Pressemitteilung

22.06.2011|Frankfurt am Main|17:18

Hauptversammlung der Mainova AG:

Atomausstieg bis zum Jahr 2022 bietet Chance auf mehr Wettbewerb im deutschen Erzeugungsmarkt
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Der geplante Ausstieg aus der Atomkraft bis 2022 bietet nach Ansicht des Energieversorgers Mainova die Chance auf mehr Wettbewerb im deutschen Stromerzeugungsmarkt. Das betonte der Vorstandsvorsitzende Dr. Constantin H. Alsheimer auf der heutigen Hauptversammlung (22.6.) der Mainova AG in Frankfurt am Main. „Der erforderliche Umbau der deutschen Stromerzeugung darf zu Recht als historische Wende bezeichnet werden. Mit Blick auf die bereits dauerhaft abgeschalteten acht Atomkraftwerke wird sich die volkswirtschaftlich wichtige Chance auf mehr Wettbewerb in der Stromerzeugung sogar schneller einstellen können, als dies selbst vor dem Beschluss zur Laufzeitverlängerung im Herbst 2010 möglich zu sein schien“, sagte Dr. Alsheimer. Der Atomausstieg bis 2022 eröffne die Chance, dass weitere Marktteilnehmer als die bisherigen vier dominierenden Verbundunternehmen am Markt der Stromerzeugung teilnehmen könnten. Der Wettbewerb als preisdämpfendes Marktprinzip werde dadurch stimuliert.

Dr. Alsheimer hob zugleich hervor: „Der Prüfstein für ein höheres Maß an Wettbewerb wird in der Beantwortung der Frage liegen, ob die neuen Rahmenbedingungen auch für kleinere Marktteilnehmer hinreichende Anreize zur Teilhabe am Marktgeschehen bereithalten und ob über die konkreten Schritte zur Neuausrichtung des Energiesystems ein breiter politischer Konsens gefunden werden kann, so dass die Energiewirtschaft auf die Beständigkeit der neuen Regeln wird vertrauen können.“

Mit Blick auf die Mainova AG betonte Dr. Alsheimer: „Wir sind entschlossen, uns an der Neuausrichtung der Energieversorgung in Deutschland aktiv zu beteiligen. Die ökonomischen Notwendigkeiten eines Energieunternehmens erfordern es freilich, in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass es zur Erreichung gesellschaftlich gewollter Ziele um Investitionen für langlebige Wirtschaftsgüter geht, die auf der Grundlage unserer Kapitalbasis zu justieren sind. Die Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen ist für uns wie für alle anderen Energieunternehmen eine wesentliche Voraussetzung, um hinreichende Investitionen für den Umbau der deutschen Stromerzeugungslandschaft bei Bewahrung einer soliden Kapitalbasis mobilisieren zu können.“

Dr. Alsheimer schilderte den Aktionären die wesentlichen Eckdaten für Projekte zur künftigen Strom- und Wärmeerzeugung. Bis zum Jahr 2015 will die Mainova AG demnach rund 500 Millionen Euro in den Ausbau weiterer eigener Kapazitäten im Bereich der Strom- und Wärmeerzeugung investieren. Schwerpunkte seien regenerative Energiequellen sowie hocheffiziente Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Damit wolle die Mainova AG von Lieferanten unabhängiger und damit im Markt widerstandsfähiger werden, berichtete Dr. Alsheimer. Nach Vollzug der Erzeugungsstrategie werde die Mainova im Jahr 2015 sämtliche Privatkunden in Frankfurt am Main rein rechnerisch mit regenerativ erzeugtem Strom versorgen können. Das entspricht einer Menge von rund 700 Millionen Kilowattstunden.

Dr. Alsheimer hob hervor, dass die Mainova bereits heute im Bereich der Stromerzeugung gut positioniert sei. „Unser Strommix ist deutlich klimafreundlicher als der Bundesdurchschnitt. Für jede Kilowattstunde unseres Stroms wird im Schnitt 26,2 Prozent weniger CO2 ausgestoßen als im deutschlandweiten Durchschnitt. Mit rund 36,0 Prozent liegt der Anteil erneuerbarer Energien am verkauften Mainova-Strom schon heute mehr als doppelt so hoch wie im deutschen Durchschnitt. Während die Bundesregierung die Zielsetzung ausgegeben hat, den KWK-Anteil an der Stromerzeugung bis 2020 auf 25,0 Prozent zu steigern, liegt die Mainova heute bereits bei einer Quote von rund 35,0 Prozent.“

Dr. Alsheimer dankte zudem in seiner Rede Technikvorstand Joachim Zientek, der zum 30. Juni 2011 aus dem Vorstand ausscheiden wird. Joachim Zientek habe 34 Jahre lang für die Mainova AG und ihre Vorgängerunternehmen ein hohes Maß an Engagement aufgebracht, seine Leistung habe maßgeblich zum Erfolg der Mainova AG beigetragen. So sei es beispielsweise Joachim Zientek zu verdanken, dass die Netz-Infrastruktur der Mainova ein überdurchschnittlich gutes Niveau aufweise. „Mit Blick auf die Ansiedelung neuer Unternehmen in unseren Netzgebieten und vor dem Hintergrund der Herausforderungen, die mit der Energiewende für die Energienetze einhergehen, ist die Grundlage leistungsfähiger Energienetze ein wichtiger Vorteil.“

Zugleich wünschte er Dr. Peter Birkner, der ab dem 1. Juli 2011 die Aufgaben des technischen Vorstands übernimmt, einen guten Start und ein erfolgreiches Wirken für das Unternehmen. „Mit Herrn Dr. Birkner konnten wir einen Manager aus dem RWE-Konzern gewinnen, der branchenweit hohes Ansehen genießt.“ Dr. Birkner, promovierter Ingenieur der Elektrotechnik, ist bei der RWE Rhein-Ruhr Netzservice GmbH seit September 2008 Technischer Geschäftsführer. Zuvor hatte er ebenfalls im RWE-Konzern verschiedene andere leitende Funktionen inne.

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