Pressemitteilung

18.12.2014|Frankfurt am Main

Smart-Grid-Projekt der Mainova erfolgreich getestet

Wie können Spannungsschäden im Netz bei zu hohem Stromaufkommen durch Photovoltaik- und Windkraftanlagen vermieden werden? Dieser Frage widmet sich das Frankfurter Smart Grid-Projekt „intelligentes Ortsnetzsystem" (iNES). Die Mainova AG prüfte jetzt erstmals die autonome Steuerung der Lastflüsse in einem Feldtest.

„Intelligente Technologien werden für die Stabilität und die optimierte Nutzung der Netze immer wichtiger. Sie ermöglichen die kostengünstige Integration der zunehmenden volatilen Leistungen auf der Erzeugungs- und Verbrauchsseite. Die Mainova AG schafft dafür mit iNES optimale Voraussetzungen", sagt Mainova-Technikvorstand Prof. Dr.-Ing. Peter Birkner.

Bisher beschränkte sich der Betrieb der 15 Messstationen in zwei Netz-gebieten der Mainova in Bornheim und Bergen-Enkheim auf die Überwachung des Netzes. Darauf aufbauend ging es nunmehr darum, gezielt Einfluss auf die Lastflüsse nehmen zu können. Dass die iNES-Komponenten dazu in der Lage sind, wies der Test nach.

Dafür wurde ein starkes Dieselaggregat ans Niederspannungsnetz (230 Volt) angeschlossen. Dieses simulierte einen großen, volatilen Einspeiser. In zwei Testläufen wurde die Leistung des Aggregats mit 630 Kilovoltampere (kVA) stufenweise hochgefahren und so die Spannung im Netz auf knapp 240 Volt angehoben. Dadurch entstand eine kritische Situation, die von der Messtechnik in Verbindung mit dem autonomen Analysetool als solche erkannt wurde. Aus den verfügbaren Reaktionsmöglichkeiten wurde automatisch die Ansteuerung eines dezentralen Spannungsreglers ausgewählt. Es handelt sich hierbei um einen sogenannten Längsregler der A. Eberle GmbH & Co. KG. Dieser reagierte entsprechend und steuerte gegen. Das Netz befand sich anschließend wieder im sicheren Zustand.

Notwendig wird dieses Vorgehen durch den zunehmenden Ausbau der erneuerbaren Energien. Prof. Birkner: „Die rasch wachsende Zahl dezentraler Einspeisungen durch Photovoltaikanlagen oder Windkraftanlagen stellt die Netzbetreiber vor große Herausforderungen. Der erfolgreiche Test zeigte, dass iNES in Verbindung mit einem Spannungsregler in der Lage ist, durch gezielte Steuerung der Lastflüsse Überlastungen und Spannungsabweichungen im Netz zu vermeiden." Damit ist das Projekt der Mainova AG zusammen mit der Bergischen Universität Wuppertal, der SAG GmbH und der Helmut Mauell GmbH einen wichtigen Schritt weiter. Ziel ist es, für den Ausbau der erneuerbaren Energien eine intelligente, autonome und kostengünstige Alternative zum Netzausbau zu schaffen.

Um die Technologie zukunftssicher zu machen, werden die Versuche mit iNES ausgeweitet. Nach der Verteilnetzebene wird das intelligente Ortsnetzsystem nun auch in der Mittelspannung getestet. Das Smart Grid_Projekt „iNES" wurde mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt es den Hessischen Staatspreis für intelligente Energie in der Kategorie „Energie-Netze".