Winterdienst in Städten und Kommunen: Smart spart Streugut und Einsatzfahrten

20.12.2022

Der nächste Winter kommt bestimmt – und damit auch Schnee und Glatteis, die vor allem Autofahrern Probleme bereiten. In vielen Städten fahren dann Streu- und Winterdienste nach festgelegtem Kontrollplan los – egal, ob in ihrem Bezirk tatsächlich Schnee liegt bzw. eine Glatteiswarnung besteht. Es muss ja nicht gleich das ganz große Besteck sein: Intelligente Lösungen wie Glatteis-Meldesysteme mit Funksensoren sparen nicht nur Ressourcen, sondern entlasten den Fuhrpark und deren Mitarbeiter durch gezielte bedarfsgerechte Einsätze. 

Eines ist klar: Schneeräum- und Streufahrzeuge sind ein Muss, wenn es Winter wird. Glatte Straßen bergen Gefahren für Autofahrer, Fußgänger und alle Arten von Zweirädern. Auch wenn wir uns schon lange nicht mehr auf dem hohen Niveau an glatteisbedingten Verkehrsunfällen mit Personenschaden aus dem Jahr 2013 bewegen: Die Zahlen stiegen 2021 wieder an. Waren es im Jahr 2020 – vermutlich coronabedingt – gerade einmal 2 269 Unfälle, weist die Statistik im Jahr 2021 schon weit mehr als doppelt so viele Unfälle auf. Winterliche Straßenverhältnisse sind nicht zu unterschätzen – ein guter Grund, um bei Schnee und Glatteis für eine hohe Verkehrssicherheit zu sorgen.

Anzahl der durch Schnee und Glatteis verursachten Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden in Deutschland von 2011 bis 2021

Doch auch Streudienste brauchen Energie und Sprit: Sind die Kosten der Räumdienste von den Städten und Kommunen in den kommenden Wintern überhaupt noch zu stemmen? „Glatteiswarnung“ also auch für städtische Kassen? Von einem Anstieg der Preise der Winterdienste ist in Anbetracht der Benzinpreissituation wohl auszugehen. Jetzt ist dringend Grip in der Kasse gefragt: Wenn wir von intelligenten Lösungen sprechen, sollten wir daher als erstes über eine effizientere Einsatzplanung auf Basis smarter Technologien sprechen. Bislang werden bei Winterwettervorfällen regelmäßig Kontrollfahrten durchgeführt, um eine Einschätzung der Notwendigkeit eines Streueinsatzes zu erhalten. Diese Einsatzfahrten sind in den allermeisten Fällen überflüssig, es wird sogar übervorsichtig zu viel gestreut. Was wäre also, wenn ein System aus der Ferne präzise wiedergeben könnte, ob überhaupt der Bedarf einer Streuung besteht? Das optimiert den Fuhrpark mitsamt aller Mitarbeiter, spart Einsatzfahrten, Sprit, und Ressourcen, sprich: Streumittel. Kurz: her mit dem smarten Winterdienst. Was bedeutet das? Die smarte Technologie, die viele schon aus ihrem Wohnbereich kennen, bestimmt zunehmend unser Stadtleben: Der städtische Lebensraum soll effizienter, nachhaltiger und umweltschonender werden und ganz nebenbei mehr Komfort für uns Menschen schaffen. All diese Schritte sind in Anbetracht der zunehmenden Bevölkerungszahlen vor allem in Großstädten mehr als erforderlich. Laut den Vereinten Nationen leben weltweit mehr Menschen in städtischen als in ländlichen Gebieten: Waren es im Jahr 1950 noch 30 Prozent und 2018 noch 55 Prozent, die sich für ein urbanes Leben entschieden, werden es bis 2050 voraussichtlich schon 68 Prozent der Weltbevölkerung sein.

Hier geht’s zur smarten Lösung

Smarter Winterdienst Frankfurt: Schnee räumen mit System

Herkömmliche Kontrollfahrten und Schneeräumungen fordern viel Zeit, Material und Personal – ganz besonders, wenn keine konkreten Informationen zur Wetterlage vorliegen. Die Bedarfsplanung für den kostenintensiven Winterdienst beruht derzeit meist noch auf variablen Witterungsdaten, bei Glättemeldung wird gleich vollflächig in der gesamten Stadt gestreut. Oft sind die Kontrollfahrzeuge auch nur auf Verdacht unterwegs, unnötiger Materialverbrauch führt zu Überstreuung, die wiederum Umwelt und Stadtkasse belastet. Umgekehrt fehlen diese Einsatzkräfte dann in Stadtteilen, in denen tatsächlich Glatteis herrscht. Hinzu kommt, dass aufgrund des Klimawandels heute nicht einmal mehr auf den Winter Verlass ist: Er präsentiert sich zunehmend milder und auch kürzer, jedoch mitunter mit knackigen Kälte- und Schneeeinbrüchen. Das fordert die Winterdienste zusätzlich.


Würde man Schnee- und Glatteiswarnungen in Echtzeit erhalten, könnten die Schneeräumdienste gezielter vorgehen und die Unfallgefahr besonders im Stadtgebiet reduzieren – ein maßgeblicher Faktor zur Steigerung von Attraktivität und Aufenthaltsqualität der Stadt. Zudem schafft dies einen positiven Einfluss auf das Stadtklima und bringt uns alle dem Ziel einer lebenswerten, nachhaltigen Stadt bei gleichzeitig ökonomischem Handeln einen entscheidenden Schritt näher. Der Schlüssel zu einem bedarfsgerechten Winterdienst liegt in der smarten Technologie: Ein modernes Straßenwetterinformationssystem mit robuster und langlebiger Sensortechnik ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Wetterverhältnisse und des Straßenzustands. Dank einer exakten Messung der Oberflächentemperatur in Verbindung mit Bodenfeuchtigkeit sowie Tau- und Niederschlagsprognose werden Einsätze des Winterdiensts nur dann gefahren, wenn sie auch wirklich notwendig sind. Das sorgt für eine höhere Verkehrssicherheit, entlastet den Schneeräumdienst und die Umwelt und spart Streugut ein. Das funktioniert in der Praxis ganz einfach: Sobald Glättewarnungen oder z.B. spezifische Temperaturgrenzwerte erreicht werden, wird der Einsatzleiter umgehend benachrichtigt. So kann er proaktiv und präzise handeln. Neben detaillierten Echtzeit-Aussagen über das Stadtklima bringen die Sensorendaten eine wichtige Vorbeugungsfunktion mit: Bei überfrierender Nässe beispielsweise ist ein vorzeitiger Einsatz des Winterdienstes möglich, was wiederum Verkehrsunfälle verhindern und die Sicherheit erhöhen kann. Durch die exakte und zuverlässige Datenmessung und -aufzeichnung lassen sich also nicht nur Handlungsschwerpunkte, sondern auch neue Lösungen und Anwendungen entwickeln. Smart City – das heißt Umdenken und Integration von intelligenter Technik in unseren Alltag.

Glatteiswarnung rechtzeitig vor dem Glatteis – dank zuverlässiger Sensorik

Als einer der größten regionalen Energie- und Infrastrukturdienstleister unterstützen wir diesen Prozess mit der entsprechenden Sensorik im Rahmen unserer Smart-City-Plattform. Wir kennen uns aus mit den Herausforderungen und Prozessen der Städte und Kommunen und sind mit Fachwissen, Expertise und Finanzkraft für die Entwicklung, den Auf- und Ausbau sowie den Betrieb komplexer technischer Infrastrukturen bestens aufgestellt: Auf Wunsch liefern wir interessierten Städten und Kommunen eine schlüsselfertige Infrastruktur. Unser Know-how für eine smarte Städtezukunft konnten wir bereits in zahlreichen Projekten erfolgreich unter Beweis stellen, zum Beispiel in Frankfurt, Bürstadt, Kelsterbach und Steinbach/Taunus. Von der Beratung über die Netzwerkkonzeption bis hin zur Einbindung der gewünschten Sensoren liefern wir ein Rundumpaket mit Kurs auf Zukunft. Verantwortliche von Stadt oder Kommune profitieren dabei von:

  • kostengünstigen und erprobten Lösungen,
  • hochwertiger Hardware für beste Netzqualität sowie
  • regelmäßiger Entwicklung weiterer Anwendungsfelder.

Gerne unterstützen wir Sie dabei, Ihr Unternehmen, Ihre Region oder Ihre Stadt mit smarten Technologien nachhaltiger zu machen. Mit unserem Sitz zentral in Hessen sind wir schnell bei Ihnen vor Ort.

Wer als Kommune oder Stadt seinen Bürgern für deren privaten Streudienst in Einfahrten und auf Bürgersteigen umweltfreundliche Streumittel empfehlen möchte: Die Hessische Gartenakademie (HGA) setzt hier auf salzfreie abstumpfende Streumittel, wie Gesteinssplitt, Quarzsand oder Lava- oder Blähtongranulate. Sie schmelzen das Eis zwar nicht ab, erhöhen aber den Grip. Vorteil: Die mineralischen Produkte haben in der Regel keine nennenswerten direkten Beeinträchtigungen der Umwelt zur Folge. Am besten schon beim Einkauf auf das Umweltzeichen „Blauer Engel“ achten! Und was genau gehört zu den Pflichten beim privaten Schneeräumen? In jedem Fall die Gehwege der angrenzenden Grundstücke. Sie müssen zwischen 7 und 22 Uhr geräumt bzw. mit abstumpfenden Mitteln gestreut sein. Übrigens: Streusalz ist in Frankfurt nur im Ausnahmefall an besonderen Gefahrenstellen oder in Extremsituationen wie Eisregen erlaubt.

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Michael Kliebenschedel

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