Pressemitteilung

05.02.2015|Frankfurt am Main

Mainova fordert Beseitigung von Hindernissen bei Netz-Investitionen

Gemeinsam mit sechs weiteren städtischen Netzbetreibern hat sich die Mainova-Tochter NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH (NRM) in einem offenen Brief an das Bundeswirtschaftsministerium gewandt.

Die Vertreter der „Städte-Allianz“ fordern darin die Beseitigung von Hindernissen bei Investitionen in den Erhalt und den Ausbau der städtischen Stromnetze. Kritisiert wird insbesondere das Verfahren der Erstattung von Netz-Investitionen. Diese werden derzeit erst mit einem Zeitverzug von bis zu sieben Jahren erstattet.

„Gegenwärtig konzentriert sich die politische Diskussion vor allem auf den Bau der geplanten großen Stromautobahnen. Großer Investitionsbedarf besteht aber auch im Bereich der städtischen Verteilnetze. Gerade in Ballungszentren wie dem Rhein-Main-Gebiet sind die Anforderungen an die Versorgungszuverlässigkeit besonders hoch“, erklärt der Vorsitzende des Vorstands der Mainova AG, Dr. Constantin H. Alsheimer.

Bei Stromausfällen sind hier stets viele Bürger gleichzeitig betroffen. Außerdem ist die hohe Qualität der Stromversorgung für Wirtschaft und Industrie von vitaler Bedeutung. Um die bestehende Versorgungsqualität auch zukünftig aufrecht zu erhalten, muss in den kommenden Jahren kräftig in die Netzinfrastruktur investiert werden. 

Der aktuelle Ordnungsrahmen für den Netzbereich benachteiligt allerdings diejenigen Netzbetreiber, die Investitionen in die Netzinfrastruktur vornehmen. Die Städte-Allianz fragt daher: „Kann das ganzheitliche Projekt Energiewende nachhaltig gelingen, falls die Bestandsnetze insbesondere vieler Städte zunehmend veralten? Gerade in den Städten liegt das Potenzial für eine Verbrauchssteuerung, das aber nur mit modernisierten Netzen zu heben ist."

Derzeit werden durch den Zeitverzug bei der Kostenerstattung Anreize zu einer Investitionszurückhaltung gegeben. Vor allem kommunale Energieversorger wie die Mainova stellt diese Situation vor ein Dilemma. Dr. Alsheimer: „Da wir keine Abstriche an der Qualität der Netze erlauben, sind wir gegenwärtig gezwungen, wirtschaftliche Nachteile in Kauf zu nehmen.“

Die Politik hat das Problem erkannt. Union und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag das Ziel ausgegeben, die Rahmenbedingungen für die Verteilnetze investitionsfreundlich auszugestalten. Zudem hat der Bundesrat mit dem Ansatz der Investitionskostendifferenz ein Reformmodellvorgeschlagen, das den Zeitverzug bei der Vergütung von Netzinvestitionen beseitigen würde. Die Städte-Allianz wirbt in dem offenen Brief für die Realisierung dieses Modells. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es einen guten Kompromiss zwischen Investitions- und Effizienzanreizen darstellt.

Die Unterzeichner:

Braunschweiger NetzGmbH, Dortmunder Netz GmbH, Netzgesellschaft Düsseldorf mbH, enercityNetzgesellschaft mbH, Netzdienste Rhein-Main GmbH, Rheinische NETZGesellschaftmbH sowie Stromnetz Berlin GmbH. Gemeinsam versorgen die Netzgesellschaften rund10 Millionen Einwohner sowie Industrie und Gewerbe. 

Beispiel der NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH

Wegen zwei neuer Großkunden in Frankfurt am Main muss die NRM rund 2,5 Millionen Euro in den Netzausbau investieren. Für die vier neuen Anschlusspunkte werden jedoch nur rund 4.000 Euro pro Jahr erstattet. Dies liegt daran, dass die Lasterhöhung durch die zusätzlichen Großabnehmer nicht berücksichtigt wird. Über das Modell der Investitionskostendifferenz würden die Kapitalkosten aus dieser Erweiterungsinvestition in sachgerechter Weise vollständig Berücksichtigung finden.

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