mainova direkt wollte von Thomas Riemenschneider, Bereichsleiter Vertrieb, wissen, was sich mit diesen Neuerungen für die Geschäftskunden von
Mainova ändert.
Bisher hatten die Kunden bei Mainova einen Ansprechpartner, der sich um alles gekümmert hat. Wird das so bleiben?
Ein klares Ja! Unsere Kunden haben auch weiterhin bei allen Fragen zu Strom, Gas, Wasser und Wärme beim Mainova-Vertrieb einen Ansprechpartner, wenn sie das wollen. Der bietet die Leistungen aller Mainova-Gesellschaften aus einer Hand an und ebnet die Wege innerhalb von Mainova, auch zu den neuen Gesellschaften. In der Regel ändert sich also für unsere Kunden nichts.
Nun gibt es ja auch Kunden, die ihre Energie von anderen Anbietern beziehen und nur die Mainova-Netze nutzen.
Natürlich können sich auch diese Kunden jederzeit an ihre bisherigen Ansprechpartner wenden, wenn sie mit den vertrieblichen Leistungen zufrieden waren. Oder gleich an die Netzdienst Rhein-Main, wenn es um ein Angebot für die Durchleitung von Energie oder auch für einen neuen Netzanschluss geht. Wir sind aber so von unserer Leistungskraft, Servicequalität und Kundennähe überzeugt, dass wir allen Kunden raten, auch immer den Mainova-Vertrieb anzusprechen, wenn es um Strom oder Gas geht - bei Wärme und Wasser sowieso.
Welche Kundenbetreuung wird es bei der Netzgesellschaft geben, und welche bei der Mainova AG?
Bei der Netzgesellschaft können Sie beispielsweise wichige Daten zu Netzleistungen oder technischen Anschlussleistungen abfragen. Bei Mainova sind die Energie- und Anwendungsberatung installiert, also alles Themen rund um den effizienten Energieeinsatz.
Könnte das Mainova-Mutterhaus hier die Netzdienste nicht mit Beratung unterstützen?
Die Initiative, uns anzusprechen und unser Know-how zu nutzen, müsste dann schon vom Kunden ausgehen. Aufgrund der neuen gesetzlichen Vorgaben dürfen wir als Mutterhaus keine Kenntnisse darüber haben, wer mit wem worüber bei unserer Tochter Netzdienste Rhein-Main verhandelt oder wer durch die Netze wie viel Energie an wen leitet. Das ist die strikte Trennung zwischen dem "natürlichen Monopol" der Versorgungsnetze und den im Wettbewerb stehenden anderen Unternehmensbereichen wie dem Vertrieb, die uns mit den so genannten Unbundling-Vorschriften
auferlegt sind.
Also noch mal zum Verständnis folgender Fall: Ein Geschäftskunde hat heute eine Frage zum Gasliefervertrag, morgen benötigt er einen größeren Stromanschluss und Beratung zur Erneuerung seiner Druckluftzentrale. Muss er sich jetzt bei Mainova durchtelefonieren?
Nein, ich möchte es ausdrücklich betonen: Es muss sich niemand durchtelefonieren. Der Kunde wendet sich wie bisher an den ihm bekannten Mainova-Vertriebsmitarbeiter. Klar kann der nicht alles wissen und sowohl spezielle Fragen zur Dimensionierung von Stromanschlüssen als auch zu Druckluftanlagen beant worten. Aber er sorgt dafür, dass sich die jeweiligen Fachleute mit ihrem Spezial-Know-how um das Kundenanliegen kümmern. Der Kundenberater koordiniert die internen Leistungen aller Mainova-Gesellschaften und bündelt sie im Sinne des Kunden.
Was hat Mainova dazu bewogen, jetzt die neuen Gesellschaften zu gründen? Die Ausgliederung der Netze schreibt der Gesetzgeber ja erst zum 1.7.2007 vor.
Die gesetzlich geforderte Zäsur lässt sich nicht per Knopfdruck erledigen. Bei den Mitarbeitern müssen sich neue Prozesse einspielen, gleichzeitig hat die Bedienung der Kundenwünsche höchste Priorität. Erfahrungen aus anderen Branchen zeigen: Wer sich früh auf Veränderungen einstellt, gewinnt Handlungsfreiheit, auch für neue Kooperationen. Das gilt für die Netzdienste ebenso wie für die Mainova Service- und die Energiedienste. Wir begegnen damit dem steigenden Kostendruck und wollen für diese Bereiche zugleich neue Marktchancen erschließen.
Es hieß, nach In-Kraft-Treten des Energiewirtschaftsgesetzes könnten die Energiepreise sinken. Wie sehen Sie das?
Die Politik hat hier Erwartungen genährt, die gänzlich am Marktgeschehen vorbeigehen. Bei den Energiepreisen sind wir in den globalen Weltmarkt eingebunden, und da stehen alle Zeichen auf steigende Preise. Hier hat eine Nation wie Deutschland mit hoher Import abhängigkeit bei den Primärenergieträgern wie Gas, Kohle und Öl nur sehr geringe Einflussmöglichkeiten. Die Politik selbst hat zwei Stellhebel: einmal die Steuern und Abgaben auf Strom und Gas. Die hat der Staat in den letzten Jahren stetig erhöht. Hinzu kommt jetzt mit der Bundesnetzagentur die Regulierung der Netzentgelte, also der Transportkosten für Energie. Die machen aber lediglich ein Drittel des Endpreises aus und müssen zudem hinreichen, um Investitionen in eine sichere Versorgung des Standorts Deutschland zu gewährleisten. Fazit: Niemand rechnet zurzeit mit sinkenden oder auch nur stabilen Energiepreisen.