IPCC-Bericht 2022: Höchste Zeit für mehr Energieeffizienz

Energieeffizienz

Energiepolitik

05.05.2022

Die Zeit zu handeln ist jetzt. Anfang April legte die Arbeitsgruppe III des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change, kurz: IPCC) ihren Teilbericht vor. Damit wurde der dritte Band des sechsten Sachstandsberichts des IPCC veröffentlicht – und die Pressemitteilung hatte es in sich: „The evidence is clear: the time for action is now. We can halve emissions by 2030.“ Weiter wie bisher? Keine Option. Nur mit einer sofortigen und tiefgreifenden Reduktion der CO2-Emissionen sei das 1,5-Grad-Ziel noch zu erreichen.

Dabei fiel die Veröffentlichung in eine Zeit großer Unsicherheit. Der Ukraine-Konflikt legt die fossilen Abhängigkeiten schonungslos offen. Eins möchten wir dabei betonen: Der Krieg ist eine Tragödie für die davon betroffenen Menschen. Bei allen Diskussionen um Sanktionen, Versorgungssicherheit und Energiepreise steht der menschliche Aspekt an erster Stelle. Unser Mitgefühl gilt jenen, die um ihr Leben oder das Leben von Freunden und Angehörigen bangen.

Tragfähige Konzepte auf dem Weg zur Klimaneutralität

Den Verbrauch fossiler Brennstoffe begrenzen, die Energiesicherheit wahren, es ist eine Mammutaufgabe, vor der wir stehen, die zeigt: Auf dem Weg zur Klimaneutralität brauchen Unternehmen dringender denn je tragfähige Energiekonzepte. Vieles muss schnell und vor allem gleichzeitig passieren. Ein Schlüssel ist die Steigerung der Energieeffizienz. Mit bedarfsgerechten Lösungen, die auch finanziell zu stemmen sind. Denn wer jetzt den Energieeinsatz optimiert, senkt Kosten, vermeidet CO2 – und schont so die Umwelt.



Eckpfeiler der Klimapolitik: Klimaschutzgesetz, Osterpaket & Co

Die Null muss stehen! Eine Aussage, die man derzeit nicht nur im Endspurt der Fußball-Ligen hört. Um beim Klimaschutz nicht ins Abseits zu geraten, wurden bereits letztes Jahr sportlichere CO2-Minderungsziele definiert. Ob angepasstes Klimaschutzgesetz  oder EU-weites „Fit for 55“-Paket" mit Verschärfung und Ausweitung des Emissionshandels – es geht um nicht weniger als eine lebenswerte Zukunft. Die Vorgaben für Team Deutschland sind bekannt:

  • 65 % weniger Emissionen bis 2030
  • Treibhausgasneutralität bis 2045
  • negative Emissionen nach 2050

Im sogenannten „Osterpaket“ wurden nun weitere, große Schritte angekündigt, darunter eine umfangreiche Novelle des EEG. Deutschland will sich damit voll und ganz auf den 1,5-Grad-Klimaschutz-Pfad fokussieren. Und vor dem Hintergrund der Energiesouveränität ist die Dringlichkeit doppelt hoch. Mehr Solar, mehr Windkraft, weniger Bürokratie, laut Osterpaket soll die Stromversorgung bereits 2035 fast vollständig auf erneuerbaren Energien beruhen.

Gesetzesentwürfe im Osterpaket


On the road to – mehr Energieeffizienz

Jetzt gilt es, diesen Weg in die Erneuerbaren aktiv zu gestalten. Dabei sind alle Verbrauchssektoren gefragt, auch die Instrumente und Technologien zur Energieeinsparung konsequent zu nutzen. Ein Satz aus dem Bericht „Energieeffizienz in Zahlen“ unterstreicht die Relevanz:

„[…] Energieeffizienz ist eine tragende Säule der Energiewende, denn die klimaschonendste und günstigste Kilowattstunde ist die, die wir gar nicht erst verbrauchen. […]“ 

(Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Broschüre „Energieeffizienz in Zahlen – Entwicklungen und Trends in Deutschland 2021“, S. 13)


Die Broschüre gibt einen Überblick über die Umsetzung der Energieeffizienzpolitik in Deutschland. Interessierte und Entscheider können sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz herunterladen. Für einen sektorspezifischen und -übergreifenden Austausch hat der Bund im Zuge der deutschen Energieeffizienzstrategie das Dialogformat „Roadmap Energieeffizienz 2045“ initiiert.

Die Herausforderung: Alle Instrumente und Maßnahmen für mehr Energieeffizienz müssen konsequent an den neuen Klimazielen ausgerichtet werden.


IPCC: CO2 sparen, wo immer es geht

Aber kann das alles reichen? Es kann und es muss! Nicht zuletzt die Berechnungen im Weltklima-Bericht zeigen noch einmal die gebotene Eile. Um die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu beschränken, müssten die weltweiten Treibhausgasemissionen allerspätestens in 3 Jahren ihren Höchststand erreichen und bis 2030 um 43 % sinken. Gleichzeitig müsste laut IPCC der Methan-Ausstoß um ca. ein Drittel reduziert werden. Wissen und Werkzeuge sind da, die nächsten 8 Jahre entscheiden über den Erfolg.

Eine besondere Verantwortung tragen die Industriestaaten. Dass auch wir besser werden müssen, untermauern Zahlen aus dem Frühjahr. Am 15.03.2022 gaben das Umweltbundesamt (UBA) und Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz eine gemeinsame Pressemitteilung heraus, in der es heißt:

„Nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr steigen die Treibhausgasemissionen in Deutschland wieder an. So wurden im Jahr 2021 rund 762 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt – das sind gut 33 Millionen Tonnen oder 4,5 Prozent mehr als 2020. […] Seit 1990 sanken die Emissionen in Deutschland um 38,7 Prozent. Das Ziel für 2030 ist ein Minus von 65 Prozent. Emissionssteigerungen gegenüber dem Vorjahr gab es 2021 in nahezu allen Bereichen. […]“

Laut ⁠UBA⁠-Präsident Dirk Messner müssten nun pro Jahr 6 % Emissionen gemindert werden, um die Ziele der Bundesregierung bis 2030 zu erreichen. Seit 2010 seien es im Schnitt nicht einmal 2 % gewesen. Es brauche jetzt „eine gemeinsame Energieanstrengung“.


Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland


Jetzt oder nie: Impulse im Transformationsprozess

Unternehmen spüren den wachsenden Druck, ihre Emissionen zu senken. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass jede einzelne Maßnahme zählt. Im gesamten Transformationsprozess gibt es viele Hebel. Die Potenziale, die in Energieeffizienzlösungen stecken, sind enorm. Auch vermeintlich kleine Maßnahmen haben eine große Wirkung – auf die Versorgungssicherheit, auf die Energiekosten und den Klimaschutz.


CO2-Neutralität als Chance: mit externer Expertise zum Erfolg

Das Motto: mithalten und die Vorteile nutzen. Von Importunabhängigkeit über Imagegewinn bis zu nachhaltigen Finanzierungsmodellen bieten sich immer mehr Chancen. Viele Unternehmen haben CO2-Neutralität bereits auf ihrer Agenda. Zu diesem Ergebnis kommt eine empirische Studie, die das Handelsblatt Research Institute (HRI) im Auftrag der ENGIE mit dem Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) durchgeführt hat. Laut Studie räumt die Mehrheit der befragten kleinen und mittelständischen Unternehmen dem Erreichen der CO2-Neutralität hohe Priorität ein und sieht das Ziel der Klimaneutralität (eher) als Chance 

Aber wie kann Klimaneutralität konkret erreicht werden? Sind die Haupttreiber der CO2-Emissionen bekannt oder eine energetische Blackbox? Und wie steht es um das eigene Know-how? Dass gerade die letzte Frage erfolgsrelevant ist, belegt die HRI-Studie.

Auf die Frage „Würden Sie sagen, dass Ihr Unternehmen über alle personellen Ressourcen und Fähigkeiten verfügt, um das Ziel der CO2-Neutralität ohne externe Unterstützung zu erreichen?“ antwortete gut die Hälfte der befragten Unternehmen mit „Nein“.

(Quelle: HRI-Studie „Klimaschutzpolitik im Unternehmen: Make it or buy it“, S. 14, Abbildung 3, S. 16, Abbildung 6, S. 27, Abbildung 13)

Unterstützung ist also gefragt. Passende Effizienzmaßnahmen oder Anlagen-Contracting – mit einem spezialisierten Lösungsanbieter lassen sich betriebswirtschaftlich sinnvolle Dekarbonisierungsprojekte risikoarm realisieren. Und führen schneller zu messbaren Erfolgen.


Von Lichttechnik bis Contracting: Energieeffizienz gezielt steigern

Je effizienter Strom und Wärme genutzt werden, desto schneller wird die Energiewende Realität. Wo Ihr Unternehmen steht und was Sie tun können, finden wir gemeinsam heraus. Professionelle Analysen und moderne Effizienzlösungen rund um Lüftung, Licht und USV-Anlagen bieten großes Potenzial, Kosten und schädliche Emissionen nachhaltig zu senken. Betriebe aller Größen und Branchen können geeignete Maßnahmen meist zügig realisieren. Oft auch mit attraktiver Förderung!

Lassen Sie sich umfassend beraten

Zu den kosteneffizienten Optionen bei Anlagenbau und -sanierung zählen Contracting-Pakete, z. B. im Bereich Wärme. Prozesswärme aus einem Blockheizkraftwerk, Holzpelletkessel in der Quartiersversorgung, es gibt viele Modelle, die Dekarbonisierung zu beschleunigen. Auch die Sektorenkopplung, die Verbindung von Strom und Wärme innerhalb einer Anlage, ist möglich. So kann Strom aus einer Solaranlage eine elektrische Wärmepumpe antreiben, die das Gebäude mit Heizungswärme und Warmwasser versorgt.

Interesse an einem Praxisbeispiel? Die Wärmeversorgung im neuen Frankfurter Quartier Westville belegt eindrucksvoll, wie technische Innovationen nachhaltig CO2 einsparen. Eine kluge Infrastruktur sorgt dafür, dass die Abwärme des nahe gelegenen Rechenzentrums der Telehouse Deutschland umgewandelt und beispielsweise zum Heizen der Wohnungen genutzt werden kann.

Die Story im Nachhaltigkeitsbericht


Jetzt in eine klimaneutrale Zukunft starten

CO2-Bepreisungsrechner: Planungssicherheit schaffen. Dafür steht Ihnen unser CO2-Bepreisungsrechner zur Verfügung. Dieser liefert Ihre voraussichtlichen BEHG-Abgaben für die kommenden Jahre.

CO2-Management: Ganzheitlich handeln. Um geeignete Maßnahmen aufeinander abzustimmen, beraten wir Sie rund um Ihre Dekarbonisierungsstrategie.

Power Purchase Agreements (PPA): Ökologisch entscheiden, ökonomisch profitieren. Wir bieten Ihnen maßgeschneiderte Power Purchase Agreements für die Versorgung mit hochwertigem Grünstrom.

Photovoltaik für Unternehmen: Abhängigkeit von Energieimporten reduzieren. Im Rahmen unseres Eigenstrom-Angebots können Sie zwischen Kauf- oder PV-Stromliefermodellen wählen.

  

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