Frankfurt bei Nacht

Jaqueline Hartmann, Sanofi, Fertigung, Industriepark Frankfurt-Höchst

Insulinproduktion im Schichtdienst

Jaqueline Hartmann, Sanofi, Fertigung, Industriepark Frankfurt-Höchst

Es ist 20 Uhr. Draußen ist es kalt und dunkel. Jaqueline Hartmann hat zu Abend gegessen und es sich auf dem Sofa bequem gemacht. Feierabend? Keineswegs. In zwei Stunden fängt ihre Nachtschicht an.

Die junge Frau ist Schichtführerin in der Fertigung des Pharmaunternehmens Sanofi im Industriepark Frankfurt-Höchst. Um die 600.000 Fläschchen mit unterschiedlichen Insulinmedikamenten werden hier täglich in drei Schichten produziert – 300.000 allein jede Nacht. „Die benötigte Menge wäre in einer Tagschicht gar nicht zu bewältigen“, erklärt Jaqueline Hartmann.

Mehr als 7.000 Mitarbeiter

Sie weiß um ihre Aufgabe. Rund fünf Prozent der Weltbevölkerung leidet an Diabetes, und der Sanofi-Standort in Frankfurt-Höchst gehört zu den größten Insulinproduzenten der Welt. Hier sind mehr als 7.000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung, Produktion, Fertigung und Verwaltung beschäftigt.

Jaqueline Hartmann ist eine von ihnen. In der Fertigung koordiniert und betreut sie die optische Kontrolle von Insulinprodukten. Sind die Fläschchen geschlossen, beschädigt oder verunreinigt? Stimmt der Füllstand, sind Partikel enthalten, die nicht hineingehören?

Bewegung gegen Müdigkeit

Rund 15 Köpfe hat ihr Team. Die Nachtschichten gehören für sie einfach dazu. Jaqueline Hartmann koordiniert Aufgaben und Schichten, prüft die Anlagen und kommuniziert mit den anderen Abteilungen. „Mal geht es sehr gut, manchmal ist man auch mal müde. Rundgänge und Kontrollen, bei denen ich mich bewegen muss, lege ich darum gerne in die Nachtschichten. Das ist leichter, als am Schreibtisch zu sitzen.“

Die Pharmakantin hat sich bewusst für den Schichtdienst entschieden, Einschränkungen empfindet sie kaum. Ihre Familie hat Verständnis für diese Arbeit. „Mein Bruder ist Polizist und arbeitet natürlich auch zu allen möglichen Zeiten. Es ist nur manchmal schwierig, gemeinsam als Familie Zeit zu finden.“

Ständiges Kommen und Gehen

Es ist 21.30 Uhr. Jaqueline Hartmann ist im Industriepark Höchst angekommen. Um zehn Uhr beginnt ihre Schicht – und nicht nur ihre: Auf dem Parkplatz und rund um den Eingang herrscht Hochbetrieb. „Das ist ein ständiges Kommen und Gehen und kaum ein Unterschied zu dem, wie es hier tagsüber aussieht“, berichtet die junge Frau. „Im Gegenteil – Parkplätze bekommt man nachts manchmal sogar schlechter.“

Morgen früh um sechs Uhr wird ihre Nachtschicht zu Ende sein. „Meistens frühstücke ich noch eine Kleinigkeit. Aber vor allem freue ich mich dann auf mein Bett.“

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