Interview mit Jan Seghers

„Im Grunde arbeite ich wie ein Reporter“

Der Frankfurter Jan Seghers zählt mit einer Million verkauften Büchern zu den erfolgreichsten deutschen Krimiautoren. Rund 30 Millionen Zuschauer verfolgten die Verfilmungen seiner ersten fünf Bände rund um Hauptkommissar Robert Marthaler im ZDF. Im Interview erzählt er, warum er sich gerne an echten Kriminalfällen bedient und wie es sich anfühlt, die eigenen Romane im Fernsehen zu sehen.

Krimi-Autor Jan Seghers

Herr Seghers, Ihre ersten Werke waren vor allem Essays und Romane. Wie wurden Sie zum Krimiautor?

Das war eigentlich eher Zufall. Ich hatte zwei unterschiedliche Geschichten angefangen, von denen ich nicht wusste, wie es mit ihnen weitergeht. Ich zeigte sie einem Freund. Sein Tipp: Packe die Geschichten zusammen, dann wird ein Kriminalroman daraus. Ich bekam erst mal einen Schrecken. Ich hatte noch nie einen Krimi geschrieben. Und ich wusste, dass das Genre eigenen Gesetzen gehorcht: Immer muss Spannung aufgebaut werden, immer muss jemand in Gefahr sein. Diese Techniken musste ich mir erst einmal erarbeiten.

Mit Ihrem ersten Frankfurt-Krimi „Ein allzu schönes Mädchen“ gelang Ihnen direkt der Durchbruch. Welche Rolle spielte der regionale Bezug für Ihren Erfolg?

Ich sehe mich nicht als typischen Regionalkrimi-Autor. Jeder Roman muss doch irgendwo angesiedelt sein, ob das Paris, Los Angeles oder eben Frankfurt ist. Allerdings erkennen die Leute in Büchern immer gerne das wieder, was sie schon zu kennen glauben. Deswegen versuche ich, in meinen Romanen einen schiefen Blick auf bereits Vertrautes zu werfen – und so zu überraschen.

Was ist das Erste, das Sie tun, wenn Sie mit einem neuen Krimi beginnen?

Es klingt vielleicht ein wenig seltsam, aber ich starte mit den Schauplätzen. Dabei suche ich gezielt nach Orten, die genug Atmosphäre haben oder mir besonders geheimnisvoll vorkommen. Das heißt, ich muss rumfahren, hören, riechen, schauen. Das ist aufwendig, aber ich habe den Eindruck, es lohnt sich. Man merkt einem Buch an, ob sein Autor die Orte kennt, über die er schreibt.

Sie bedienen sich oft an echten Kriminalfällen. Wie finden Sie Ihre Storys?

Ich mag es, wenn meine Fantasie festen Boden unter den Füßen hat. Wenn mir etwas auffällt, muss es mir nicht mehr einfallen. Es ist wahrscheinlich eine Berufskrankheit, aber mich interessieren reale Verbrechen. Ich lese darüber in der Zeitung, in Büchern, schaue mir Filmreportagen an. Wenn ich dann einen Fall habe, der für mein nächstes Buch taugt, gehe ich in Archive, lese Akten, kontaktiere die Polizei und die Staatsanwaltschaft. Im Grunde arbeite ich wie ein Reporter.

Fünf Ihrer sechs Krimis wurden inzwischen für das ZDF verfilmt: Was ist das für ein Gefühl, Ihre Geschichten im Fernsehen zu sehen?

Ich finde die Filme sehr gelungen. Aber sie sind etwas anderes als ein Buch. Und das ist auch gut so. Beim Schreiben habe ich einen eigenen Film im Kopf. Dass es dann auf der Leinwand ganz anders aussieht, liegt in der Natur der Sache. Aber wenn mir ein guter Film gestattet, nochmal einen neuen Blick auf meine Geschichten zu werfen, ist eigentlich alles erreicht. Daher freue ich mich natürlich, wenn auch mein neuer Krimi „Menschenfischer“ irgendwann verfilmt werden sollte.

Hauptschauplatz Ihrer Krimis ist Frankfurt. Liebäugeln Sie auch mit anderen Regionen?

In meinem aktuellen Buch habe ich bereits einen Großteil der Geschichte nach Südfrankreich und an den Rhein verlegt. Es macht mir Spaß, ab und zu ein Fenster aufzustoßen und ein wenig frische Luft hereinzulassen. Tatsächlich interessiere ich mich derzeit für Berlin als Schauplatz. Sie ahnen also schon: Ich werde öfter auf Reisen gehen müssen. Das ist anstrengend, aber auch ziemlich aufregend.

Zur Person

Der Schriftsteller und Journalist Matthias Altenburg wechselte 2004 das Genre und veröffentlichte unter dem Pseudonym Jan Seghers seinen ersten Frankfurt-Krimi „Ein allzu schönes Mädchen“, mit dem er direkt einen Bestseller landete. Mit „Menschenfischer“ erschien im November der inzwischen sechste Band der Marthaler- Serie. 

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