DECHEMA Firmensitz Theodor-Heuss-Allee 25 in 60486 Frankfurt am Main

DECHEMA e.V.

Umstellung auf Fernwärme

Nachhaltigkeit im Bestand

Heizanlage

Wenn Liegenschaftsmanagerin Daniela Verges heute auf die Entscheidung der DECHEMA zurückblickt, ihren Campus in Frankfurt mit Fernwärme zu heizen, fällt ihr Fazit eindeutig positiv aus. 

Denn die Fernwärme sorgt nicht nur für eine zuverlässige und zukunftssichere Wärmeversorgung der einzelnen Gebäude mit unterschiedlichen Nutzungsansprüchen. Gemeinsam mit Mainova gelang es auch, alle Herausforderungen auf dem Weg von der Gas- zur Fernwärmeversorgung zu meistern.

Impulsgeber und Brückenbauer

Die Theodor-Heuss-Allee ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen in die Frankfurter Innenstadt. Inmitten von sich immer höher auftürmenden Bankgebäuden auf der einen und den Hallen der Frankfurter Messe auf der anderen Seite der sechsspurigen Allee liegt der Campus der DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. Die gemeinnützige Fachgesellschaft ist seit den 1930er Jahren in Frankfurt ansässig und versteht sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie in Deutschland und Europa. Über ihre mehr als 100 Fachgremien und vielfältigen Veranstaltungen – darunter die weltgrößte Messe für die Life-Science- und Prozessindustrie ACHEMA – bringt das Netzwerk Expertinnen und Experten aus Forschung und Industrie zusammen, die gemeinsam an den Lösungen von morgen arbeiten. 

Der Campus an der Theodor-Heuss-Allee gehört zum Zuständigkeitsbereich von Daniela Verges, Abteilungsleiterin „Liegenschaft und Vermarktung“ bei der DECHEMA. Die gebürtige Frankfurterin kümmert sich seit drei Jahren um die Entwicklung der Fläche und ist stets auf der Suche nach innovativen Lösungen. Der Standort mit einer Bruttogrundfläche von 20.000 Quadratmetern vereint Gebäude unterschiedlicher Zeitepochen, von 1920 bis 2010. Er ist Arbeitsstätte für etwa 150 Menschen, die hier forschen, für die Chemiebranche netzwerken, als Start-Up-Unternehmen Labore oder als Sozietäten Büroflächen angemietet haben. Einige Studierende und Doktoranden wohnen sogar auf dem Campus. „Es ist eine Herausforderung, die Gebäude instand zu halten und trotzdem kostensparend zu arbeiten. Jeder Tag ist anders und bringt neue Themen mit sich. Das macht das Ganze so spannend“, fasst Verges ihren Arbeitsalltag zusammen. Zudem bietet die DECHEMA Analysen und Beratung an und ist Event-Location. Sie vermietet ihre Hörsäle und Tagungsräume und übernimmt auf Wunsch die komplette Event-Organisation für jedes Veranstaltungsformat.

DECHEMA Gebäude

Dringender Handlungsbedarf bei der Wärmeversorgung

Ein Kernthema auf Verges‘ Agenda: Die wirtschaftliche Wärmeversorgung. Als die beiden Gaskessel von 1993 zunehmend reparaturanfällig wurden, wuchs der Druck, eine neue Lösung zu finden. „Wir hielten schon seit einigen Jahren die Luft an, ob wir noch über den nächsten Winter kommen“, erinnert sich die Hochbauingenieurin. In so einer angespannten Situation braucht es kompetente Partner in Energiefragen und die Geschäftsleitung nahm Kontakt zur Mainova auf.

Jürgen Zehmer, Key-Account-Manager bei Mainova, betreut die DECHEMA seit knapp einem Jahrzehnt und hat neben der energieeffizienten Strom- und Gasversorgung des Campus dort bereits die Installation von Elektroladesäulen begleitet. „Um einen möglichst umfassenden Blick auf die Ausgangslage zu erhalten und mit dem Kunden alle strategischen Optionen abwägen zu können, haben wir zunächst den Kontakt zur ABGnova hergestellt“, so Zehmer. Das gemeinsame Tochterunternehmen der Mainova und der ABG Frankfurt Holding, brachte bei der strategischen Vorarbeit seine Expertise ein. ABGnova-Geschäftsführer Bernd Utesch vermittelte auch den Kontakt zu einem qualifizierten Energieberater, der eine Energieeffizienzstrategie erarbeitete, Einsparpotenziale identifizierte, Thermografie-Aufnahmen anfertigen ließ und Fördermöglichkeiten analysierte. 

„Es hat alles gepasst“, erinnert sich Verges. „Die Empfehlung auf Fernwärme umzustellen, ging einher mit einem neuen Förderprogramm der Bundesregierung. So konnten wir unsere Nachhaltigkeitsziele mit der notwendigen Umstellung in Einklang bringen und wurden zudem noch mit 30 Prozent gefördert. Denn Nachhaltigkeit ist ein integraler Bestandteil des Leitbilds der DECHEMA, die sich an den Nachhaltigkeitskriterien der Vereinten Nationen orientiert.“

DECHEMA Gebäude

Gebäudeansicht

DECHEMA Gebäude Thermografie-Aufnahme

Thermografieansicht des Gebäudes

Herausforderungen meistern – dank starker Partner

Die Installation der Fernwärmeleitung entwickelte sich zu einem eng abgestimmten Projekt zwischen allen Beteiligten: Mainova übernahm die komplette Organisation und Koordination bis zur Übergabestation und stellte einen strukturierten Projektplan für alle Gewerke auf. Regelmäßige Baustellenbegehungen alle zwei Wochen sorgten für Transparenz und eine klare Terminierung.

Trotz der sorgfältigen Vorbereitung hielten die 100 Meter Fernwärme-Leitungsbau von einer Mittelinsel der Theodor-Heuss-Allee bis zum Campus für die DECHEMA einige Überraschungen bereit. So stießen die Bagger bei Tiefbauarbeiten auf einen stillgelegten Öltank, der genau in der geplanten Trassenführung lag. Doch das Mainova-Fernwärmeteam fand rasch eine alternative Lösung und führte die Leitung mithilfe spezieller Verbindungsstücke über den alten Tank hinweg. Im Gebäude selbst musste ein alter Lüftungsschacht abmontiert werden, der sich während der Bauphase als asbesthaltig herausstellte. Die Arbeiten wurden gestoppt, eine Fachfirma übernahm die sichere Demontage und Entsorgung. Schließlich kam bei der Vorbereitung einer Kernbohrung unter einer Außentreppe ein Hohlraum zum Vorschein, weil dort ein Fundament fehlte – was eine nachträgliche Sicherung möglich machte.

Fernwärmeausbau

Investition in die Zukunft des Standorts

Heute zeigt sich, dass die Entscheidung richtig war. „Wir würden uns jederzeit wieder für Fernwärme entscheiden“, sagt Verges. Die neue Versorgung ist platzsparend, zuverlässig und leistet einen relevanten Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen des Standorts. Die Emissionen sinken, der Anteil ressourcenschonender Energie steigt. Und auch die langfristige Perspektive stimmt.

Fernwärme ist eine Wärmequelle mit einem hohen Nachhaltigkeitsfaktor. Die fossilen Brennstoffe sind endlich und jede Veränderung kostet Geld. Man kann nicht gleichzeitig sparen und nachhaltiger werden.

Portrait von Daniela Verges

„Das ist ein Irrglaube. Wir müssen erstmal investieren, um später davon zu profitieren“, sagt die DECHEMA-Managerin. Denn sie weiß: Mainova-Fernwärme wird in den kommenden Jahren noch grüner werden. Denn die Dekarbonisierungsstrategie des Energiedienstleisters ist es, den Anteil von Wärme aus klimaneutralen Quellen sukzessive weiter zu erhöhen.

Die Mainova-Fernwärme und DECHEMA sind übrigens schon seit vielen Jahren direkte Nachbarn. Wer aus den Fenstern des Campus schaut, sieht das Heizkraftwerk Messe, das seit 1987 Wärme erzeugt und ein Teil des Mainova-Fernwärmeverbundes ist. Zudem gilt der 117 Meter hohe Schornstein, der mitten durch den Turm des Messe Torhauses läuft, als „Frankfurts schönster Kamin“. Und nachdem die mächtigen Fernwärmerohre schon seit Jahren die Theodor-Heuss-Allee kreuzen, wurde nun eine Verbindung zum Campus der Fachgesellschaft hergestellt.

Auch die Mitarbeiter der DECHEMA können beobachten, wie der Ausbau der Fernwärme weiter vorangeht. Ende 2025 waren Bagger in der benachbarten Varrentrappstraße zugange, um weitere Fernwärmeleitungen zu verlegen. Insgesamt plant Mainova in den kommenden Jahren bis zu 300 Kilometer neue Leitungen, wodurch sich das derzeitige Leitungsnetz mehr als verdoppelt. Und auch Daniela Verges hat schon die nächsten Maßnahmen auf ihrer Agenda, wie die Umstellung auf energieeffiziente Leuchtmittel oder die Prüfung, ob und wie am Standort selbst Strom erzeugt werden kann.

Interview mit Daniela Verges

Daniela Verges im Interview

Fernwärme für Frankfurt

Zuverlässig und umweltschonend: Antworten auf Ihre Fragen rund um Fernwärme haben wir kompakt für Sie zusammengestellt. Informieren Sie sich über die Vorteile, Primärenergiefaktoren sowie den geplanten Ausbau und die weitere Verdichtung des Fernwärmenetzes von Mainova.

Wärme für Frankfurt