Pressemitteilung

30.08.2016|Frankfurt am Main

Halbjahresergebnis liegt über Vorjahr

Bereinigtes Konzernergebnis (EBT) steigt auf 62,5 Millionen EuroHöherer Stromabsatz durch KundengewinneAnhaltender Druck auf konventionelle ErzeugungNiedrigere Belastungen durch RisikovorsorgenEffizienzsteigerungen durch Digitalisierung interner ProzesseAusbau der Fernwärme schreitet planmäßig voranErgebnisprognose wird leicht angehoben
Halbjahres-PK

Der Mainova-Konzern hat heute in Frankfurt das Geschäftsergebnis für das erste Halbjahr 2016 vorgestellt. Das bereinigte Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 62,5 Millionen Euro (+9,1 Millionen Euro). Das Ergebnis war insbesondere beeinflusst durch Vertriebserfolge, Effizienzsteigerungen durch die verstärkte Digitalisierung interner Prozesse sowie niedrigere Belastungen durch Risikovorsorgen.

Der Vorstandsvorsitzende Dr. Constantin H. Alsheimer zum ersten Halbjahr: „Volatile Beschaffungsmärkte sowie der anhaltende Druck auf konventionelle Erzeugungsanlagen prägen unser aktuelles Geschäft. Auf der vertrieblichen Seite stellen wir uns erfolgreich den Herausforderungen des härteren Wettbewerbs und entwickeln kontinuierlich neue Geschäftsfelder und Produkte, um unsere Kunden zu binden sowie weiteres Wachstum zu generieren.“

Erfreuliche Ergebnisentwicklung

Im Vergleich zum Vorjahr konnte im Segment Erzeugung ein leicht positives Ergebnis von 1,1 Millionen Euro erzielt werden. Der Anstieg um 12,6 Millionen Euro war insbesondere auf höhere Belastungen durch Risikovorsorgen im Vorjahr zurückzuführen. Auch die Stromversorgung entwickelte sich positiv. Sie legte um 5,2 Millionen Euro auf nun 7,6 Millionen Euro zu. Hierin spiegeln sich Kundengewinne sowie Abrechnungsgutschriften aus Vorperioden wider.

Aufgrund der aktuellen Marktentwicklungen stieg das Ergebnis im Segment Gasversorgung um 3,1 Millionen Euro auf 42,9 Millionen Euro. Das Ergebnis im Segment Wärmeversorgung ging um 5,1 Millionen Euro auf 2,4 Millionen Euro zurück. In beiden Segmenten hat Mainova die Preise im laufenden Jahr gesenkt (Erdgas direkt um 9,6 %, Wärme um 12 %). Die Wasserversorgung ist aufgrund der Auswirkungen des Wasserkartellverfahrens mit einem Ergebnis von -1,6 Millionen Euro nach wie vor defizitär. Das Beteiligungsergebnis bewegte sich mit 34,9 Millionen Euro in etwa auf Vorjahresniveau.

Höherer Stromabsatz durch Kundengewinne

Der Stromabsatz erhöhte sich um neun Prozent auf rund 5.500 Millionen Kilowattstunden. Der Anstieg resultierte mehrheitlich aus der Gewinnung von Neukunden. Der Gasabsatz sank um gut drei Prozent auf knapp 7.300 Millionen Kilowattstunden. Der Rückgang war im Wesentlichen auf einen gesunkenen Gashandel zurückzuführen. Der Absatz im Vertriebsgeschäft lag auf Vorjahresniveau. Der Mengenzuwachs beim Wasser um etwa acht Prozent auf nun 23,5 Millionen Kubikmeter resultierte aus der Erschließung von Neubaugebieten in Frankfurt.

Dr. Alsheimer: „Für das Geschäftsjahr 2016 haben wir ein bereinigtes Ergebnis vor Ertragsteuern zwischen 120 und 130 Mio. Euro prognostiziert. Die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2016 verlief besser als erwartet. Daher sind wir optimistisch und gehen nun von einem Ergebnis leicht über dem Vorjahr aus.“

Ausbau der Fernwärme schreitet planmäßig voran

Die Investitionen des Unternehmens sind im Vergleich zum Vorjahr von 44,3 Millionen Euro auf jetzt 51,9 Millionen Euro angestiegen. Der Schwerpunkt lag auf der Umsetzung des Wärmeversorgungskonzepts und den damit verbundenen Investitionen in das Fernwärmenetz sowie die Ertüchtigung der bestehenden Erzeugungsanlagen. Hierfür wurden rund 19 Millionen Euro aufgewendet.

Mit der Verbindung der Heizkraftwerke (HKW) West und Messe wird bis zum Sommer 2017 das letzte Teilstück des Fernwärmeverbundes realisiert. Nach der erfolgreichen Unterquerung des Gleisvorfelds am Frankfurter Hauptbahnhof erfolgt ab Herbst der Einbau der Fernwärme-Leitungen. Die Inbetriebnahme des Verbunds ist für Juni 2017 vorgesehen.

Trübe Aussichten für die Kraft-Wärme-Kopplung

Die Bundesregierung will noch im Herbst die sogenannten vermiedenen Netznutzungsentgelte (vNNE) neu regeln. Die Bundesnetzagentur drängt auf eine Abschaffung der vNNE.

Wenn diese Pläne umgesetzt werden, würde dies die Wirtschaftlichkeit von KWK-Anlagen gefährden. Hiervon wären auch die hocheffizienten Frankfurter Heizkraftwerke betroffen. Dr. Alsheimer: „Ohne die lastnahe und steuerbare dezentrale Erzeugung mittels KWK würde auch deren netzentlastende Wirkung entfallen. Wir fordern, dass die netzentlastende, systemstabilisierende Wirkung dezentral und verbrauchsnah einspeisender KWK-Anlagen auch weiterhin vergütet wird.“