Energiemanagement im Rechenzentrum: Gemeinsam Potential erschließen

22.02.2018

kabel

Erstellt von Christian Flöring

Immer mehr Unternehmen in Deutschland betreiben mittlerweile ein eigenes Rechenzentrum. Dort befindet sich das Herz ihrer modernen IT, die für ihre Geschäftsprozesse und Angebote eine zentrale Rolle spielt. Ebenso wichtig wie der Einsatz digitaler Lösungen und Produkte ist für sie aber auch die Steuerung des Energieverbrauchs in diesen Rechenzentren. Ihn zu optimieren, ist leichter gesagt als getan. Deswegen bieten die IHK Frankfurt, die Mainova AG und das Energiereferat der Stadt Frankfurt mit dem „Netzwerk Energie-Effizienz in Datacentern“ (NED) ihre Unterstützung an.

Warum Energie-Effizienz-Netzwerke?

Energie-Effizienz-Netzwerke sind Plattformen, die ihren Teilnehmern einen unbürokratischen, zielgerichteten Erfahrungs- und Ideenaustausch ermöglichen. Diese „Wissensbörsen“ sind Teil der energiepolitischen Strategie der Bundesregierung, mit deren Hilfe der Primärenergieverbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2020 gegenüber 2008 um 20 Prozent reduziert werden soll. Bis 2050 soll der Wert von 2008 halbiert werden. Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, hat die Bundesregierung zusammen mit den Industrieverbänden die Gründung von insgesamt 500 solcher Energie-Effizienz-Netzwerken vereinbart.

Im Frühjahr 2018 startet mit dem NED das nächste dieser Netzwerke. Es richtet sich an Organisationen, die das Kernstück ihrer IT-Infrastruktur genauer unter die Lupe nehmen möchten – und in Zusammenarbeit mit erfahrenen Energieexperten konkrete Effizienzpotentiale erschließen und umsetzen möchten. Angesprochen sind dabei nicht nur Unternehmen: Auch Ämter und Einrichtungen wie Kirchen, Schulen oder Krankenhäuser können grundsätzlich an dem Netzwerk partizipieren. Die Voraussetzung ist, dass sie ein Rechenzentrum ab einer Größe von 30 Quadratmetern und einer Gesamtleistung von mindestens 30 kW in Eigenregie betreiben.

Das „Netzwerk Energie-Effizienz in Datacentern“

Nun stellt sich natürlich die Frage, wie ein solches Netzwerk denn überhaupt funktioniert – und welche Vorteile es seinen Teilnehmern bietet. Den Rahmen des NED bilden zunächst einmal die regelmäßigen Netzwerktreffen. Viermal im Jahr treffen sich die Facility-Management- und IT-Verantwortlichen der Teilnehmer bei einem der Partner vor Ort. Dort diskutieren sie über Themen wie Energieverbrauch und -management, Lastoptimierung, Versorgungssicherheit – und natürlich über die Planung und Optimierung ihrer Rechenzentren. Begleitend finden jeweils interessante Vorträge zu Themen statt, die für das Energiemanagement in Rechenzentren relevant sind. Zum Beispiel über die Digitalisierung, IT-Sicherheit und CO₂-Kompensation.

Darüber hinaus sprechen die Teilnehmer während dieser Treffen natürlich auch über den Erfolg oder Misserfolg der Energiesparmaßnahmen, die sie bis zu diesem Zeitpunkt bereits umgesetzt haben. Dadurch lernen die Teilnehmer typische Hemmnisse kennen und verstehen immer besser, auf welchem Weg sie die Leistung ihrer Rechenzentren optimieren können. „Nebenbei“ erhalten sie außerdem interessante Einblicke darüber, wie andere Organisationen ihre Rechenzentren pflegen – und welche Erfahrungen sie dabei in der Vergangenheit gesammelt haben.

Neben dem informativen Charakter dieser Treffen, die von einem Energie-Experten der Mainova moderiert werden, geht es beim NED darum, konkrete Energiesparmaßnahmen zu identifizieren und umzusetzen. Dabei steht den Teilnehmern für längere Zeit ein unabhängiger Energieberater zur Seite. Er unterstützt sie bei der Suche nach innovativen Optimierungspotentialen für ihren Energieverbrauch und berät sie zugleich bei deren Realisierung im Rechenzentrum. Dazu informiert er sie über Fördermittel und -programme, sodass die Teilnehmer ihre finanziellen Belastungen noch weiter reduzieren können.

Zusammengefasst bietet das NED seinen Teilnehmern im Wesentlichen zwei Vorteile:

  • Sie erhalten Zugang zu einer Kommunikationsplattform, auf der sie sich mit anderen Organisationen über Themen wie Energiemanagement und Digitalisierung austauschen können
  • Bei der Suche nach geeigneten Sparmaßnahmen werden sie vor Ort von erfahrenen, unabhängigen Energieberatern unterstützt

Der Kick-off erfolgt im Frühjahr

Angelegt ist das „Netzwerk Energie-Effizienz in Datacentern“ zunächst für einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Auftakt Veranstaltung findet am Donnerstag, den 1. März 2018, während der Fachkonferenz „Datacenter Experience“ in den Räumen der Mainova AG in der Solmsstraße 38 in Frankfurt am Main statt. Bis dahin müssen Interessierte sich übrigens noch nicht entschieden haben: Zunächst einmal richtet die Veranstaltung sich an alle Organisationen, die sich die Teilnahme am NED grundsätzlich vorstellen können. Danach können sie selbst entscheiden, ob das Netzwerk etwas für sie ist – oder ob sie lieber nach anderen Wegen suchen, um den Energieverbrauch in ihrem Rechenzentrum zu optimieren.

Nach dem „Kick-off“ sind in 2018 noch zwei weitere Netzwerk-Treffen geplant. Im Anschluss an zwei weitere Meetings in 2019 sollen die Teilnehmer sich dann gemeinsam mit ihrem Energieberater für ihre Sparmaßnahmen entscheiden. Begleitend zu deren Umsetzung finden bis 2020 weiterhin regelmäßig Netzwerk-Treffen statt. In der zweiten Jahreshälfte 2020 ist schließlich eine Abschlussveranstaltung geplant, bei der die Teilnehmer melden, inwiefern sie ihre Ziele erreichen konnten, und die bis dahin vergangenen zwei Jahre Revue passieren lassen.

Die Kosten für die Mitglieder des Netzwerkes belaufen sich pro Jahr auf 2.800 Euro. Darin enthalten sind neben der Energieberatung auch die Organisation und Durchführung des Netzwerkes und der Treffen.

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Christian Flöring

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