Entwicklungen am Strom- und Gasmarkt

Energiebeschaffung

21.07.2021


Fundamentale Entwicklung am Energiemarkt

Mit Ausnahme der Kohle war der Markt in der letzten Woche rückläufig.

Der Frontjahreskontrakt für Kohle im ARA-Raum knackte die Marke von 90 USD/ t. Starke Impulse kommen dort vom kurzen Ende, wo die politischen Unruhen in Südafrika die Angebotsseite belasten und eine weiterhin hohe Nachfrage im asiatischen Raum besteht.

Der Gasmarkt gab relativ am stärksten nach. Hierbei machte sich aus unserer Sicht vor allem eine Korrektur des stärkeren Anstiegs der Vorwoche bemerkbar, sowie der – trotz ausstehender Kapazitätsbuchungen Russlands für den Transit durch die Ukraine - zunehmende Optimismus für die Nord Stream II zu einer positiven Einigung zu kommen.

Ansonsten ist das Umfeld an diesem Markt weiter angespannt. Die Speicher haben mit ca. 50% einen weiterhin sehr geringen Füllstand. Durch die schwachen Windverhältnisse besteht weiterhin eine hohe Nachfrage der Kraftwerke. Die Preisniveaus in Asien sind weiterhin hoch, so dass weiterhin wenig LNG nach Europa fließt. Außerdem finden noch immer Wartungsarbeiten an Pipelines statt.

Auf den Ölmarkt sollte sich der beigelegte OPEC interne Streit zwischen VEA und Saudi Arabien auswirken, der den VAE eine Erhöhung der Förderquote ab August zugesteht. Die US Lager werden weiterhin abgebaut und befinden sich aktuell auf dem niedrigsten Niveau seit ca. 1,5 Jahren. Aktuell geht der Markt von keinen weiteren Lockdowns aus, die die Nachfrage wieder belasten könnten. Eher wird über die Aussicht gesprochen, dass der globale Ölbedarf zum ersten Halbjahr 2022 wieder auf ein Niveau wie vor Corona steigen könnte.

Die EUA starteten neutral in die Woche, nach dem letzte Woche die erweiterte Reduktion der Treibhausgasemissionen in der EU beschlossen wurde. Hier ist sehen die Marktteilnehmer allerdings mit einer mittelfristig eher weiter steigenden Tendenz. Nach den starken Anstiegen zuletzt rechnen wir in dieser Woche allerding eher mit einem seitwärts verlaufenden Markt.

Den Strommarkt, der sich zuletzt mit Gas und CO2 bewegte, treibt aktuell weiterhin das kurze Ende. Bedingt durch die weiterhin sehr niedrige Windprognose für NWE waren bei eigentlich moderater Nachfrage in der letzten Woche Spotpreise von bis zu 95 EUR/ MWh zu sehen. Bedingt durch die massiven Hochwasser sind eventuell Einschränkungen bei der Rheinschifffahrt und damit der Kohleversorgung möglich.

Wir erwarten für diese Woche eine nachlassende Volatilität bei einem eher seitwärts gerichteten Preisniveau. Bullisher Einfluss kann in dieser Woche gegebenenfalls aus der Kohle kommen. Für den Gasmarkt kann es auch nach oben zu Überraschungen kommen.