Den Energieverbrauch in Unternehmen senken – unsere Toptipps auf einen Blick

Energieeffizienz

06.11.2026

7 Minuten

Jede Kilowattstunde, die nicht gebraucht wird, reduziert Energiekosten und steigert die Wirtschaftlichkeit. In fast allen Unternehmen und Gebäuden gibt es Einsparpotenziale. Hier kommen wertvolle Tipps, um die Chancen zu erkennen und erfolgreich zu nutzen. So wird der Energieeinsatz effektiv optimiert!

Geschäftsfrau, die den Thermostat im Büro einstellt

Themenübersicht:

Die Reduzierung des Energieverbrauchs ist eine kontinuierliche Aufgabe und bedarf klarer Zuständigkeiten und Prozesse. Die Vorteile eines strategischen Vorgehens liegen auf der Hand: Energie- und Wasserkosten haben einen erheblichen Anteil an den Betriebskosten von Gewerbegebäuden. Jede Kilowattstunde, die nicht gebraucht wird, zahlt sich aus. Ob Heizung, Lüftung, Klimatechnik oder Beleuchtung – in fast allen Unternehmen gibt es Einsparpotenziale. Diese zu erkennen und zu erschließen, ist das A und O. Dabei adressiert die Optimierung von Energieanlagen und Komponenten den wichtigsten Kostenfaktor. Doch auch das Nutzerverhalten sollte man nicht vergessen! Hier kommen Tipps und Impulse, um Spielräume zu nutzen, von Förderungen zu profitieren und gezielt Kosten zu sparen.

Efficiency First! Pflichten und Anreize für Energieeinsparungen

Für eine dauerhaft tragfähige Energie- und Wärmeversorgung sind Unternehmen gefordert, ihren Energieeinsatz zu reduzieren.

  1. Mit dem Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) und Energieeffizienzgesetz (EnEfG) nimmt der Gesetzgeber Unternehmen in die Pflicht. Das EnEfG definiert u. a. das nationale Einsparziel bis 2030 (End- und Primärenergie) sowie Verbrauchskategorien und Fristen für die Einführung von Energie- oder Umweltmanagementsystemen bzw. die Erstellung von Umsetzungsplänen für Einsparmaßnahmen nach einem Energieaudit.
  2. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) 2026 beinhaltet eine Inspektionspflicht für Klimaanlagen und neu auch für bestimmte Lüftungsanlagen.
  3. Für Nichtwohngebäude definiert das GModG bis Ende 2029 Nachrüstpflichten für die Gebäudeautomatisierung und -steuerung.

Für Maßnahmen gibt es staatliche Investitionszuschüsse, zum Beispiel für Kälte-, Lüftungs- und MSR-Anlagen , für Wärmepumpen oder den Anschluss an die Fernwärme.

Energie sparen, aber wie? Potenziale erkennen, Lösungen finden, Förderung nutzen

Regulatorische Auflagen erfüllen, rentable Entscheidungen treffen und stets die Betriebssicherheit von Heizung, Lüftung & Co im Blick haben – das sind anspruchsvolle Aufgaben. Viele Unternehmen fragen sich derzeit:

  • Was bedeuten die Gesetze und sind wir wirklich gesetzeskonform?
  • Wie können wir Energiesparpotenziale erkennen?
  • Welche Instrumente sind wirtschaftlich sinnvoll?
  • Welche Fördermittel stehen uns zu?

So sieht ein möglicher Einstiegsfahrplan aus

Verbräuche erfassen, Betrieb und Systeme prüfen, Nutzer einbinden, Förderungen ausschöpfen: Passende, teils auch schnell realisierbare Maßnahmen lassen sich für jeden Betrieb identifizieren – im Transformationsprozess gibt es viele Hebel. Wer den Wandel des Energiesystems aktiv mitgestaltet, kann im Mainova-Konzern auf kompetente Unterstützung zählen. Die Anregungen und Tipps sollen Ihnen helfen, geeignete Ansatzpunkte zu finden; die Auswahl ist nicht vollständig.

Tipp 1: Instrumente zum Erkennen von Einsparpotenzialen

Nur was man durchschaut, kann man auch beeinflussen. Einsparpotenziale müssen erkannt und ihre Relevanz bewertet werden. Doch was sind geeignete Instrumente, die die wahren Energiefresser entlarven?

Sanierungsfahrpläne, Audits und Managementsysteme schaffen Transparenz

Die Transparenz über Energieflüsse ermöglicht fundierte Investitionsentscheidungen:

  • Förderfähige Sanierungsfahrpläne mit Gebäude-Digital Twin und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
  • Energieausweise
  • Energieaudits, Energiemanagement- und Umweltmanagementsysteme (z. B. EMAS oder ISO 50001)
  • Einstiegsberatungen/Machbarkeitsstudien zur Optimierung von Energiesystemen. Oft ist dies keine Frage großer Investitionen, sondern des richtigen Zusammenwirkens der Komponenten.

Gebäudeautomationssysteme

Über allen Maßnahmen steht das Ziel, Energie nur einzusetzen, wenn und wo sie gebraucht wird.
Das GModG sagt: „Ein Nichtwohngebäude mit der Nennleistung einer Heizungsanlage, einer kombinierten Raumheizungs- und Lüftungsanlage, einer Klimaanlage oder einer kombinierten Klima- und Lüftungsanlage von mehr als 70 Kilowatt muss bis zum Ablauf des 31. Dezember 2029 mit einem System für die Gebäudeautomatisierung und Gebäudesteuerung nach Maßgabe der Absätze 2 und 3 ausgerüstet werden, es sei denn, die Ausrüstung ist technisch nicht möglich oder wirtschaftlich unzumutbar.“
Das System soll Energieverbräuche kontinuierlich überwachen, protokollieren und analysieren. Außerdem muss es Benchmarks aufstellen, Verluste erkennen und Verbesserungen aufzeigen. Weitere Pluspunkte sind die Kommunikation zwischen verbundenen gebäudetechnischen Systemen sowie die Überwachung der Raumqualität. Hinweis für Sie: Oberhalb einer Leistungsgrenze von 70 kW muss bis Ende 2029 eine automatische Beleuchtungssteuerung eingebaut werden.

Energetische Inspektion von Klima- und Lüftungsanlagen

Gemäß GModG gelten folgende Inspektionspflichten, sofern das Gebäude nicht mit einem System für die Gebäudeautomation und -steuerung ausgestattet ist:

 

Anlage

Kältebedarf

Zeitpunkt Inspektion

  • Klimaanlage
  • Kälte-Lüftungsanlage

12 bis 70 kW

Erstmals 10 Jahre nach Inbetriebnahme, dann alle 10 Jahre
  • Klimaanlage
  • Kälte-Lüftungsanlage
  • Lüftungsanlage

> 70 kW

Erstmals 5 Jahre nach Inbetriebnahme, dann alle 5 Jahre
  • Klimaanlagen
  • Klima-Lüftungsanlagen
> 12 kWBei Anlagen, die im Oktober 2023 älter als 10 Jahre waren, ist bis Ende 2028 eine Inspektion durchzuführen

Tipp 2: Systemoptimierung und effektives Zusammenspiel von Komponenten

Schon in den letzten 20 Jahren wurden große Fortschritte bei Geräten und Anlagen erzielt.

  • LED sind heute State-of-the-Art.
  • Die Erneuerung von Ventilatoren in Lüftungszentralen oder Rückkühlwerken (Retrofit) kann deren Stromeinsatz senken.
  • Bei Kälteanlagen können spürbare Verbesserungen unter anderem durch zukunftsfähige Kältemittel und mehr „freie Kühlung“ erreicht werden.
  • Wärmepumpen machen Umweltwärme nutzbar.
  • Auch die Erneuerung von Pumpen, USV-Anlagen oder Transformatoren bietet Potenzial, den Energieeinsatz zu optimieren.

Ein Techniker arbeitet in einem Serverraum und installiert oder wartet Servergeräte.

Kälte-/Klimasysteme: Impulse aus unserer Beraterpraxis

Vor einer Systemoptimierung stellen sich zentrale Fragen. Eine Checkliste gibt Orientierung! Haken Sie Punkte ab wie:

  • Arbeiten die Komponenten des Systems effektiv zusammen?
  • Passt das System noch zum Bedarf, beispielsweise durch mehr Homeoffice?
  • Stimmt die Regelstrategie noch?

Maßnahmen und Investitionsbedarf – Beispiele für RLT-Anlagen für die Beurteilung der Rentabilität

MaßnahmenInvestitionskostenReturn on Investment (ROI)
Niedriginvestive Maßnahmen: Systemparameter einstellen: z. B. Luftführung optimieren, einfaches Monitoring & Controllingsystem einrichten5.000 bis 15.000 €ROI < 1 Jahr
Mittelinvestive Maßnahmen: z. B. hydraulischen Abgleich durchführen, Pumpen, Ventilatoren, Ventile ersetzen, erweitertes Monitoring- & Controllingsystem einrichten15.000 bis 45.000 €ROI circa 1 bis 3 Jahre
Höherinvestive Maßnahmen: Hauptkomponenten austauschen oder erneuern: z. B. Kompressor, Verflüssiger, Rückkühler, Wärmerückgewinnung50.000 bis 250.000 €ROI circa 3 bis 7 Jahre

Neue Heizanlage: Impulse aus unserer Beraterpraxis

In der Wärmeversorgung gewinnen zukunftsfähige Technologien an Bedeutung, z. B. Fernwärme und Wärmepumpen. Wer die Umstellung plant, sollte das Gebäudemodernisierungsgesetz kennen. Dieses bietet mehr Freiheiten, verlangt jedoch eine differenzierte Betrachtung. Insbesondere der viel zitierten „Bio-Treppe“. Machen Sie einen Vergleich über die Laufzeit, der Folgendes beinhaltet:

  • Die Wirtschaftlichkeit (Re-/Investitionen, Fördermittel)
  • Künftige Vermieter-Anteile an den Verbrauchskosten (§ 5a CO2KostAufG)
  • Energiebedarf und Energietechnik (Wärmequellen, Aufstellungsoptionen, Wartungsaufwand, Risiken in der Brennstoffbeschaffung)

Hinweis für Sie: Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern – zu diesem Thema findet am 1. Dezember 2026 um 18 Uhr ein ABGnova SophienhofAbend statt. Melden Sie sich gerne für die Online-Veranstaltung an.

Zwei Frauen und vier Männer sprechen in einem Meetingraum miteinander Tipp 3: aktives Nutzerverhalten

Überall dort, wo Nutzer Einfluss auf den Energieverbrauch haben, sollten sie zum Energiesparen motiviert werden. Schon kleine Verhaltensänderungen helfen Teams, Energie bewusster zu nutzen. In Schulungen können die nötigen Informationen vermittelt werden. Einige Unternehmen berichten im Intranet über den aktuellen Verbrauch. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten so zeitnah Feedback und verständliche Tipps, schließlich sind nicht alle Energiefachleute. In den letzten Jahren haben sich die Methoden des „Nudging“ als erfolgreich erwiesen. Gemeint sind z. B. „Anstupser“, die immer wieder auf unterhaltsame Weise an sparsameres Verhalten erinnern.
Auch zum Thema Nutzerverhalten findet bald ein ABGnova SophienhofAbend statt – am 17. November 2026 um 18 Uhr. Wir freuen uns, Sie bei dieser Online-Veranstaltung und weiteren Seminaren rund um Energiethemen und -trends zu begrüßen.

Veranstaltungskalender aufrufen

Tipp 4: finanzielle Unterstützung im Rahmen der BEG

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fasst Förderprogramme im Gebäudebereich zusammen, dazu gehört auch die Heizungsförderung (Fernwärmeanschluss, Wärmepumpen, solarthermische Anlagen, Biomasseheizungen etc.). Ebenfalls unterstützt werden die Heizungsoptimierung, Maßnahmen an der Gebäudehülle oder Verbesserungen der Anlagentechnik.

Wer mehr wissen will: Lassen Sie sich individuell beraten. Die Fördermittelberatung der ABGnova gibt einen Überblick über den aktuellen Stand von Fördermitteln und unterstützt bei der Antragsstellung und Verfahrensbegleitung. 

DECHEMA e.V.: Umstellung auf Fernwärme

Wie es gemeinsam mit Mainova gelang, alle Herausforderungen auf dem Weg von der Gas- zur Fernwärmeversorgung zu meistern.

Referenz lesen

Weshalb ein Umdenken in Unternehmen und Wirtschaft wichtig ist

Extremwetterereignisse, veränderte Niederschlagsmuster und erhöhte Durchschnittstemperaturen sind eine eindringliche Warnung. Folgen drohen auch für Versorgungsketten und den Warenverkehr etwa durch Einschränkungen in der Binnenschifffahrt.
In der Pressemitteilung „Deutschlandwetter im Sommer 2026“ vom Deutschen Wetterdienst steht eindrücklich beschrieben: „Historische Hitze, verbreitete Trockenheit und außergewöhnlich viel Sonnenschein prägten den Sommer 2026 in Deutschland, der als einer der wärmsten seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen in die Bilanz eingehen wird. Nach extremen Temperaturen im Juni schwächte sich die Hitze im Norden ab, während der Südwesten weiterhin unter anhaltender Hitzebelastung stand. Zudem setzten lokale Unwetter und Tornados scharfe Kontraste zum verbreiteten Niederschlagsmangel, dessen Folgen sich in historisch niedrigen Flusspegeln sowie teils großflächigen Wald- und Vegetationsbränden zeigten. […]“

Symbolbild: Grüne Wiese und grüne Füße aus Gras vor blauem Himmel


Im Bundes-Klimaschutzgesetz hat Deutschland seine übergreifenden Ziele definiert. Um diese bis 2045 etappenweise zu erreichen, wurden und werden verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht. Ob EEG, EnEfG oder das GModG: Sie alle tragen dazu bei, das Bundes-Klimaschutzgesetz in Anforderungen für Sektoren und Branchen zu übersetzen – und bringen konkrete Pflichten mit sich.
Mit rund 30 % ist der Gebäudesektor noch immer ein wesentlicher Verursacher globaler Treibhausgase; gleichzeitig haben Energie und Wasser einen erheblichen Anteil an den Betriebskosten von Gewerbegebäuden. Neben der Beleuchtung geht es dabei vor allem um Energie für Heizung, Lüftung und Klimatechnik. Auch im eigenen Interesse sind Unternehmen also gefragt, den Transformationsprozess aktiv zu gestalten. Ein Hebel ist besonders effektiv – und zwar die Senkung des Energieverbrauchs. Je früher, desto besser!

Mithalten und die Vorteile nutzen! Mit externer Expertise zum Erfolg

Mainova bietet Ihnen eine breite Palette an Tarifen und Lösungen, um Energie wirtschaftlich einzusetzen. Profitieren Sie von einer qualifizierten Einschätzung der Potenziale, praxisnahen Impulsen, Orientierung zu passenden Förderprogrammen und der individuellen Umsetzung.

Lösungen von Mainova im Überblick

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Sie haben Fragen zum Energieeffizienzgesetz oder interessieren sich für Möglichkeiten zur Energieeinsparung und Nutzung von Fördermitteln? Dann berate ich Sie gerne.

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