Tatort Hessen

Auf den Spuren regionaler Krimiautoren

Mitten in der Nacht geht im Wald bei Ruppertshain im Taunus ein Wohnwagen in Flammen auf. Aus den Trümmern wird eine Leiche geborgen. Die Kommissare vom K11 in Hofheim ermitteln zunächst wegen Brandstiftung, und schon bald auch wegen Mordes.

Mit ihrem achten Taunus­-Krimi ist Bestseller­-Autorin Nele Neuhaus mal wieder ein großer Coup gelungen. Das Buch: ein Bestseller. Die ZDF­-Verfilmung mit rund sieben Millionen Zuschauern: ein echter Quotenbringer. Neuhaus steht damit nicht alleine da. Ob Jan Seghers, Andreas Franz oder Rosa Ribas: Unzählige Autoren haben sich inzwischen einen Namen gemacht mit Krimis, die in Frankfurt und Umgebung spielen.

Welchen Anteil hat die Rhein­-Main­-Region als Krimischauplatz an diesem Erfolg? Und warum boomen regionale Krimis momentan eigentlich so sehr?

Einst Schmuddelkinder der Literatur

Diese Fragen führen uns ins Brückenviertel nach Sachsenhausen. Hier betreibt Jutta Wilkesmann seit rund 30 Jahren eine der ältesten Krimibuchhandlungen Europas. „Die Wendeltreppe“ <www.die-wendeltreppe.de> heißt der Laden, benannt nach der alten Jugendstiltreppe, die den ersten Laden zierte, und dem gleichnamigen englischen Thriller.

Inzwischen ist die Buchhandlung ein paar Häuser weiter gezogen. Sie ist jetzt größer, eine gusseiserne Wendeltreppe dient noch immer als Dekoration und Buchablage. Als Verkaufstresen haben Jutta Wilkesmann und Mitbetreiberin Hildegard Gansmüller einen alten Schreibtisch umfunktioniert. Die Regale sind bis oben hin vollgepackt mit Kriminalliteratur.

Wer die Beliebtheit von regionalen Krimis verstehen will, ist hier genau richtig. „Krimis galten lange als Schmuddelkind der Literatur. Als wir damals angefangen haben, fand man sie meistens in Buchhandlungen an Bahnhöfen oder Flughäfen in irgendwelchen verstaubten Ecken“, erzählt Wilkesmann.

Lokalkolorit gefragt

Das hat sich massiv verändert. Kriminalromane haben sich den Respekt der Kritiker und die Spitze der Bestsellerlisten erobert. Die Beliebtheit von Regio­-Krimis reiche bis in die Nachkriegszeit zurück, sagt Wilkesmann: „Da schrieb plötzlich jemand in seinem Krimi liebevoll über die Stadt, in der man selbst wohnt – und die vielleicht zum Teil zerstört und nicht einmal wirklich schön war.“ Das ziehe noch heute. „Manche Krimis werden nur von Frankfurt­-Fans gekauft, weil sie eben in Frankfurt spielen.“

Ihre Erklärung: Viele Menschen erleben regelrechte Glücksgefühle, wenn in einem Buch ein Ort beschrieben wird, den sie selbst kennen. „Daher darf sich ein Autor bei der Beschreibung von Orten und Straßen auch keine Fehler erlauben, dann ist die Entrüstung groß.“

Kino im Kopf

Jakob Arjouni und Jan Seghers gehören für Wilkesmann und Gansmüller zu den besten regionalen Krimiautoren. Prinzipiell gelte, dass Autoren es mit dem Fokus auf Regionales und regionalen Klischees nicht übertreiben sollten.

„Ein guter Krimi muss deutschlandweit gelesen werden, egal in welcher Region er spielt“, sagt Wilkesmann. Das gelinge, wenn er sprachlich gut geschrieben sei und nicht nur eine Beziehung zu den Figuren aufbaue, sondern auch zum Ort. Es geht um Bilder im Kopf und das Gefühl, selbst vor Ort zu sein und die Geschichte mitzuerleben – ob in der Großstadt oder auf dem Land.

Tatort Frankfurt

Frankfurt, das aufgrund seiner Top­Platzierung in der deutschen Kriminalstatistik auch gerne als „Hauptstadt des Verbrechens“ bezeichnet wird, ist auffallend häufig Schauplatz regionaler Krimis und Serien. Kein Wunder, schließlich herrscht hier ein buntes Treiben verschiedener Nationalitäten, Berufsgruppen und Milieus.

Es gibt anrüchige Viertel wie die Bahnhofsgegend rund um die Kaiserstraße, Deutschlands größten Flughafen und die schillernde Finanzmetropole inklusive Wolkenkratzern. Dazu noch ein paar mehr oder weniger sparsam eingesetzte Klischees wie Handkäs, Apfelwein und grüne Soße – und fertig ist der perfekte Tatort.

Mainova als Krimi-Kulisse

Das ist wahrscheinlich der Grund, warum Frankfurt auch ein beliebter Drehort für Fernsehkrimis ist, darunter „Tatort“, „Ein Fall für zwei“, „Matula“ und der aktuelle Serien­ Thriller „Bad Banks“. Auch Verfilmungen der Bücher von Jan Seghers und Nele Neuhaus werden in Frankfurt gedreht. Selbst das Hauptgebäude der Mainova diente mehrfach als Krimi-­Kulisse.

Mehr Informationen:

Krimis aus Hessen (bei hessenschau.de) 

 

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