technische und bauphysikalische Aspekte. Allerdings können Sie mit Ihrem Nutzerverhalten wesentlich dazu beitragen, dass Heizenergie nicht unnötig verschwendet wird. Pro Grad Celsius mehr steigen die Heizkosten um rund 6 %. Jedes Grad weniger trägt also dazu bei, den Energieverbrauch zu senken. Temperieren Sie Wohnräume gezielt und halten Sie die Heizkörper für eine bessere Wärmeverteilung frei.
- Richtiges Heizen und Lüften im Winter gehen Hand in Hand. Aber wie lange sollte man im Winter lüften? Lüften Sie kurz und kräftig, um Energieverluste und das Schimmelrisiko zu minimieren. Merken Sie sich zum Beispiel die 5x5-Regel. Die besagt: im Winter mindestens 5-mal am Tag für 5 Minuten stoßlüften.
Sie möchten tiefer ins Thema einsteigen? Zum Heizen, Lüften und Sparen von Warmwasser haben wir eine Extraseite mit umfangreichen Energiespartipps für Sie zusammengestellt.
Richtig heizen, lüften und Wasser sparen: Tipps entdecken
Weitere Wintertipps für mehr Energieeffizienz
- An Wintertagen brennt oft den ganzen Tag das Licht. Steigen Sie auf sparsame LED-Leuchtmittel um, schalten Sie das Licht aus, wenn Sie den Raum verlassen, und setzen Sie im Außenbereich Bewegungsmelder ein.
- Stimmungsvolle Weihnachtsbeleuchtung? LED-Lichterketten verbrauchen circa 90 % weniger Strom als Lichterketten mit Glühbirnen.
- Hätten Sie’s gewusst? Festtagsbraten und Raclette treiben den bundesweiten Stromverbrauch an den Feiertagen oft um fast 10 % nach oben. Eine schöne Alternative ist das Wintergrillen.
- Wenn die Wärmflasche nicht fehlen darf: Erwärmen Sie das Wasser im Wasserkocher statt auf dem Elektroherd. Das Kirschkernkissen kommt für 1 bis 2 Minuten in die Mikrowelle.
- Wasserbetten sind Stromfresser. Auch hier senkt 1 °C weniger den Stromverbrauch. Nutzen Sie außerdem eine isolierende Tagesdecke.
Sonnenschutz fürs Fenster, Ventilator & Co
An warmen Sommertagen kommt die meiste Hitze über die Fenster ins Haus. Schon einfache Maßnahmen helfen dabei, dass es drinnen so angenehm wie möglich bleibt.
- Im Sommer richtig lüften: Lassen Sie die kühle Morgenluft rein und lüften Sie abends, wenn es draußen kühler ist als drinnen.
- Wählen Sie einen passenden Sonnenschutz fürs Fenster: Innen sind beispielsweise selbstklebende oder mit Saugnäpfen befestigte Folien eine Option.
- Thermovorhänge oder Plissees, Rollos und Jalousien bieten Sonnenschutz für Fenster von innen.
Hinweis: In Mietwohnungen ist je nach Montageart eine Absprache mit dem Vermieter notwendig. Innen oder außen – am bequemsten ist es, ein Sonnenschutzsystem zu wählen, das ohne bauliche Veränderungen und Bohren auskommt.
Ventilator oder Klimaanlage?
Klimaanlagen haben einen hohen Stromverbrauch, sorgen aber für wohltemperierte Räume. Wenn Jalousien oder Rollläden allein nicht reichen, sind elektrische Ventilatoren eine Alternative. Es gibt sie in vielen Varianten – vom Deckenventilator bis zum mobilen Standgerät. Praktisch: Im Gegensatz zu Außenrollos oder einer Klimaanlage können Sie Ventilatoren meist unkompliziert aufstellen, ohne vorher mit der Vermieterin oder dem Vermieter sprechen zu müssen.
Die Heizung abschalten im Frühling
Wenn die Temperaturen steigen, bietet es sich an, der Heizung eine Pause zu gönnen. Das spart effektiv Kosten ein. Aber Achtung: Warmwasser fürs Spülen, Duschen und Händewaschen wird natürlich auch im Sommer benötigt. Bei Heizanlagen, die Heizwasser und Warmwasser über zwei getrennte Systeme erwärmen, ist das unproblematisch. Werden Heiz- und Warmwasser über denselben Brenner erzeugt, kann es sinnvoll sein, die Heizung auf Sommerbetrieb umzuschalten. Bei älteren Konstanttemperaturkesseln geschieht dies noch per Hand. Viele moderne Heizsysteme verfügen über eine außentemperatur- oder raumtemperaturgeführte Steuerung und wechseln beim Erreichen einer bestimmten Temperatur automatisch in den Sommerbetrieb.
Wie Sie den Kühlschrank stromsparend nutzen
Ob Sommer oder Winter – der Kühlschrank ist unverzichtbar. Kühlen ohne Energieverschwendung zahlt sich zu jeder Jahreszeit aus. Erster Tipp: Stellen Sie Kühl- und Gefriergeräte weder neben die Heizung noch an einen sonnigen Platz. Je niedriger die Umgebungstemperatur, desto geringer ist der Stromverbrauch. Denken Sie auch daran, den Kühlschrank und/oder Gefrierschrank regelmäßig abzutauen.
Wie oft sollte man den Gefrierschrank abtauen?
Mindestens 2-mal im Jahr sollten Sie den Gefrierschrank oder das Gefrierfach im Kühlschrank abtauen. Denn starke Eisbildung bedeutet: Es muss unnötig viel Energie aufgebracht werden, damit die Temperatur passt. Kühlschrank oder Gefriergerät verbrauchen dann bis zu 15 % mehr Strom. Bei älteren Geräten ohne Low-Frost-Technik ist das Abtauen besonders wichtig.
Zusätzliche Tipps und Ideen
Auch Lebensmittel können zum Stromsparen beitragen. Solange die Luft noch zirkulieren kann, wirken Lebensmittel in einem gut gefüllten Kühlschrank wie Kühlakkus. So wird weniger Energie zum Herunterkühlen verbraucht. Wenn der Kühlschrank relativ leer ist, füllen Sie ihn mit Styropor auf. Beim Öffnen der Tür entweicht dann nicht so viel kalte Luft. Häufiges und langes Öffnen der Gerätetür kostet viel Energie. Übersichtlich einsortierte Lebensmittel ersparen mühsames Suchen und schaffen Platz.
Last but not least: Wenn Sie sich in einen längeren Strand- oder Skiurlaub verabschieden, kann auch Ihr Kühlschrank Pause machen. Einfach vor der Reise leer räumen, abtauen, reinigen, ausstecken und – ganz wichtig – offen stehen lassen. So senken Sie den jährlichen Stromverbrauch des Kühlschranks und sparen Geld.