Pressemitteilung

11.02.2015|Frankfurt am Main

Frankfurter Strom zu Gas-Anlage übertrifft Erwartungen 

Dies ist das Ergebnis aus dem Dauerbetrieb sowie bei zusätzlichen Belastungstests knapp ein Jahr nach der offiziellen Inbetriebnahme.

So liegt der Wirkungsgrad bei bis zu 77Prozent. Die Anlage produziert aus Strom und Wasser durch das Verfahren der Elektrolyse Wasserstoff. Ziel ist es, überschüssigen Strom aus Windparks und PV-Anlagen im Gasnetz zu speichern.  

Vor dem Hintergrund zunehmender erneuerbarer Energien im Stromnetz kommt der Technologie hohe Bedeutung zu, um die langfristigen Ziele der Energiewende erreichen zu können. Laut Prognosen liegt der Speicherbedarf im Jahr 2020 bei 17 Terawattstunden (TWh) und 2050 bereits bei 50 TWh „Das gut ausgebaute Gasverteilnetz in Deutschland ist in der Lage, diese Mengen komplett aufzunehmen. Das Gasnetz kann damit zur Batterie der Zukunft werden. So können wir die Probleme der stark schwankenden Erzeugung aus Wind- und Sonnenenergie lösen“, ist Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorsitzende rdes Vorstands der Mainova AG, überzeugt. 

Die Anlage im Frankfurter Osthafengebiet betreibt die Mainova für zwölf weitere Partner der Thüga-Gruppe. Der aktuelle Belastungstest wurde gemeinsam mit dem European Institute for Energy Research und der DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut durchgeführt. Analysiert wurden dabei Wirkungsgrad, Regelgeschwindigkeit,Lastverhalten und die Gasqualität. Dr. Alsheimer: „Die Ergebnisse sind besonders interessant, da es sich bundesweit um die erste Anlage handelt, die in Wasserstoff umgewandelten Strom ins Gasverteilnetz einspeist. Und auch für den Protonen-Austausch-Membran-Elektrolyseur, Kernstück der Anlage, ist das einneues Einsatzgebiet.“ Der Belastungstest wird im Laufe der geplanten Betriebszeit der Anlage noch zweimal wiederholt.

Anlage eignet sich zur Teilnahme am Regelenergiemarkt

Auch bei der Regelbarkeit kann der Elektrolyseur die Erwartungen erfüllen. Es zeigt sich, dass er sehr schnellhoch und herunter geschaltet werden kann. Damit kann die Anlage auch auf veränderte Lastsituationen im Netz reagieren und erfüllt die Voraussetzungen, um am Markt für Sekundärregelleistung teilzunehmen. Das heißt, sie kann – wenn sich zu viel Strom im Netz befindet – die Lastabnahme des Elektrolyseurs auf Anforderung des Übertragungsnetzbetreibers erhöhen. Die Anlage nimmt dann den Strom auf und wandelt ihn in Wasserstoff um. Damit trägt sie zur Stabilität des Stromnetzes bei.

Integration der Anlage in ein intelligentes Energiesystem

Daneben steht während der Projektphase von 2014 bis2016 auch im Fokus, wie die Anlage künftig in ein zunehmend intelligentes Energiesystemintegriert werden kann. „Wir wollen die Anlage für die Dauer des Demonstrationsbetriebes so einbinden, dass sie aktiv dazu beiträgt, die Unterschiede zwischen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und Stromverbrauch auszugleichen“, sagt Dr. Alsheimer. Dafür entwickelt das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme eine Software für eine entsprechende Echtzeit-Steuerung.  

Die Demonstrationsanlage wird vom hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung sowie der Europäischen Union gefördert.

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Pressemitteilung: Frankfurter Strom zu Gas-Anlage übertrifft Erwartungen