Mainova Energy Report
15.09.2026
3 Minuten
Der Nahost Konflikt sowie die niedrigen Gasspeicherfüllstände in Europa waren in den letzten Wochen erneut verantwortlich für die steigenden Notierungen am Gas- und Stromterminmarkt. Neben den fundamentalen Einflussfaktoren dürften auch Risikoaspekte, Portfolio-Strategien sowie spekulative Käufe den Preisanstieg unterstützt haben. Deutliche Preisrückgänge bei Gas und Strom dürften nach unserer Einschätzung erst eintreten, wenn eine nachhaltige Beruhigung der Lage im Nahen Osten verbunden mit einer Normalisierung des Schiffverkehrs in der „Straße von Hormus“ für die Marktteilnehmer erkennbar wäre.
Inhalt im Überblick:
Fundamentale Entwicklung am Energiemarkt
Der Preisanstieg am Gas- und Stromterminmarkt setzte sich in den letzten Wochen weiter fort. Die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten sowie die niedrigen Gasspeicherstände in Europa waren erneut die wesentlichen Preistreiber. Im Nahost-Konflikt deutete sich keine diplomatische Lösung des Konflikts an und gleichzeitig hat sich die Lage eher noch verschärft, nachdem die dem Iran nahestehende Huthi-Miliz einerseits mit Angriffen auf eine wichtige saudische Ölpipeline deren Öltransporte Richtung Rotes Meer unterbunden hat und gleichzeitig auch die Kontrolle über die Meerenge „Bab al-Mandab“ gewonnen hat, die zuletzt als Ausweichroute zur „Straße von Hormus“ für saudische Ölexporte Richtung Asien diente. Der damit verbundene Preisanstieg bei Öl könnte ölgebundene Gasbezugsverträge, die gerade in Asien noch häufiger Anwendung finden, derart verteuern, sodass LNG-Spotkäufe gegenüber der Gasbeschaffung aus Langfristverträgen attraktiver werden und gleichzeitig über die üblichen Mechanismen auch die Gaspreise in Europa erhöhen. Neben diesen fundamentalen Faktoren vermuten wir, dass Risikogesichtspunkte, Portfolio-Strategien und auch spekulative Käufe den Preisanstieg bei Gas und Strom nicht unwesentlich unterstützt haben.
Heute setzten im Tagesverlauf Preisrückgänge bei den Gas- und Stromkontrakten ein, die auf Gewinnmitnahmen seitens der Spekulanten und einer allgemeinen Kaufzurückhaltung nach den Preissteigerungen zuvor zurückzuführen sein dürften. Diese Entwicklung könnte durchaus der Beginn einer vorübergehenden Preiskonsolidierung auf hohem Niveau sein, gleichwohl sollten die Nachrichten zum Nahost-Konflikt in den kommenden Wochen preisbestimmend bleiben, sodass kräftige Preisrückgänge erst eintreten dürften, wenn eine nachhaltige Beruhigung der Lage im Nahen Osten verbunden mit einer Normalisierung des Schiffverkehrs in der „Straße von Hormus“ für die Marktteilnehmer erkennbar wäre.
Erwartung Preisverlauf für die kommenden zwei Wochen
Nach den kräftigen Wertzuwächsen bei Gas und Strom könnte zunächst eine Preiskonsolidierung auf hohem Niveau einsetzen. Gleichzeitig sollten die Nachrichten zum Nahost-Konflikt in den kommenden Wochen weiterhin preisbestimmend bleiben. Solange sich in Nahost keine nachhaltige Entspannung zwischen den Konfliktparteien und eine Normalisierung des Schiffverkehrs durch die Straße von Hormus abzeichnet, erwarten wir keine kräftigen Preisrückgänge bei den Gas- und Stromterminkontrakten.
Strom und EUA
NCG, Kohle, Öl
Preisüberblick Strom
Strom Jahreskontrakte Base
Strom Frontmonat und Spotmarkt, Base
Preisüberblick Erdgas
Erdgas Jahreskontrakte
Erdgas Spotmarkt
Rechtlicher Hinweis:
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