Pressemitteilung

21.05.2014|Frankfurt am Main

Hauptversammlung der Mainova AG: Mehr Marktmechanismen bei der Umsetzung der Energiewende notwendig

Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorsitzender des Vorstands der Mainova AG, hat heute auf der Hauptversammlung angemahnt, bei der Umsetzung der Energiewende stärker als bislang die Ausgleichs- und Steuerungsfunktionen des Marktes zu nutzen.

Dr. Constantin H. Alsheimer
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Die Energiewende müsse kosteneffizienter organisiert werden, damit der Rückhalt für das Jahrhundertprojekt in der Bevölkerung dauerhaft erhalten bleibt: „Ohne Berücksichtigung der Kostenfolge sind die Ziele der Energiewende nicht zu erreichen. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn sie bezahlbar bleibt.“

Mit der anstehenden EEG-Novelle unternehme die Bundesregierung einen ersten wichtigen Reformschritt in diese Richtung. Um die Kostendynamik zu bremsen sind zwei Aspekte entscheidend: „Zum einen sollte bei den erneuerbaren Energien die kosteneffizienteste Technologie begünstigt werden. Das heißt, der Fokus sollte derzeit auf Windkraftanlagen an Land liegen. Zum anderen sollten sich die erneuerbaren Energien in größerem Maße dem Wettbewerb stellen und auch angemessene Marktrisiken tragen.“

Die Energiewende verlangt nach einer Gesamtlösung, die den Gleichklang der Ziele Wirtschaftlichkeit, Klimaschutz und Versorgungszuverlässigkeit gewährleistet. „Derzeit ist dieser Gleichklang gefährdet. Die eigentlichen Ziele der Energiewende werden – jedenfalls zum Teil – durch andere wirtschafts- und gesellschaftspolitische Ziele überlagert.“

Vor allem sei es wichtig, den Ordnungsrahmen für den Erzeugungssektor zu reformieren. Alsheimer: „Die Wirtschaftlichkeit von modernen und effizienten fossilen Kraftwerken muss gewährleistet werden. Hocheffiziente Gaskraftwerke können aktuell kaum wirtschaftlich betrieben werden. Währenddessen erreichte die Stromerzeugung aus der CO2-intensiven Braunkohle in 2013 den höchsten Stand seit 1990.“ Der CO2-Ausstoß der deutschen Stromwirtschaft ist dadurch zuletzt insgesamt angestiegen. Auf diese Weise wird das eigentliche Ziel der Energiewende, der Klimaschutz, konterkariert.

Weil sich der Betrieb von Gaskraftwerken nicht mehr lohnt, investiert aktuell kaum noch jemand in diese Technologie. Mit zunehmendem Ausbau der erneuerbaren Energien werden solche hochflexiblen Gaskraftwerke aber immer mehr gebraucht, um immer dann einzuspringen wenn die Sonne gerade nicht scheint und der Wind nicht weht. Alsheimer: „Wir benötigen einen Mechanismus, der die Vorhaltung von sicherer Leistung honoriert und der auf hocheffizient arbeitende Kraftwerke abstellt.“

Für die Gewährleistung der Versorgungszuverlässigkeit ist überdies der Ausbau der Verteilnetze von entscheidender Bedeutung. Um eine auskömmliche und faire Finanzierung der Netzinfrastruktur sicherzustellen, rät Alsheimer zu einer Änderung der Netzentgeltsystematik: „Erforderlich sind leistungsbasierte Netzentgelte anstelle von mengenbasierten, um die Versorgungssicherheit in Deutschland weiterhin auf dem aktuell hohen Stand zu erhalten und um die Kosten aus der Bereitstellung der Netzinfrastruktur gerechter zu verteilen.“

Wahlen
Erstmalig fand die Mainova- Hauptversammlung unter dem Aufsichtsratsvorsitz des Frankfurter Stadtkämmerers Uwe Becker statt. Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurden die Frankfurter Stadträtin Professor Dr. Daniela Birkenfeld, der Frankfurter Stadtrat Stefan Majer und Thomas Raasch, Geschäftsführer der Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH und Leiter Bereich Finanzwirtschaft der Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH.

Das Geschäftsjahr 2013
Das zurückliegende Geschäftsjahr brachte für die Mainova ein zufriedenstellendes Ergebnis. Der Umsatz hat sich von 2,0 auf rund 2,2 Milliarden Euro erhöht (+10 %). Das Ergebnis vor Steuern liegt bei 136,6 Millionen Euro (+ 14,2 %).

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Pressemitteilung: Hauptversammlung der Mainova AG 2014
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Rede von Dr. Constantin H. Alsheimer zur Mainova-Hauptversammlung 2014
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Foto: Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorsitzender des Vorstands der Mainova AG