Stromverbrauch berechnen und Potenziale erkennen

Energie und Stromkosten sparen

Energieversorgung

13.01.2022

Energie bewusst nutzen: Familie prüft Herd

Autor: Mainova Redaktion

Was wäre unser Alltag ohne Strom? Definitiv ein ganzes Stück beschwerlicher. Vollkommen selbstverständlich greifen wir im Kühlschrank zur Erfrischung, genießen dank Durchlauferhitzer eine heiße Dusche oder lassen die Waschmaschine auf Hochtouren laufen. All das, ohne weiter darüber nachzudenken. Doch wie hoch ist eigentlich der eigene Stromverbrauch? Und wie kann beim Tarifabschluss der eigene Abschlag geschätzt werden? Wir helfen euch, den Durchblick zu behalten. Erfahrt hier, wie ihr euren Stromverbrauch berechnet, leichter lästige Stromfresser findet und was es mit den neuen Energieeffizienzklassen auf sich hat. Alles für einen nachhaltigeren Stromverbrauch.

Stromverbrauch berechnen: So geht’s

Mit der magischen Formel

Na, schon Vorsätze für 2022? Wie wär’s mit einem nachhaltigeren Stromverbrauch? Denn der zahlt sich am Ende nicht nur für euch aus, sondern ist auch noch leichter umzusetzen als gedacht. Zur Berechnung eures Jahresverbrauchs braucht es eine simple Formel, die vom Bund der Energieverbraucher entwickelt wurde.

Wohnfläche x 9 + Personenanzahl x 200 + Elektrogeräte x 200 = kWh/Jahr

Und so geht ihr vor: Multipliziert die Werte zu qm-Fläche, Haushaltsgröße und Anzahl der Elektrogeräte (wie Kühlschrank, Waschmaschine oder TV) mit dem jeweiligen Faktor und addiert im zweiten Schritt alle Werte, um euren Jahresverbrauch in Kilowattstunden (kWh) zu erhalten. Das Ergebnis ist ein grober Richtwert, mit dem ihr den Stromverbrauch eures Haushalts besser einschätzen könnt.

Zu hoch oder doch im Mittelmaß? Macht den Vergleich! So viel verbraucht ein deutscher Haushalt im Durchschnitt:

  • 1 Person: 1.500 kWh
  • 2 Personen: 2.100 kWh
  • 3 Personen: 2.600 kWh
  • 4 Personen: 2.900 kWh

Hinweis: Der Wert ist abhängig von der jeweiligen Wohnsituation (Mietwohnung oder Einfamilienhaus). Bei Einsatz einer elektrischen Warmwasserbereitung, einer Wärmepumpe oder eines Durchlauferhitzers kann der durchschnittliche Verbrauch höher ausfallen.

Stromkosten berechnen in Watt

Nachdem ihr ermittelt habt, wieviel Kilowattstunden euer Haushalt verbraucht, folgt das Feintuning. Denn auf die Details kommt es an. Schließlich verbrauchen nicht alle Kühlschränke gleich viel Strom – genauso Waschmaschinen, Fernseher und Co. Entscheidend ist die Leistung eures Geräts, die in der Einheit Watt angegeben wird. Damit könnt ihr ganz unkompliziert die Stromkosten berechnen, die euer Gerät im Jahr verbraucht.

Zur Erinnerung: Euer Stromverbrauch wird in Kilowattstunden gemessen. Deshalb multipliziert ihr die Geräteleistung mit der Betriebsdauer in Stunden. Angenommen, ihr habt einen Kühlschrank mit einer Leistung von 100 W und lasst diesen 10 Stunden laufen, dann beträgt euer Stromverbrauch genau 1 kWh (100 W x 10 h = 1 kWh). Nun ist euer Kühlschrank wahrscheinlich keine 10 Stunden in Betrieb, sondern das ganze Jahr über. Also multipliziert ihr die 100 W nicht mit 10 h, sondern mit den Stunden pro Jahr – nämlich 8760 h (24 h x 365). Ergebnis: 876 kWh. Um die jährlichen Kosten zu ermitteln, multipliziert ihr euer Ergebnis noch kurz mit dem Preis pro Kilowattstunde eures Energieversorgers. Eines vorweg: Danach wisst ihr auch, weshalb der Kühlschrank zu den größten Stromfressern in eurem Haushalt zählt.

Stromfresser per Messgerät finden

Bevor ihr nun jedes Elektrogerät auf diese Weise prüft, erleichtern wir euch die Arbeit. Als Mainova-Kundin bzw. -Kunde könnt ihr euch im Mainova ServiceCenter ein Strommessgerät kostenfrei ausleihen. Ebenso bieten Verbraucherzentralen wie auch viele Baumärkte diesen Service an.

Bevor es losgeht, solltet ihr euch allerdings fragen: Bei welchem Gerät lohnt es sich, genauer hinzuschauen? Bei älteren Secondhand-Geräten ohne Bedienungsanleitung können die Verbrauchswerte schon mal im Dunkeln liegen. Stromfresser dieser Art verbindet ihr einfach mittels Zwischenstecker mit dem Messgerät. Im Display erscheint nun die momentane Leistung des angeschlossenen Geräts. Ein Tipp: Euren Kühl- oder Gefrierschrank messt ihr am besten über einen Zeitraum von 24 Stunden, während bei der Messung eurer Wasch- oder Geschirrspülmaschine jeweils ein Wasch- bzw. Spülvorgang ausreicht. Für Geräte mit konstanter Leistungsaufnahme wie Computer, Fernseher oder Radio reicht eine Stunde, um eine Hochrechnung des Tages-/Jahresverbrauchs aufzustellen.

Den Stromverbrauch von fest angeschlossenen Geräten wie z. B. Warmwasserspeicher, Elektroherd oder Durchlauferhitzer könnt ihr mit dem Messgerät allerdings nicht messen.

Energieeffizienzklasse: Was es damit auf sich hat

Vielleicht habt ihr nach der Prüfung einen oder gar mehrere Stromfresser finden können. Im nächsten Schritt vergleicht ihr eure ermittelten Messwerte mit den Verbrauchswerten neuerer Modelle. Schneiden eure Geräte vergleichsweise schlecht ab, solltet ihr über eine Neuanschaffung nachdenken. Achtet beim Kauf in jedem Fall auf die Energieeffizienzklasse. Die Klassen der Skala werden in Buchstaben unterteilt, die wiederum in den Ampelfarben Rot, Gelb und Grün dargestellt werden. Besonders energieeffiziente Elektrogeräte erkennt ihr an der grünen Auszeichnung, während Geräte mit hohem Verbrauch ein rotes Energielabel tragen.

Für eine klare Abstufung sorgt das neue EU-Effizienzlabel, das seit 2021 für folgende Geräte gilt:

  • Waschmaschinen
  • Waschtrockner
  • Spülmaschinen
  • Kühlschränke
  • Gefriergeräte
  • TV und Monitore
  • Lampen

Neu daran ist die Einteilung der Klassen: Beim alten Label erstreckt sich die Skala von A+++ bis D. Beim neuen verläuft das Spektrum von A bis G und wird dadurch aussagekräftiger. Denn zuletzt waren fast alle neuen Kühlschränke in den Bestklassen zu finden. Dadurch war ein Abwägen, welches Modell nun tatsächlich am wenigsten verbraucht, kaum mehr möglich. So kommt es, dass die Energieeffizienzklassen bestehender Geräte herabgestuft wurden. Nicht selten finden sich also Kühlschränke, die zuvor noch mit A+++ ausgezeichnet wurden, in der Klasse C oder D. Mit dem neuen Label bleiben die oberen Klassen daher vorerst frei, um in der Industrie Anreize zur Verbesserung ihrer Technologien zu schaffen.

Übrigens: Die Umstellung des Labels betrifft nicht alle Elektrogeräte. Wäschetrockner, Backöfen oder Staubsauger werden voraussichtlich erst ab 2024 mit dem neuen Label ausgezeichnet. Heizungen folgen dann 2026.

Endlich Stromkosten sparen: So einfach klappt‘s

Der nächste Frühjahrsputz kommt bestimmt. Bevor es so weit ist, könntet ihr doch euren Stromverbrauch einmal gründlich auf Vordermann bringen. Startet damit, euren Stromverbrauch zu berechnen, um anschließend eure Geräte unter die Lupe zu nehmen. Denn Einsparpotenziale schlummern eigentlich in jedem Haushalt. Es kommt nur auf die richtigen Tipps und Tricks an, wie ihr diese ausschöpft.

Ihr wollt noch mehr für Energieverbrauch, Umwelt und Budget tun? In unserem Blog und auf Social Media versorgen wir euch regelmäßig mit spannenden Themen rund ums Energiesparen.

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