Pressemitteilung

25.05.2016|Frankfurt am Main

Bundesregierung muss entscheiden: Markt oder Subventionen?

Anlässlich der heutigen Hauptversammlung der Mainova AG im Gesellschaftshaus des Frankfurter Palmengartens zog der Vorstandsvorsitzende Dr. Constantin H. Alsheimer ein positives Fazit des zurückliegenden Geschäftsjahres.

„Unser operatives Kerngeschäft ist stabil. Wir haben uns rechtzeitig auf die herausfordernden Rahmenbedingungen durch die Energiewende eingestellt und die notwendigen Maßnahmen ergriffen. Die Mainova ist weiterhin auf gutem Kurs.“

Als einen wichtigen Faktor für die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens bezeichnete Alsheimer die Beschlüsse des Pariser Klimagipfels: „Für die deutsche Energiewirtschaft bedeutet das, dass an der sogenannten Dekarbonisierung, also dem weitgehenden Ausstieg aus der Energiegewinnung mittels fossiler Brennstoffe, mit Nachdruck gearbeitet werden muss. Das ist aus unserer Sicht gut und richtig.“

Derzeit stehe man jedoch vor einem Paradoxon: Erneuerbare Energien produzieren zwar einen Rekordanteil an Strom, gleichzeitig aber laufen Braunkohle-Kraftwerke Tag und Nacht. Um das Ziel der Dekarbonisierung zu erreichen, sollte der Gesetzgeber die CO2-Intensität der Energieträger stärker in den Blick nehmen: „Der Gesetzgeber sollte entsprechend einen rechtssicheren Ausstiegspfad für die Braunkohle beschreiben. Verknüpft mit einer Reform des EU-Zertifikatehandels wäre das ökologisch am sinnvollsten und würde für Investitionssicherheit sorgen. Damit könnte sich unser Energiesystem nach und nach auf die effizientesten und CO2-ärmsten Technologien fokussieren“, so Dr. Alsheimer.

Im Fokus müsse dabei die Frage stehen, wie die Versorgungszuverlässigkeit bei bezahlbaren Preisen gewährleistet werden könne. Dr. Alsheimer: „Deutschland und insbesondere unsere Region Frankfurt Rhein-Main sind wie keine zweite auf eine stabile und bezahlbare Versorgung ganz besonders angewiesen.“

Bei alledem sei der Gesetzgeber gefordert. Er müsse die richtigen, marktgerechten Weichen stellen. Dr. Alsheimer: „Nach der Bundestagswahl wird die Bundesregierung entscheiden müssen, was sie will: Markt oder Subventionen, einen europäischen Gleichklang der Rahmenbedingungen oder nationale Sonderlösungen. Der bisherige Weg ‚von allem etwas‘ wird dauerhaft nicht tragen. Jedenfalls wird er teuer werden.“

Mainova behauptet sich im Wettbewerb

Insgesamt sieht sich Mainova in einem umkämpften Markt auf einem guten Weg. Dr. Alsheimer: „Wir stellen uns diesem Wettbewerb mit Erfolg. Seit 2009 konnten wir im Saldo etwa 100.000 neue Kunden gewinnen. Dies haben wir erreicht, weil wir zielgerichtet und fokussiert neue Vertriebsgebiete erschlossen haben.“

Als regionaler Energieversorger ist Mainova eng mit ihrer Heimatregion verbunden. Im vergangenen Jahr hat sich das Unternehmen weiter als zuverlässiger Partner der Kommunen in der Region Frankfurt-Rhein-Main bewiesen. Dr. Alsheimer: „Wir sind stolz darauf, dass wir in 2015 die Strom- und Wasserkonzessionsverträge mit der Stadt Frankfurt am Main verlängern sowie die Fernwärmeversorgung in Frankfurt fortsetzen konnten. Zusätzlich konnten wir in Hofheim am Taunus, Flörsheim am Main und Friedrichsdorf unsere Gas-Konzessionen verlängern.“

Konzernergebnis 2015

Das bereinigte Konzernergebnis der Mainova lag im Jahr 2015 bei 128,9 Millionen Euro und damit nur leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Unter Druck waren insbesondere die Gaskraftwerke, die mit einem anhaltenden Verfall des Börsenstrompreises konfrontiert waren. Dies erforderte die Bildung von Risikovorsorgen für unsere Beteiligungen an den Gaskraftwerken in Irsching und Bremen. Positiv wirkte im zurückliegenden Geschäftsjahr die kühlere Witterung im Vergleich zu 2014. Dadurch konnten die wärmegeführten Segmente einen höheren Ergebnisbeitrag leisten.

Die Investitionen der Mainova blieben 2015 auf einem hohen Niveau. Allein im Jahr 2015 hat Mainova rund 115 Millionen Euro beispielsweise in die Frankfurter Energie- und Wassernetze investiert. Der Löwenanteil entfiel auf den Fernwärmeausbau im Stadtgebiet Frankfurt. Dr. Alsheimer: „Darüber hinaus haben wir, trotz der hohen Investitionen, unsere Finanzverbindlichkeiten außerplanmäßig reduziert. Unsere Eigenkapitalquote hat sich damit auf 37,9 Prozent erhöht. Mainova macht das über den Tag hinaus stark. Wir sehen uns für die Zukunft gut aufgestellt.“