O2 / Telefónica

Schnell, sicher und smart

Gemeinsam mit dem Mobilfunkanbieter O2 / Telefónica hat Mainova in Frankfurt ein Pilotprojekt gestartet. An einer Straßenlaterne hat sie den ersten Straßenmast in Hessen installiert, der Licht spendet und gleichzeitig den neuen 5G-Standard für O2-Kunden anbietet.

Als vor zwanzig Jahren die Menschen mit ihren Handys nur telefonierten oder einzelne Nachrichten umherschickten, reichten die Funknetze ohne Probleme aus. Das hat sich geändert. Fast jeder hat heute ein Smartphone, mit dem wild drauflos geschrieben und gesucht, vor allem aber auch gespielt und gestreamt wird. Dafür sind die vorhandenen Bandbreiten mancherorts schnell zu gering – vor allem in Ballungszonen. Das haben viele Nutzer schon einmal bemerkt, etwa in Fußgängerzonen und Konzerthallen, auf Volksfesten oder in Fußballstadien. Der Grund dafür: Momentan buchen sich Smartphones in das so genannte Makrozellennetz ein, das vor allem mit Mobilfunkanlagen arbeitet, die die Netzbetreiber vorrangig in größerer Höhe auf Hausdächern oder an Funkmasten installiert haben. Sie haben in der Regel eine große Reichweite, aber eben auch nur eine begrenzte Bandbreite für die vielen Nutzerinnen und Nutzer in ihrem Versorgungsbereich. Die Zahl der Anlagen auf einem Wohnhaus zu erhöhen, ist oft inzwischen schwer – alleine schon wegen der gesetzlichen Auflagen, die einen gewissen Abstand zu den Nutzern zu deren Schutz vorschreiben.

Eine gute Alternative sind kleine Funkzellen, sogenannte Mikrozellen (engl. small cells), die zwar im Vergleich einen geringeren Versorgungsradius haben, aber punktgenau dort eingesetzt werden können, wo sie benötigt werden. Mit der Einführung von 5G hat das Thema noch einmal neuen Schub bekommen. Der Netzbetreiber O2 / Telefónica, der das O2-Netz anbietet, will bis Ende 2025 ganz Deutschland mit 5G versorgen. Für die dafür benötigen Funksysteme eignen sich verschiedene Standorte, unter anderem Hauswände. Ein Pilotprojekt ganz anderer Art hat O2 / Telefónica nun mit Mainova gestartet. Die Partner nutzen Synergien und kombinieren zwei Infrastrukturen, die in der Stadt nötig sind: An der Gutleutstraße 280 in Frankfurt wurde ein Mast gebaut, der einen Umkreis von rund 250 Metern ganztägig mit 5G versorgt und in der Dunkelheit gleichzeitig als Straßenlaterne dient – mit hocheffizienter LED-Technik. O2-Kunden können hier nun nicht nur den schnellen 5G-Standard nutzen, sie erhalten auch zusätzlich zur bereits vorhandenen Mobilfunkversorgung mehr Kapazität und damit eine stabilere Datenübertragung.



Erste smarte 5G-Straßenleuchte Hessens

Die „erste smarte 5G-Straßenleuchte Hessens“ nennt Mainova das Projekt und hat weitere rund 3.400 potenzielle Standorte identifiziert. Verantwortlich dafür ist die SRM StraßenBeleuchtung Rhein-Main GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Mainova AG. „Wir freuen uns über unseren Neuzugang, der Licht und Mobilfunk bündelt“, sagt SRM-Geschäftsführer Thomas Erfert. „Diese erstmals eingesetzte Kombi-Lösung ist innovative Technik im besten Sinn. Zudem stärken wir damit die Rolle unseres Unternehmens als Eigentümerin und Betreiberin einer flächendeckenden intelligenten Infrastruktur in Frankfurt und der Rhein-Main-Region.“ Auch für den Netzbetreiber O2 / Telefónica ergibt das neue Modell sehr viel Sinn. „Ein normaler Lichtmast hat zwar eine Strom-, aber keine Glasfaseranbindung, die wir für die Mikrozellen benötigen“, sagt Gerald Huber. „Außerdem ist bei den alten Straßenlaternen der Strom tagsüber oft ausgeschaltet, weil diese zentral versorgt werden“, erklärt der Radio & Transport Senior Innovation Manager von Telefónica Germany, der das Projekt verantwortet. Die neuen Masten können hingegen einzelnen gesteuert werden.

Die Vorteile von reinem, echten 5G sind groß: Bis zu einer Million Geräte aus dem Internet der Dinge lassen sich damit pro Quadratkilometer versorgen. Die übertragene Datenrate ist hoch, die Reaktionszeit – also die Latenz – sehr niedrig, die Übertragung extrem sicher, wie Gerald Huber sagt. Anwendungen sieht er neben der Smartphone-Nutzung in Ballungsbereichen auch im Internet der Dinge, im Smart Home und im vernetzten Fahren in der Stadt. „Wir müssen schauen, wie der Markt das annimmt und was die Kunden wollen. Daran orientiert sich die weitere Verdichtung.“



Lehrreiches Pilotprojekt

Für den O2 / Telefónica-Manager ist deswegen eine Kooperation mit einem Energieversorger wie der Mainova ein guter Weg. „Wir haben einen Partner, der Strom und Glasfaser bietet und mit dem wir eine standardisierte Bauweise und Installation umsetzen können.“ Das Pilotprojekt in Frankfurt lohnt sich deswegen auf jeden Fall. „Wir können viele Fragen beantworten und eine Menge lernen: Welche Technik brauchen wir, können wir auch auf Standardlichtmasten setzen, wie kompliziert ist die Anbindung, was sind die Rahmenbedingungen, wie nutzen die Menschen das Angebot?“, sagt Huber. „So können wir auch künftige Anwendungen konzipieren und unterstützen.“ Eine davon könnte das vernetzte oder teilautonome Fahren sein: „In vielbefahrenen Bereichen wäre es zum Beispiel möglich, dass Autos je nach Verkehrsfluss beschleunigt oder verlangsamt werden, indem sie über das 5G-Netz gesteuert werden“, erklärt Huber. „So tragen wir mit einer solchen Netzabdeckung auch zum Verkehr der Zukunft bei.“

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